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niederzwingen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
niederzwingen
Worttrennung
nie·der·zwin·gen
Präsens
zwingt nieder
Präteritum
zwang nieder
Partizip II
niedergezwungen
Perfekt
hat niedergezwungen
Hilfsverb
haben
Infinitiv
niederzwingen
Trennbarkeit
trennbar

Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv in den beschriebenen Verwendungen

Gebrauch: Gehoben; körperliches Überwältigen und übertragene Beherrschung eines Gefühls unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Niederzwingen bedeutet gehoben, jemanden mit Kraft oder Überlegenheit zu Boden zu bringen und dadurch zu besiegen. Übertragen kann man auch ein starkes Gefühl niederzwingen, es also mit Anstrengung unterdrücken oder beherrschen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Einen Gegner zu Boden oder zur Aufgabe zwingen

Das Verb beschreibt ein entschiedenes Überwältigen. Im wörtlichen Gebrauch wird eine Person zu Boden gezwungen. In einem weiter gefassten Kampfzusammenhang steht das Besiegen im Vordergrund.

Niederzwingen klingt stärker und gehobener als ein sachliches gewinnen. Wer ein Spiel nach Punkten gewinnt, muss den Gegner nicht im beschriebenen Sinn niedergezwungen haben. Die Wortwahl sollte zum tatsächlichen Ablauf passen.

Aus dem Verb folgt nicht, ob das Vorgehen gerechtfertigt oder regelkonform war. Ein Bericht muss solche Fragen durch die Beschreibung des Geschehens und die betreffenden Regeln beantworten.

„Im Ring gelang es ihm schließlich, den Gegner niederzuzwingen.“

Der genannte Wettkampf gibt den körperlichen Zusammenhang vor. Eine genaue Technik wird nicht beschrieben.

Bedeutung 2: Ein starkes Gefühl mühsam beherrschen

Übertragen lässt sich etwa Wut niederzwingen. Die Person setzt dem starken Gefühl etwas entgegen und hält es zurück. Das bedeutet nicht automatisch, dass es vollständig verschwunden ist.

In einer Erzählung kann dieses Verb einen inneren Widerstreit hervorheben. Welche Empfindung unterdrückt wird und woran sich das Beherrschen zeigt, sollte aus dem Text hervorgehen. Ein ruhiger Gesichtsausdruck allein beweist noch keinen solchen Kampf.

„Sie zwang ihre Wut nieder und antwortete erst, nachdem sie einige Schritte gegangen war.“

Die Wut wird ausdrücklich genannt. Der Satz beschreibt ihr Beherrschen, nicht ihr endgültiges Verschwinden.

niederzwingen: Synonyme und andere Wörter

Bei einem Gegner

überwältigen · niederringen · besiegen

Überwältigen und niederringen betonen Kraft oder Widerstand. Besiegen ist weiter und kann auch einen sachlicher beschriebenen Erfolg meinen. Ein bloßes Überreden wäre ein anderer Vorgang.

„Er zwang den Gegner nieder“ kann als „Er überwältigte den Gegner“ erklärt werden. Ob der Gegner dabei zu Boden geriet, müsste eine allgemeinere Umschreibung gegebenenfalls zusätzlich nennen.

Bei einem Gefühl

unterdrücken · beherrschen · zurückdrängen

Beherrschen betont die Kontrolle. Unterdrücken kann stärker das Verhindern des Ausdrucks hervorheben. Überwinden kann dagegen nahelegen, dass ein Gefühl tatsächlich hinter sich gelassen wird; das ist nicht immer mitgemeint.

„Sie zwang ihren Zorn nieder“ → „Sie beherrschte ihren Zorn mit Mühe.“ Die Mühe entspricht dem starken Ausdruck, eine dauerhafte Lösung wird nicht zugesichert.

Beispiele und Verwendung

„Im historischen Bericht wird der Widerstand erst nach langen Kämpfen niedergezwungen.“

Der Satz betont Kraft und Dauer. Er begründet keine politische Bewertung des Widerstands.

„Der Erzähler schildert, wie die Figur ihre aufsteigende Wut niederzwingt.“

Das Gefühl ist ausdrücklich benannt. Eine andere Figur könnte den inneren Vorgang nicht allein aus einer knappen Antwort sicher erkennen.

„Mit dem sachlichen Satz, sie habe das Spiel gewonnen, vermeidet der Bericht die dramatische Formulierung, sie habe die Gegnerin niedergezwungen.“

Der Vergleich zeigt einen Unterschied des Stils. Ob die stärkere Formulierung sachlich passt, hängt vom Spielverlauf ab.

