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madigmachen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
madigmachen
Worttrennung
ma·dig·ma·chen
Präsens
macht madig
Präteritum
machte madig
Partizip II
madiggemacht
Perfekt
hat madiggemacht
Hilfsverb
haben
Infinitiv
madigmachen
Trennbarkeit
trennbar

Reflexiver Gebrauch: bedeutungsabhängig: sich madigmachen = sich unbeliebt machen

Gebrauch: Schwach, umgangssprachlich. Etwas oder jemanden herabsetzen; jemandem etwas verleiden; reflexiv sich unbeliebt machen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Madigmachen bedeutet umgangssprachlich, jemanden oder etwas schlechtzumachen oder einer Person die Freude an etwas zu verderben. Wer sich bei anderen madigmacht, macht sich bei ihnen unbeliebt. Die genaue Bedeutung hängt davon ab, wer oder was betroffen ist.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Jemanden oder etwas schlecht darstellen

Man kann einen Vorschlag, eine Leistung oder eine andere Person madigmachen. Die Formulierung bewertet die Kritik selbst: Sie stellt sie als herabsetzend dar. Wer von Madigmachen spricht, hält die Darstellung also nicht für eine bloß sachliche Beschreibung.

Damit ist aber noch nicht bewiesen, dass jede einzelne Kritik falsch ist. In einer Zusammenfassung sollte deutlich bleiben, ob die Erzählerin, eine beteiligte Figur oder die eigene Analyse dieses Urteil fällt.

„Die Figur wirft ihrem Kollegen vor, ihren Vorschlag vor dem ganzen Team madigzumachen.“

Der Satz ordnet den Vorwurf einer Person zu. Ob die Kritik tatsächlich unfair war, ist damit noch nicht abschließend entschieden.

Bedeutung 2: Jemandem die Freude an etwas nehmen

In der Verbindung jemandem etwas madigmachen geht es um die Wirkung auf eine Person: Sie verliert durch die abwertende Darstellung Lust oder Freude an einer Sache. Das kann eine geplante Reise, eine Mahlzeit oder eine bevorstehende Veranstaltung betreffen.

Die betroffene Person steht gewöhnlich im Dativ. Die Sache, an der ihr die Freude genommen wird, ist das Akkusativobjekt. Nicht jede Warnung hat diese Wirkung; ein nachvollziehbarer Hinweis kann auch eine Entscheidung ermöglichen, ohne die Vorfreude zu zerstören.

„Mit seinen ständigen abfälligen Bemerkungen machte er ihr den Ausflug madig.“

Ihr bezeichnet die betroffene Person, den Ausflug die Sache. Der Satz nennt das wiederholte abwertende Reden als Auslöser.

Bedeutung 3: Sich bei anderen unbeliebt machen

Reflexiv bedeutet sich madigmachen, durch sein Auftreten oder Verhalten bei anderen an Ansehen zu verlieren. Die Formulierung betrifft hier die Beziehung zur eigenen Person, nicht unbedingt die Bewertung einer einzelnen Sache.

Ein genauer Text nennt, bei wem die Person unbeliebt wird und welche Handlung dazu führt. Sonst bleibt die Aussage schnell ein pauschales Urteil über das ganze Verhalten.

„Durch seine wiederholten persönlichen Angriffe machte er sich bei mehreren Gruppenmitgliedern madig.“

Die Reaktion ist auf mehrere Mitglieder begrenzt. Daraus folgt nicht, dass ihn nun alle Menschen ablehnen.

madigmachen: Synonyme und andere Wörter

Abwertend darstellen

schlechtmachen · herabsetzen · abwerten

Schlechtmachen liegt sehr nahe an madigmachen. Herabsetzen und abwerten können sachlicher klingen, beschreiben aber ebenfalls eine Verringerung des zugeschriebenen Wertes. Kritisieren ist weiter und kann auch begründet und konstruktiv sein.

„Sie macht seine Arbeit madig“ lässt sich als „Sie setzt seine Arbeit herab“ wiedergeben. „Sie kritisiert seine Arbeit“ nimmt dagegen einen Teil der abwertenden Bewertung zurück.

Die Freude verderben

verleiden · die Freude nehmen · die Lust verderben

Diese Wendungen passen zur Wirkung auf die betroffene Person. Sie sind keine genaue Umschreibung einer bloßen öffentlichen Herabsetzung, wenn über die Empfindung der Person nichts bekannt ist.

„Er machte ihr die Feier madig“ → „Er verdarb ihr die Freude an der Feier.“ Beide Fassungen beziehen sich auf ihre Empfindung.

Das eigene Ansehen verlieren

sich unbeliebt machen · andere gegen sich aufbringen

Sich unbeliebt machen entspricht dem reflexiven Gebrauch. Andere gegen sich aufbringen betont eine deutlich ablehnende Reaktion und kann stärker sein.

„Sie machte sich damit im Team madig“ → „Sie machte sich damit im Team unbeliebt.“ Der Bezug auf die eigene Person bleibt erhalten.

Beispiele und Verwendung

„Der Hinweis auf ein echtes Problem ist nicht schon deshalb Madigmachen, weil er unangenehm ist.“

Das Beispiel trennt sachliche Kritik von ihrer pauschalen Abwertung. Das substantivierte Madigmachen wird großgeschrieben.

„Lass dir die geplante Reise nicht durch jedes abfällige Urteil madigmachen.“

Der Satz enthält eine Aufforderung und bezieht sich auf die Wirkung der Urteile. Er besagt nicht, dass sachliche Einwände ignoriert werden sollen.

