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akzeptieren

Form & Grammatik

VerbFremdwort
Lemma
akzeptieren
Wortart
schwaches Verb
Worttrennung
ak·zep·tie·ren
Stammformen
akzeptiert – akzeptierte – hat akzeptiert
Hilfsverb
haben
Ergänzungen
jemanden oder etwas akzeptieren; akzeptieren, dass …; jemanden als Leiterin oder Leiter akzeptieren
Gebrauch
nicht trennbar; Partizip II ohne ge-; kein notwendiges Reflexivpronomen

akzeptieren bedeutet, jemanden oder etwas anzunehmen, gelten zu lassen oder hinzunehmen. Das kann Zustimmung ausdrücken, muss aber weder Begeisterung noch ein persönliches Mögen bedeuten.

Bedeutungen

Annehmen, anerkennen oder hinnehmen

Akzeptieren verbindet verschiedene Kontexte durch den Gedanken des Annehmens oder Geltenlassens. Bei einem Vorschlag kann Einverständnis gemeint sein, bei einem unerwünschten Ergebnis das Hinnehmen. Bei einer Person kann es um die Anerkennung ihrer Rolle gehen.

„Ich akzeptiere deine Entscheidung, auch wenn ich deine Begründung nicht teile.“

Die Entscheidung wird nicht weiter infrage gestellt. Eine vollständige Übereinstimmung in allen Gründen behauptet der Satz ausdrücklich nicht.

Im technischen Alltag kann ein Gerät eine Eingabe akzeptieren, ein Geschäft eine Zahlungsart. Gemeint ist dann das Zulassen oder Verarbeiten; dem Gerät wird kein tatsächliches inneres Einverständnis zugeschrieben. Diese Verwendung überträgt den allgemeinen Gedanken der Annahme auf einen Vorgang.

akzeptieren: Synonyme und andere Wörter

Bei einem Vorschlag oder Angebot

annehmen · sich einverstanden erklären

Annehmen passt zum Vorschlag oder Angebot, das zur vereinbarten Lösung wird. Begrüßen würde eine positive Haltung hinzufügen, die bei akzeptieren nicht in jedem Fall mitgemeint ist.

‚Die Gruppen akzeptieren den Termin.‘ → ‚Die Gruppen nehmen den vorgeschlagenen Termin an.‘ Der Termin muss nicht die ursprüngliche Wunschlösung aller Beteiligten sein.

Bei einer unerwünschten Tatsache

hinnehmen · gelten lassen

Hinnehmen passt besonders dann, wenn jemand etwas nicht gut findet, aber nicht weiter dagegen handelt oder die Gegebenheit anerkennt. Gutheißen würde die Bewertung verschieben.

‚Tessa akzeptiert die Absage, obwohl sie enttäuscht ist.‘ → ‚Tessa nimmt die Absage hin, obwohl sie enttäuscht ist.‘ ‚Sie begrüßt die Absage‘ wäre eine andere Aussage.

Bei einer Person oder Rolle

anerkennen · gelten lassen

Anerkennen kann die Stellung oder Berechtigung einer Person betreffen. Mögen würde eine persönliche Zuneigung behaupten und ist deshalb keine allgemeine Alternative.

‚Das Team akzeptiert sie als Leiterin.‘ → ‚Das Team erkennt sie als Leiterin an.‘ Beide Sätze lassen offen, ob jede Entscheidung Zustimmung findet.

Beispiele und Verwendung

„Wir akzeptieren den späteren Beginn, möchten die vereinbarte Dauer aber beibehalten.“

Die Aussage nennt den angenommenen Vorschlag und zugleich seine Grenze. Ein bloßes Wir akzeptieren das wäre weniger eindeutig.

„Das Formular akzeptiert nur Eingaben im vorgesehenen Format.“

Hier ist eine technische Bedingung gemeint. Es geht um Verarbeitung oder Zulassung, nicht um eine menschliche Bewertung.

„Die Figur akzeptiert ihre Niederlage und gratuliert der Siegerin.“

Das Verhalten zeigt, dass sie das Ergebnis hinnimmt. Daraus folgt weder, dass sie verlieren wollte, noch dass sie über das Ergebnis erfreut ist.

Grammatik und Beugung

Akzeptieren ist ein schwaches, nicht trennbares Verb mit dem Hilfsverb haben: sie hat akzeptiert. Das Partizip II steht ohne ge-. Die Schreibung lautet akzeptieren mit kz und ie; geakzeptiert ist keine richtige Partizipform.

Häufig steht ein Akkusativobjekt: den Vorschlag, die Entscheidung, einen Menschen akzeptieren. Auch ein dass-Satz ist möglich: Wir akzeptieren, dass der Raum nicht verfügbar ist. Eine Rollenangabe folgt mit als: jemanden als Leiter akzeptieren. Der Infinitiv mit zu lautet zu akzeptieren.

