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dulden

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
dulden
Worttrennung
dul·den
Präsens
duldet
Präteritum
duldete
Partizip II
geduldet
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas dulden (Akkusativ); dulden, dass …

Formen und Verwendung im Detail

Dulden bedeutet, einen Zustand, ein Verhalten oder die Anwesenheit einer Person hinzunehmen und nicht dagegen einzuschreiten. Das Wort sagt nicht automatisch, dass man etwas gutheißt oder ausdrücklich unterstützt.

Hinnehmen statt gutheißen

Wer eine Ausnahme duldet, lässt sie zu, obwohl sie möglicherweise nicht der gewünschten Regel entspricht. Das kann bewusst, widerwillig oder aus Rücksicht geschehen. Der Unterschied zur ausdrücklichen Zustimmung ist wichtig: Etwas bestehen zu lassen ist nicht dasselbe, wie es zu befürworten.

Bei Personen kann das Wort distanziert wirken. „Er wird in der Gruppe geduldet“ vermittelt weniger Zugehörigkeit als „Er ist in der Gruppe willkommen“. Die Formulierung beschreibt eine Grenze zwischen bloßer Anwesenheit und aktiver Aufnahme. Fachliche Verwendungen, etwa des Substantivs Duldung, können darüber hinaus eigene festgelegte Bedeutungen haben.

Nähe und Grenzen

AlternativeSchwerpunktUnterschied
hinnehmenEtwas nicht verhindernKann stärker widerwillig klingen.
tolerierenAbweichung bestehen lassenSehr nahe, häufig sachlicher.
zulassenEtwas geschehen lassenKann auch ausdrückliche Erlaubnis bedeuten.
akzeptierenEtwas annehmen oder anerkennenKann mehr Zustimmung enthalten.
ertragenBelastung aushaltenBetont die Anstrengung für die betroffene Person.

Zwei Satzpaare mit Erklärung

„Sie duldet die Unterbrechung.“ – „Sie begrüßt die Unterbrechung.“ Der zweite Satz enthält eine positive Bewertung. Im ersten lässt die Person die Unterbrechung lediglich geschehen; ihre tatsächliche Meinung kann ablehnend bleiben.

„Die Gruppe duldet sein Vorgehen.“ – „Die Gruppe unterstützt sein Vorgehen.“ Unterstützung bedeutet ein aktiveres Eintreten. Dulden kann heißen, den Versuch nicht zu blockieren. Der Austausch würde den Grad der Zustimmung verändern.

Formen und Ergänzungen

Die Formen lauten dulden – duldete – hat geduldet. Das Verb kann ein Akkusativobjekt haben: keine Ausnahmen dulden. Ebenso ist ein Nebensatz möglich: Sie duldet, dass die Tür offen bleibt. Im Passiv heißt es Das wird geduldet. Das Substantiv lautet Duldung.

Konjugation von duldenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
dulden: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichduldeduldeteduldeduldete
duduldestduldetestduldestduldetest
er/sie/esduldetduldeteduldeduldete
wirduldenduldetenduldenduldeten
ihrduldetduldetetduldetduldetet
sie/Sieduldenduldetenduldenduldeten

Beziehungen genauer beschreiben

Bei einer Figurenanalyse kann der Unterschied zwischen Dulden und Anerkennen viel über eine Beziehung verraten. Prüfe, ob eine Person nur nicht ausgeschlossen oder wirklich einbezogen wird. Für eine sachliche Aussage sollte außerdem deutlich sein, was genau geduldet wird: eine einmalige Ausnahme, ein wiederkehrendes Verhalten oder die Anwesenheit in einer bestimmten Situation.