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kochen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
kochen
Worttrennung
ko·chen
Präsens
er/sie/es kocht
Präteritum
er/sie/es kochte
Partizip II
gekocht
Perfekt
hat gekocht
Hilfsverb
haben
Infinitiv
kochen

Gebrauch: Schwaches Verb. Vor Wut kochen ist bildlich und umgangssprachlich.

Ergänzungen: etwas kochen; für jemanden kochen; eine Flüssigkeit kocht

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kochen kann das Zubereiten einer Mahlzeit, das Garen in Flüssigkeit oder das Sieden einer Flüssigkeit bezeichnen. Übertragen spricht man auch davon, dass jemand vor Wut kocht. Welche Bedeutung vorliegt, zeigen das Subjekt und die Ergänzungen im Satz.

Bedeutungen

Essen zubereiten und Lebensmittel garen

„Ich koche heute“ beschreibt die Zubereitung einer Mahlzeit. „Ich koche die Kartoffeln“ nennt dagegen einen bestimmten Gegenstand und ein Garverfahren. Beim Kochen als Garverfahren wird mit heißer Flüssigkeit gearbeitet; braten und backen bezeichnen andere Verfahren.

Im Alltag ist kochen auch ein weiter gefasstes Wort für die Arbeit in der Küche. Wer sagt, er koche für Freunde, muss damit nicht behaupten, dass jede Zutat in Wasser gegart wird.

Eine Flüssigkeit siedet

In „Das Wasser kocht“ ist die Flüssigkeit das Subjekt. Sie hat ihren Siedepunkt erreicht und bildet Dampfblasen. Heiß sein reicht für diese Bedeutung noch nicht aus. Der Ausdruck bedeutet auch nicht pauschal „über 100 Grad warm sein“.

Eine Speise kann ebenfalls als kochend beschrieben werden, wenn ihre Flüssigkeit siedet. Für eine genaue Arbeitsanweisung sind Temperatur, Dauer und Lebensmittel wichtiger als das Verb allein.

Weitere Verwendungen

Bei Textilien bezeichnet kochen das Waschen bei sehr hoher Temperatur. Das ist eine andere Verwendung als die Zubereitung von Essen. In technischen Zusammenhängen kann auch das starke Erhitzen bestimmter Stoffe gemeint sein, etwa um sie zu verflüssigen.

Wenn ein Mensch vor Wut kocht, wird seine starke Erregung bildlich ausgedrückt. Er ist sehr wütend; eine tatsächliche Temperaturangabe ist damit nicht verbunden.

kochen: Synonyme und andere Wörter

In der Küche

zubereiten · garen · sieden

Zubereiten ist am weitesten gefasst und schließt auch kalte Speisen ein. Garen bezeichnet die Veränderung durch Wärme, legt aber noch nicht das Verfahren fest. Sieden passt zur kochenden Flüssigkeit.

„Er kocht ein Abendessen.“ → „Er bereitet ein Abendessen zu.“ Die zweite Fassung lässt die einzelnen Arbeitsschritte offen und behauptet kein bestimmtes Garverfahren.

Bei starker Erregung

sehr wütend sein · innerlich brodeln

Die erste Umschreibung benennt das Gefühl direkt. Innerlich brodeln erhält das Bild einer heftigen Bewegung und kann betonen, dass die Erregung noch nicht offen gezeigt wird.

„Nach dem unfairen Vorwurf kocht sie vor Wut.“ → „Nach dem unfairen Vorwurf ist sie sehr wütend.“ Der Ersatz macht die bildliche Formulierung unmittelbar verständlich.

Verwendung und Beispiele

„Während Jonas die Suppe kochte, schnitt Elif das Brot und deckte den Tisch.“

Das Beispiel unterscheidet die Zubereitung der warmen Speise von anderen Tätigkeiten. Nicht jeder Arbeitsschritt einer gemeinsamen Mahlzeit wird deshalb zu einem eigenen Kochvorgang.