Grammatik und Beugung

Niederzwingen ist ein starkes, trennbares Verb. Die Stammformen lauten zwingt nieder – zwang nieder – hat niedergezwungen. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Getrennt wird nie·der·zwin·gen.

Die betroffene Person oder das unterdrückte Gefühl steht im Akkusativ: „den Gegner niederzwingen“, „die Wut niederzwingen“. Das Verb ist in diesen Verwendungen nicht reflexiv.

Im Hauptsatz steht nieder getrennt: „Sie zwang die Wut nieder.“ Die Tabellen führen Hauptsatzformen. Der Konjunktiv II lautet etwa „ich zwänge nieder“. In der du-Form sind zwängest und zwängst belegt; die längere und kürzere Form dürfen nicht mit dem Präteritum zwangst verwechselt werden.

niederzwingen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich zwinge niederich zwang nieder
dudu zwingst niederdu zwangst nieder
er/sie/eser/sie/es zwingt niederer/sie/es zwang nieder
wirwir zwingen niederwir zwangen nieder
ihrihr zwingt niederihr zwangt nieder
siesie zwingen niedersie zwangen nieder
niederzwingen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe niedergezwungenich hatte niedergezwungen
dudu hast niedergezwungendu hattest niedergezwungen
er/sie/eser/sie/es hat niedergezwungener/sie/es hatte niedergezwungen
wirwir haben niedergezwungenwir hatten niedergezwungen
ihrihr habt niedergezwungenihr hattet niedergezwungen
siesie haben niedergezwungensie hatten niedergezwungen
niederzwingen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde niederzwingenich werde niedergezwungen haben
dudu wirst niederzwingendu wirst niedergezwungen haben
er/sie/eser/sie/es wird niederzwingener/sie/es wird niedergezwungen haben
wirwir werden niederzwingenwir werden niedergezwungen haben
ihrihr werdet niederzwingenihr werdet niedergezwungen haben
siesie werden niederzwingensie werden niedergezwungen haben
niederzwingen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich zwinge niederich habe niedergezwungen
dudu zwingest niederdu habest niedergezwungen
er/sie/eser/sie/es zwinge niederer/sie/es habe niedergezwungen
wirwir zwingen niederwir haben niedergezwungen
ihrihr zwinget niederihr habet niedergezwungen
siesie zwingen niedersie haben niedergezwungen
niederzwingen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich zwänge niederich hätte niedergezwungen
dudu zwängest nieder / du zwängst niederdu hättest niedergezwungen
er/sie/eser/sie/es zwänge niederer/sie/es hätte niedergezwungen
wirwir zwängen niederwir hätten niedergezwungen
ihrihr zwänget nieder / ihr zwängt niederihr hättet niedergezwungen
siesie zwängen niedersie hätten niedergezwungen
niederzwingen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
duzwing nieder! / zwinge nieder!
ihrzwingt nieder!
Siezwingen Sie nieder!
niederzwingen: Konjunktiv I Zukunft
PersonFutur IFutur II
ichich werde niederzwingenich werde niedergezwungen haben
dudu werdest niederzwingendu werdest niedergezwungen haben
er/sie/eser/sie/es werde niederzwingener/sie/es werde niedergezwungen haben
wirwir werden niederzwingenwir werden niedergezwungen haben
ihrihr werdet niederzwingenihr werdet niedergezwungen haben
siesie werden niederzwingensie werden niedergezwungen haben
niederzwingen: Konjunktiv II Zukunft
PersonFutur IFutur II
ichich würde niederzwingenich würde niedergezwungen haben
dudu würdest niederzwingendu würdest niedergezwungen haben
er/sie/eser/sie/es würde niederzwingener/sie/es würde niedergezwungen haben
wirwir würden niederzwingenwir würden niedergezwungen haben
ihrihr würdet niederzwingenihr würdet niedergezwungen haben
siesie würden niederzwingensie würden niedergezwungen haben
niederzwingen: unbestimmte Formen
FormWortform
Infinitivniederzwingen
Partizip Iniederzwingend
Partizip IIniedergezwungen

Niederzwingen und gewinnen

Gewinnen kann einen Erfolg in einem Wettbewerb neutral benennen. Niederzwingen rückt den Widerstand und dessen Überwindung in den Vordergrund. In einem Bericht über ein friedliches Brettspiel kann diese Wortwahl bewusst dramatisieren; sie ist nicht automatisch die genauere Beschreibung.