Die du-Aufforderung lautet akzeptier! oder akzeptiere!. Solche Aufforderungen können im Gespräch schroff wirken; die grammatische Form erklärt noch nicht, ob die Forderung angemessen ist. Die dezent markierten Teile sind echte Beugungsendungen.

akzeptieren: einfache Aktivformen
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichakzeptiereakzeptierteakzeptiereakzeptierte
duakzeptierstakzeptiertestakzeptierestakzeptiertest
er/sie/esakzeptiertakzeptierteakzeptiereakzeptierte
wirakzeptierenakzeptiertenakzeptierenakzeptierten
ihrakzeptiertakzeptiertetakzeptieretakzeptiertet
sie/Sieakzeptierenakzeptiertenakzeptierenakzeptierten
akzeptieren: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe akzeptierthatte akzeptiert
duhast akzeptierthattest akzeptiert
er/sie/eshat akzeptierthatte akzeptiert
wirhaben akzeptierthatten akzeptiert
ihrhabt akzeptierthattet akzeptiert
sie/Siehaben akzeptierthatten akzeptiert
akzeptieren: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde akzeptierenwerde akzeptiert haben
duwirst akzeptierenwirst akzeptiert haben
er/sie/eswird akzeptierenwird akzeptiert haben
wirwerden akzeptierenwerden akzeptiert haben
ihrwerdet akzeptierenwerdet akzeptiert haben
sie/Siewerden akzeptierenwerden akzeptiert haben
akzeptieren: Konjunktiv I: Perfekt und Futur
PersonPerfektFutur IFutur II
ichhabe akzeptiertwerde akzeptierenwerde akzeptiert haben
duhabest akzeptiertwerdest akzeptierenwerdest akzeptiert haben
er/sie/eshabe akzeptiertwerde akzeptierenwerde akzeptiert haben
wirhaben akzeptiertwerden akzeptierenwerden akzeptiert haben
ihrhabet akzeptiertwerdet akzeptierenwerdet akzeptiert haben
sie/Siehaben akzeptiertwerden akzeptierenwerden akzeptiert haben
akzeptieren: Konjunktiv II: Vergangenheit und würde-Formen
PersonVergangenheitwürde-Formwürde-Form der Vergangenheit
ichhätte akzeptiertwürde akzeptierenwürde akzeptiert haben
duhättest akzeptiertwürdest akzeptierenwürdest akzeptiert haben
er/sie/eshätte akzeptiertwürde akzeptierenwürde akzeptiert haben
wirhätten akzeptiertwürden akzeptierenwürden akzeptiert haben
ihrhättet akzeptiertwürdet akzeptierenwürdet akzeptiert haben
sie/Siehätten akzeptiertwürden akzeptierenwürden akzeptiert haben
akzeptieren: Aufforderungen und infinite Formen
FormWortform
Imperativ (du)akzeptier / akzeptiere
Imperativ (ihr)akzeptiert
Höfliche Aufforderungakzeptieren Sie
Infinitiv mit zuzu akzeptieren
Partizip Iakzeptierend
Partizip IIakzeptiert

Die einfache Form des Konjunktivs II stimmt hier mit dem Präteritum überein. Für eine klar erkennbare Möglichkeit oder Bedingung wird häufig die würde-Form verwendet. Die Tabellen zeigen Aktivformen; bei passiver Formulierung heißt es beispielsweise Der Vorschlag wird akzeptiert; der Vorschlag ist akzeptiert worden.

Herkunft

Das Verb geht auf lateinisch acceptare zurück, eine verstärkende Bildung zu accipere im Sinn von annehmen. Dazu gehört die lateinische Grundlage capere, nehmen oder fassen. Im Deutschen bezeichnet Akzeptanz die Annahme oder Anerkennung; akzeptabel beschreibt etwas, das angenommen werden kann.

Akzeptieren, akzeptiert und akzeptabel

Richtig ist akzeptieren, mit kz und -ieren. Das zugehörige Nomen Akzeptanz wird großgeschrieben. In „ein akzeptierter Vorschlag“ beschreibt das Partizip, dass die Annahme erfolgt ist. Das verwandte Adjektiv akzeptabel sagt dagegen, dass etwas annehmbar erscheint. Eine akzeptable Lösung kann noch zur Entscheidung stehen.

Bei Personen nennt „als“ oft die angenommene Rolle: „Das Team akzeptiert sie als Leiterin.“ Der Satz betrifft ihre Stellung im Team. Ob jede einzelne Entscheidung Zustimmung findet, bleibt offen. Eine pauschale Ersetzung durch mögen wäre deshalb ungenau.

Im eigenen Text die Reichweite klären

„Wir akzeptieren das“ ist kurz, kann aber vieles bedeuten. Präziser ist etwa: „Wir akzeptieren den späteren Beginn, möchten die angekündigte Dauer jedoch beibehalten.“ Die Aussage benennt, was angenommen wird und wo die Grenze liegt. Das hilft in sachlichen E-Mails und bei Vereinbarungen. Auch in einer Figurenbeschreibung lohnt diese Unterscheidung: Wer eine Niederlage akzeptiert, hat sie nicht notwendigerweise gutgeheißen oder von Anfang an erwartet.

Weitere sprachliche Handlungen findest du im Wörterbuch der Verben.