„Er lächelte knapp, doch innerlich kochte er vor Wut.“

Der Gegensatz zwischen äußerem Auftreten und innerer Erregung macht die Figur anschaulich. Die Formulierung beschreibt diesen Moment; sie beweist keine dauerhafte Eigenschaft wie Jähzorn.

Grammatik

Die Stammformen sind kochen – kochte – hat gekocht. Das Hilfsverb lautet in den beschriebenen aktiven Verwendungen haben: Sie hat gekocht. Ebenso: Das Wasser hat gekocht.

Mit einer zubereiteten Speise steht ein Akkusativobjekt: eine Suppe kochen. Ein Empfänger lässt sich mit Dativ oder für ergänzen: dem Kind einen Brei kochen, für das Kind kochen. Das sind unterschiedliche Satzanschlüsse, keine anderen Stammformen.

Die Worttrennung lautet ko·chen. Als Verb wird das Wort kleingeschrieben. Bei substantivischem Gebrauch heißt es dagegen das Kochen, zum Beispiel „Beim Kochen höre ich Musik.“

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichkochekochte
dukochstkochtest
er/sie/eskochtkochte
wirkochenkochten
ihrkochtkochtet
sie/Siekochenkochten
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe gekochthatte gekocht
duhast gekochthattest gekocht
er/sie/eshat gekochthatte gekocht
wirhaben gekochthatten gekocht
ihrhabt gekochthattet gekocht
sie/Siehaben gekochthatten gekocht
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde kochenwerde gekocht haben
duwirst kochenwirst gekocht haben
er/sie/eswird kochenwird gekocht haben
wirwerden kochenwerden gekocht haben
ihrwerdet kochenwerdet gekocht haben
sie/Siewerden kochenwerden gekocht haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichkochekochte
dukochestkochtest
er/sie/eskochekochte
wirkochenkochten
ihrkochetkochtet
sie/Siekochenkochten
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe gekochthätte gekocht
duhabest gekochthättest gekocht
er/sie/eshabe gekochthätte gekocht
wirhaben gekochthätten gekocht
ihrhabet gekochthättet gekocht
sie/Siehaben gekochthätten gekocht
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
ichwerde kochenwürde kochen
duwerdest kochenwürdest kochen
er/sie/eswerde kochenwürde kochen
wirwerden kochenwürden kochen
ihrwerdet kochenwürdet kochen
sie/Siewerden kochenwürden kochen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde + Partizip II + haben
ichwerde gekocht habenwürde gekocht haben
duwerdest gekocht habenwürdest gekocht haben
er/sie/eswerde gekocht habenwürde gekocht haben
wirwerden gekocht habenwürden gekocht haben
ihrwerdet gekocht habenwürdet gekocht haben
sie/Siewerden gekocht habenwürden gekocht haben
Imperativ
FormWortform
dukoch! / koche!
ihrkocht!
Siekochen Sie!
Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitivkochen
Partizip Ikochend
Partizip IIgekocht

Redewendungen und feste Verbindungen

Auch nur mit Wasser kochen

Die Wendung erinnert daran, dass andere ebenfalls gewöhnliche Mittel und begrenzte Fähigkeiten haben. Sie kann übertriebene Ehrfurcht abbauen, ohne zu behaupten, dass alle gleich gut sind.

„Die erfahrene Gruppe kocht auch nur mit Wasser – wir sollten unseren eigenen Lösungsweg ausprobieren.“ Hier macht die Wendung Mut. Sie ist kein sachlicher Nachweis gleicher Leistungen.

Sein eigenes Süppchen kochen

Wer sein eigenes Süppchen kocht, verfolgt eigene Vorhaben, oft ohne sich mit den anderen abzustimmen. Die Formulierung kann eine kritische Bewertung enthalten.

„Statt die gemeinsame Ausstellung zu planen, kochte jede Abteilung ihr eigenes Süppchen.“ Gemeint sind getrennte Interessen und fehlende Zusammenarbeit, keine verschiedenen Mahlzeiten.