durchgehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchgehen
- Worttrennung
- durch·ge·hen
- Präsens
- geht durch
- Präteritum
- ging durch; durchging in der zweiten Tabellenbedeutung
- Partizip II
- durchgegangen (trennbar); durchgangen (untrennbar)
- Hilfsverb
- sein beim trennbaren Verb, auch beim Prüfen; haben beim seltenen untrennbaren Durchqueren
Das häufige Verb ist stark und trennbar: geht durch, ging durch, ist durchgegangen. Das Perfekt verwendet auch beim Prüfen sein: Wir sind den Plan durchgegangen. Mit zu heißt es durchzugehen.
Durchgehen bedeutet unter anderem, einen Bereich zu durchqueren, etwas prüfend durchzusehen oder angenommen zu werden. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus den Ergänzungen und der Situation.
Bewegung, Prüfung und Zustimmung
Räumlich heißt durchgehen, auf einem Weg oder durch eine Öffnung hindurchzugelangen. Umgangssprachlich kann auch ein Gegenstand durchgehen, wenn er durch eine enge Stelle passt. Eine Verbindung kann bis zu einem Ziel durchgehen, also ohne Wechsel dorthin führen. Bei einem Ablauf kann das Verb eine längere Fortdauer ohne größere Pause beschreiben.
Wer eine Liste durchgeht, betrachtet ihre Punkte nacheinander. Dabei kann geprüft, gelesen oder gemeinsam besprochen werden. Ob jeder Punkt ausführlich untersucht wird, muss der Zusammenhang zeigen. Ein kurzer Überblick und eine sorgfältige Einzelprüfung sind nicht dasselbe.
Ein Antrag geht durch, wenn die zuständige Stelle ihn annimmt. Ein Fehler kann durchgehen, wenn er nicht beanstandet wird. Das bedeutet nicht zwingend, dass er unbemerkt bleibt: Er kann auch erkannt und trotzdem hingenommen werden. Als neu durchgehen heißt wiederum, für neu gehalten zu werden.
Bei einem Pferd kann durchgehen ein plötzliches unkontrolliertes Davonstürmen bezeichnen. Umgangssprachlich heißt mit der Kasse durchgehen, mit fremdem Geld heimlich zu verschwinden. Diese Verwendung darf nicht mit einem gewöhnlichen Ortswechsel verwechselt werden. Auch das heimliche Verlassen einer Partnerschaft kann so beschrieben werden.
Kein Ersatz passt für alle Bedeutungen
| Alternative | Passende Lesart | Unterschied |
|---|---|---|
| durchqueren | durch einen Bereich gehen | Räumlich; kein Ersatz für das Prüfen einer Liste. |
| durchsehen | Unterlagen nacheinander betrachten | Betont das Lesen oder Prüfen, ohne ein Gespräch vorauszusetzen. |
| angenommen werden | ein Antrag oder Vorschlag | Sachlicher und auf die Entscheidung bezogen. |
| davonstürmen | ein Tier entzieht sich der Kontrolle | Betont die schnelle Fluchtbewegung. |
Prüfen oder gemeinsam besprechen
Ausgangssatz: Wir gehen vor der Abgabe alle Angaben durch.
Alternative: Wir prüfen vor der Abgabe alle Angaben.
Prüfen macht den Zweck deutlicher: Es geht darum, die Angaben auf bestimmte Anforderungen oder Fehler hin zu untersuchen. Durchgehen kann auch ein gemeinsames Vorlesen oder Besprechen meinen. Die Alternative ist deshalb nur dann genau, wenn tatsächlich eine Kontrolle stattfindet.
Eine Entscheidung sachlich darstellen
Ausgangssatz: Der Vorschlag ist im Ausschuss durchgegangen.
Alternative: Der Ausschuss hat den Vorschlag angenommen.
Beide eigenen Sätze beschreiben die positive Entscheidung. Die Alternative nennt die entscheidende Stelle als Subjekt. Keiner der Sätze behauptet Einstimmigkeit oder erklärt, warum der Vorschlag angenommen wurde.
Durchgegangen und durchgangen unterscheiden
Das häufige Verb ist stark und trennbar: geht durch, ging durch, ist durchgegangen. Das Perfekt verwendet auch beim Prüfen sein: Wir sind den Plan durchgegangen. Mit zu heißt es durchzugehen.
Konjugation von durchgehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe durch | ging durch | gehe durch | ginge durch |
| du | gehst durch | gingst durch | gehest durch | gingest durch |
| er/sie/es | geht durch | ging durch | gehe durch | ginge durch |
| wir | gehen durch | gingen durch | gehen durch | gingen durch |
| ihr | geht durch | gingt durch | gehet durch | ginget durch |
| sie/Sie | gehen durch | gingen durch | gehen durch | gingen durch |
Konjugation von durchgehenSechs Personen mit finiten Formen. Gehend durchqueren: untrennbar.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | durchgehe | durchging | durchgehe | durchginge |
| du | durchgehst | durchgingst | durchgehest | durchgingest |
| er/sie/es | durchgeht | durchging | durchgehe | durchginge |
| wir | durchgehen | durchgingen | durchgehen | durchgingen |
| ihr | durchgeht | durchgingt | durchgehet | durchginget |
| sie/Sie | durchgehen | durchgingen | durchgehen | durchgingen |
Daneben gibt es ein nicht trennbares Verb mit der Bedeutung gehend durchqueren: durchgeht, durchging, hat durchgangen. Hier liegt die Betonung auf dem zweiten Bestandteil. Die Formen gehören zu unterschiedlichen Konstruktionen und sollten nicht wahllos vermischt werden.
Beim Prüfen steht ein Akkusativobjekt: einen Text durchgehen. Für eine Bewegung kann durch mit Akkusativ stehen: durch den Flur durchgehen. Bei einer Annahme wird dagegen die Sache zum Subjekt: Der Antrag geht durch.
Genau benennen, was geschehen ist
In sachlichen Texten ist Der Ausschuss hat zugestimmt oft genauer als Es ist durchgegangen. Auch akzeptieren kann passen, doch Annahme bedeutet nicht immer Begeisterung. Bei einer Prüfung sollte ergänzt werden, ob Unterlagen nur gelesen, gemeinsam besprochen oder nach festen Kriterien kontrolliert wurden.
