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brennen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
brennen
Worttrennung
bren·nen
Präsens
brennt
Präteritum
brannte
Partizip II
gebrannt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas brennen (Akkusativ); auch ohne Objekt

Präteritum brannte, Konjunktiv II brennte. Der Stamm wechselt von brenn- zu brann-; das Perfekt lautet hat gebrannt.

Formen und Verwendung im Detail

Brennen wird vor allem für Feuer und Verbrennung verwendet. Das Verb kann außerdem bedeuten, dass Licht eingeschaltet ist, etwas scharf reizt oder jemand ein starkes Verlangen empfindet. Bei Tonwaren und optischen Datenträgern hat es besondere technische Bedeutungen.

Nicht jedes Brennen ist Feuer

Wenn ein Gegenstand brennt, kann er in Flammen stehen oder glimmen. Bei Die Lampe brennt noch ist dagegen gewöhnlich gemeint, dass sie leuchtet. Ein offenes Feuer wird damit nicht behauptet.

Auch Augen, eine Wunde oder scharfes Essen können in entsprechenden Sätzen brennen. Hier wird eine Reizempfindung beschrieben. Das Wort allein erklärt weder ihre Ursache noch eine bestimmte Erkrankung.

In auf eine Gelegenheit brennen oder darauf brennen, etwas auszuprobieren geht es um starkes Verlangen und Ungeduld. Für eine Sache brennen beschreibt engagierte Begeisterung. Diese Bilder gehören zum inneren Erleben, nicht zu einer wörtlichen Verbrennung.

Bei Ton brennen wird ein Material durch Hitze bearbeitet. Eine CD brennen bezeichnet das Beschreiben eines geeigneten Datenträgers. Diese Verwendungen müssen jeweils aus dem Gegenstand erschlossen werden.

Passend zur Lesart ersetzen

GebrauchAlternativeGrenze
Feuerin Flammen stehen, glimmenFlammen und Glut sind nicht dasselbe.
Lichtleuchten, eingeschaltet seinNur beim passenden Licht- oder Lampenkontext.
Empfindungscharf reizen, ein Brennen verursachenEine Beschreibung, keine Diagnose.
Verlangenungeduldig erwarten, unbedingt wollenSchwächt oder erklärt das sprachliche Bild.

Erstes Satzpaar: Licht ohne Flammen

Ausgangssatz: „Im Arbeitszimmer brannte noch Licht.“
Alternative: „Im Arbeitszimmer war das Licht noch eingeschaltet.“

Die Umschreibung macht die gemeinte Alltagssituation ausdrücklich. „Das Arbeitszimmer stand in Flammen“ wäre keine Alternative, sondern eine vollkommen andere Aussage.

Zweites Satzpaar: starkes Interesse

Ausgangssatz: „Nach der langen Vorbereitung brannte sie darauf, ihren Entwurf vorzustellen.“
Alternative: „Nach der langen Vorbereitung wollte sie ihren Entwurf unbedingt vorstellen.“

Die zweite Fassung bewahrt das starke Verlangen. Der Ausgangssatz vermittelt zusätzlich ein lebhaftes Bild von innerer Energie und Ungeduld. Ob die Präsentation erfolgreich wird, sagen beide nicht.

Unregelmäßige Formen

Die Stammformen lauten brennen – brannte – gebrannt. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Nicht zu verwechseln sind brannte und die Form brachte des Verbs bringen.

Konjugation von brennen

Präteritum brannte, Konjunktiv II brennte. Der Stamm wechselt von brenn- zu brann-; das Perfekt lautet hat gebrannt.

brennen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichbrennebranntebrennebrennte
dubrennstbranntestbrennestbrenntest
er/sie/esbrenntbranntebrennebrennte
wirbrennenbranntenbrennenbrennten
ihrbrenntbranntetbrennetbrenntet
sie/Siebrennenbranntenbrennenbrennten

In Die Kerze brennt steht kein Akkusativobjekt. Bei Die Werkstatt brennt die Tonstücke ist eines vorhanden. Das Partizip I lautet brennend: eine brennende Kerze, aber auch brennendes Interesse.

Sprachliche Bilder gezielt einsetzen

Erfundenes Beispiel: Eine Figur wartet jeden Tag vor dem Aushang und fragt nach der nächsten Probe. „Sie brennt darauf, mitzuspielen“ fasst das starke Interesse bildhaft zusammen. Die wiederholten Handlungen machen die Deutung nachvollziehbar.

Für eine sachliche Darstellung kann „Sie interessiert sich stark für die Rolle“ genügen. In einer Erzählung kann das Feuerbild anschaulicher sein. Weitere Beispiele für solche Bedeutungsübertragungen findest du bei den Metaphern.