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kapitulieren

Form & Grammatik

VerbFremdwort
Lemma
kapitulieren
Wortart
Schwaches Verb
Worttrennung
ka·pi·tu·lie·ren
Stammformen
kapituliert – kapitulierte – hat kapituliert
Hilfsverb
haben
Ergänzungen
Ohne Akkusativobjekt; vor jemandem oder etwas kapitulieren: vor + Dativ.
Gebrauch
Nicht trennbar, nicht reflexiv; militärische und übertragene Verwendung unterscheiden.

Definition · kurz erklärt

kapitulieren bedeutet militärisch, sich dem Gegner zu ergeben und den Widerstand aufzugeben. Übertragen heißt es, angesichts einer Schwierigkeit aufzugeben oder nicht weiter dagegen anzukämpfen.

Bedeutungen

Sich dem militärischen Gegner ergeben

Eine Truppe oder Kriegspartei kapituliert, wenn sie den Widerstand aufgibt und sich dem Gegner ergibt. Nicht jede Unterbrechung eines Kampfes ist bereits eine Kapitulation.

„Nach den Verhandlungen kapitulierte die eingeschlossene Truppe.“

Das Beispiel bezeichnet ein Ergebnis. Über die genauen Bedingungen oder die Motive einzelner Beteiligter informiert es nicht.

Angesichts einer Schwierigkeit aufgeben

Übertragen kann jemand vor einer Aufgabe, einem Problem oder einem Widerstand kapitulieren. Das Wort stellt die Schwierigkeit bildhaft als einen Gegner dar.

„Vor dem komplizierten Formular wollte er zunächst kapitulieren, suchte sich dann aber Unterstützung.“

Die erste Reaktion ist Entmutigung. Der weitere Verlauf zeigt, dass die Person die Aufgabe schließlich doch angeht.

kapitulieren: Synonyme und andere Wörter

Die militärische Handlung benennen

sich ergeben · den Widerstand aufgeben

Sich ergeben passt zum militärischen Sinn. Eine Niederlage erleiden bezeichnet dagegen den Ausgang einer Auseinandersetzung und nicht zwingend dieselbe Handlung.

„Die Einheit kapitulierte.“ – „Die Einheit ergab sich dem Gegner.“ Hier bleibt die zentrale Aussage erhalten.

Die übertragene Reaktion beschreiben

aufgeben · resignieren

Aufgeben ist weiter gefasst und kann auch einen bewussten Verzicht ohne Entmutigung meinen. Resignieren betont das entmutigte Nachlassen der Hoffnung; kapitulieren stellt das Aufgeben als Reaktion auf einen Widerstand dar.

„Sie kapitulierte vor der Aufgabe.“ – „Sie gab die Aufgabe auf.“ Der zweite Satz verzichtet auf das Bild eines übermächtigen Gegners.

Beispiele und Verwendung

„Der Bericht unterscheidet zwischen Verhandlungen und der späteren Kapitulation der Truppe.“

Das Wort bezeichnet ein bestimmtes Ergebnis, nicht jedes Gespräch mit der Gegenseite.

„Vor dem unübersichtlichen Fahrplan wollte Mila zunächst kapitulieren, fragte dann aber nach.“

Die bildhafte Formulierung beschreibt ihre erste Reaktion. Der zweite Satzteil zeigt, dass sie schließlich einen anderen Weg wählt.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen lauten kapituliert – kapitulierte – hat kapituliert. Das Verb ist schwach und nicht trennbar; das Partizip II erhält kein ge-. Der Infinitiv mit zu lautet zu kapitulieren.

Kapitulieren braucht kein Akkusativobjekt. Man kapituliert oder kapituliert vor jemandem beziehungsweise etwas. In dieser Verbindung steht vor mit Dativ: vor der Schwierigkeit, vor dem Gegner. Das unterscheidet den Satzbau von die Aufgabe aufgeben.

kapitulieren: einfache Aktivformen
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichkapitulierekapituliertekapitulierekapitulierte
dukapitulierstkapituliertestkapitulierestkapituliertest
er/sie/eskapituliertkapituliertekapitulierekapitulierte
wirkapitulierenkapituliertenkapitulierenkapitulierten
ihrkapituliertkapituliertetkapitulieretkapituliertet
sie/Siekapitulierenkapituliertenkapitulierenkapitulierten
kapitulieren: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe kapitulierthatte kapituliert
duhast kapitulierthattest kapituliert
er/sie/eshat kapitulierthatte kapituliert
wirhaben kapitulierthatten kapituliert
ihrhabt kapitulierthattet kapituliert
sie/Siehaben kapitulierthatten kapituliert
kapitulieren: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde kapitulierenwerde kapituliert haben
duwirst kapitulierenwirst kapituliert haben
er/sie/eswird kapitulierenwird kapituliert haben
wirwerden kapitulierenwerden kapituliert haben
ihrwerdet kapitulierenwerdet kapituliert haben
sie/Siewerden kapitulierenwerden kapituliert haben
kapitulieren: Konjunktiv I: Perfekt und Futur
PersonPerfektFutur IFutur II
ichhabe kapituliertwerde kapitulierenwerde kapituliert haben
duhabest kapituliertwerdest kapitulierenwerdest kapituliert haben
er/sie/eshabe kapituliertwerde kapitulierenwerde kapituliert haben
wirhaben kapituliertwerden kapitulierenwerden kapituliert haben
ihrhabet kapituliertwerdet kapitulierenwerdet kapituliert haben
sie/Siehaben kapituliertwerden kapitulierenwerden kapituliert haben
kapitulieren: Konjunktiv II: Vergangenheit und würde-Formen
PersonVergangenheitwürde-Formwürde-Form der Vergangenheit
ichhätte kapituliertwürde kapitulierenwürde kapituliert haben
duhättest kapituliertwürdest kapitulierenwürdest kapituliert haben
er/sie/eshätte kapituliertwürde kapitulierenwürde kapituliert haben
wirhätten kapituliertwürden kapitulierenwürden kapituliert haben
ihrhättet kapituliertwürdet kapitulierenwürdet kapituliert haben
sie/Siehätten kapituliertwürden kapitulierenwürden kapituliert haben
kapitulieren: Aufforderungen und infinite Formen
FormWortform
Imperativ (du)kapitulier / kapituliere
Imperativ (ihr)kapituliert
Höfliche Aufforderungkapitulieren Sie
Infinitiv mit zuzu kapitulieren
Partizip Ikapitulierend
Partizip IIkapituliert

Die einfache Form des Konjunktivs II stimmt hier mit dem Präteritum überein. Für eine klar erkennbare Möglichkeit oder Bedingung wird häufig die würde-Form verwendet. Die Tabellen zeigen Aktivformen.

Herkunft

Das Wort wurde aus französisch capituler übernommen. Dahinter steht mittellateinisch capitulare im Sinn von verhandeln, das auf lateinisch capitulum, hier ein Abschnitt oder Artikel, zurückgeht. Die ältere Vorstellung von Verhandlungen oder vereinbarten Artikeln ist von der heutigen Bedeutung des Sich-Ergebens zu unterscheiden.