„Sie habe sich mit dem Kommentar bei ihren Freunden madiggemacht, meinte die Erzählerin.“

Konjunktiv I und Begleitsatz markieren eine wiedergegebene Bewertung. Nicht alle möglichen Reaktionen der Freunde werden als sichere Tatsache dargestellt.

Grammatik und Beugung

Madigmachen ist ein schwaches, trennbares Verb. Die Grundreihe lautet macht madig – machte madig – hat madiggemacht. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Die Worttrennung lautet ma·dig·ma·chen.

Die Ergänzungen unterscheiden die Verwendung: jemanden oder etwas madigmachen; jemandem etwas madigmachen; sich bei jemandem madigmachen. Der reflexive Gebrauch gehört zur Bedeutung „sich unbeliebt machen“ und ist keine beliebig austauschbare Variante aller Sätze.

Im Hauptsatz heißt es „Er macht den Vorschlag madig“, im Nebensatz „weil er den Vorschlag madigmacht“. Der Infinitiv mit zu wird zusammengeschrieben: madigzumachen.

Die Klammern in den Tabellen kennzeichnen die nur für den reflexiven Gebrauch hinzukommenden Pronomen. „Ich mache madig“ benötigt im normalen Satz eine passende Ergänzung; „ich mache mich madig“ hat einen anderen Bezug. Die Tabellen zeigen Formen, keine vollständigen Beispielsätze für jeden Bedeutungsfall.

madigmachen: Indikativ – Präsens und Präteritum (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonPräsensPräteritum
ichmache (mich) madigmachte (mich) madig
dumachst (dich) madigmachtest (dich) madig
er/sie/esmacht (sich) madigmachte (sich) madig
wirmachen (uns) madigmachten (uns) madig
ihrmacht (euch) madigmachtet (euch) madig
siemachen (sich) madigmachten (sich) madig
madigmachen: Indikativ – Perfekt und Plusquamperfekt (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe (mich) madiggemachthatte (mich) madiggemacht
duhast (dich) madiggemachthattest (dich) madiggemacht
er/sie/eshat (sich) madiggemachthatte (sich) madiggemacht
wirhaben (uns) madiggemachthatten (uns) madiggemacht
ihrhabt (euch) madiggemachthattet (euch) madiggemacht
siehaben (sich) madiggemachthatten (sich) madiggemacht
madigmachen: Indikativ – Futur I und Futur II (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonFutur IFutur II
ichwerde (mich) madigmachenwerde (mich) madiggemacht haben
duwirst (dich) madigmachenwirst (dich) madiggemacht haben
er/sie/eswird (sich) madigmachenwird (sich) madiggemacht haben
wirwerden (uns) madigmachenwerden (uns) madiggemacht haben
ihrwerdet (euch) madigmachenwerdet (euch) madiggemacht haben
siewerden (sich) madigmachenwerden (sich) madiggemacht haben
madigmachen: Konjunktiv i – Präsens und Perfekt (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonPräsensPerfekt
ichmache (mich) madighabe (mich) madiggemacht
dumachest (dich) madighabest (dich) madiggemacht
er/sie/esmache (sich) madighabe (sich) madiggemacht
wirmachen (uns) madighaben (uns) madiggemacht
ihrmachet (euch) madighabet (euch) madiggemacht
siemachen (sich) madighaben (sich) madiggemacht
madigmachen: Konjunktiv i – Futur I und Futur II (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonFutur IFutur II
ichwerde (mich) madigmachenwerde (mich) madiggemacht haben
duwerdest (dich) madigmachenwerdest (dich) madiggemacht haben
er/sie/eswerde (sich) madigmachenwerde (sich) madiggemacht haben
wirwerden (uns) madigmachenwerden (uns) madiggemacht haben
ihrwerdet (euch) madigmachenwerdet (euch) madiggemacht haben
siewerden (sich) madigmachenwerden (sich) madiggemacht haben
madigmachen: Konjunktiv ii – Präteritum und Plusquamperfekt (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonPräteritumPlusquamperfekt
ichmachte (mich) madighätte (mich) madiggemacht
dumachtest (dich) madighättest (dich) madiggemacht
er/sie/esmachte (sich) madighätte (sich) madiggemacht
wirmachten (uns) madighätten (uns) madiggemacht
ihrmachtet (euch) madighättet (euch) madiggemacht
siemachten (sich) madighätten (sich) madiggemacht
madigmachen: Konjunktiv ii – Futur I und Futur II (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonFutur IFutur II
ichwürde (mich) madigmachenwürde (mich) madiggemacht haben
duwürdest (dich) madigmachenwürdest (dich) madiggemacht haben
er/sie/eswürde (sich) madigmachenwürde (sich) madiggemacht haben
wirwürden (uns) madigmachenwürden (uns) madiggemacht haben
ihrwürdet (euch) madigmachenwürdet (euch) madiggemacht haben
siewürden (sich) madigmachenwürden (sich) madiggemacht haben
madigmachen: Aufforderungen (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
PersonForm
2. Person Singular [du]mach (dich) madig, mache (dich) madig!
2. Person Plural [ihr]macht (euch) madig!
madigmachen: unbestimmte Formen (Klammerpronomen nur im reflexiven Gebrauch)
FormWortform
Infinitiv mit zumadigzumachen
Partizip Imadigmachend
Partizip IImadiggemacht