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öden

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
öden
Worttrennung
öden
Präsens
ödet
Präteritum
ödete
Partizip II
geödet
Perfekt
hat geödet
Hilfsverb
haben
Infinitiv
öden; mit zu: zu öden
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv in den hier erklärten Konstruktionen

Gebrauch: Langweilen: umgangssprachlich. Roden: landschaftlich. Eine Adjektivform wie den öden Vortrag gehört nicht zur Verbbeugung; auch anöden ist ein eigenständiges Verb.

Ergänzungen: jemanden öden (Akkusativ: langweilen); etwas öden (Akkusativ: landschaftlich roden)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Öden bedeutet umgangssprachlich, jemanden zu langweilen. Daneben gibt es die landschaftliche Bedeutung roden. Die gleiche Buchstabenfolge kann auch eine gebeugte Form des Adjektivs öde sein; erst der Satz zeigt, welche Wortart vorliegt.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Jemanden langweilen

Umgangssprachlich kann öden eine Wirkung auf eine Person bezeichnen: Etwas ist für sie langweilig oder uninteressant. Die Person steht als Objekt. Damit wird nicht behauptet, dass der Gegenstand für alle Menschen gleichermaßen uninteressant ist.

„Die immer gleiche Vorführung ödete die beiden Wartenden.“

Die Wartenden empfinden die Wiederholung als langweilig. Ob andere Gäste dabei etwas Neues entdecken, bleibt offen.

Bedeutung 2: Eine Fläche roden

Landschaftlich kann öden im Sinn von roden gebraucht werden. Es geht dann um das Beseitigen von Bewuchs auf einer Fläche. Diese Tätigkeit hat mit dem Langeweilegefühl der anderen Bedeutung nichts zu tun.

„In der landschaftlich gefärbten Erzählung ödeten die Siedler ein Stück des bewachsenen Geländes.“

Im Erzählzusammenhang wird eine Fläche gerodet. Der Satz beschreibt keine gelangweilten Personen und legt die genaue Arbeitsweise nicht fest.

öden: Synonyme und andere Wörter

Bei Langeweile

langweilen · für jemanden uninteressant sein

Langweilen ist die naheliegende überregionale Umschreibung. Für jemanden uninteressant sein beschreibt die Wirkung ebenfalls, braucht aber einen anderen Satzbau. Öden wirkt umgangssprachlich.

„Die Wiederholung ödet die Wartenden.“ → „Die Wiederholung langweilt die Wartenden.“

Die Wirkung auf dieselben Personen bleibt erhalten. Die zweite Fassung vermeidet den umgangssprachlichen Ausdruck.

Beim landschaftlichen Roden

roden · von Bewuchs befreien

Roden entspricht der zweiten, landschaftlichen Bedeutung. Von Bewuchs befreien erklärt den Vorgang allgemeiner. Beide Umschreibungen gehören zu einer Arbeit an einer Fläche; sie ersetzen nicht den Langeweilesinn.

„Die Siedler öden ein Stück Gelände.“ → „Die Siedler roden ein Stück Gelände.“

Im ausdrücklich landschaftlichen Erzählzusammenhang ist der Inhalt nahe. Die zweite Fassung ist ohne diesen regionalen Wortgebrauch verständlich.

Beispiele und Verwendung

Die Wortart unterscheiden

„Sie standen vor den öden Schaufenstern.“

Öden gehört hier zum Adjektiv öde und beschreibt die Schaufenster. Es ist kein finites Verb mit einem Subjekt, das etwas langweilt oder rodet.

Anöden ist ein anderes Verb

„Die Vorführung ödet ihn; die Vorführung ödet ihn an.“

Der erste Satz verwendet öden, der zweite das trennbare anöden. Die ähnliche Bedeutung macht an- nicht zu einer beliebigen Endung desselben Verbs.

Grammatik und Beugung

Öden wird schwach gebeugt: ödet, ödete, hat geödet. Die Worttrennung lautet öden; es wird keine zusätzliche Trennstelle im kurzen Wort eingefügt. Der zu-Infinitiv lautet zu öden.

Das Verb ist nicht trennbar und verlangt in den erklärten Verwendungen kein festes Reflexivpronomen. Die gelangweilte Person beziehungsweise die gerodete Sache steht im Akkusativ.

Die Adjektivform öden in mit öden Wiederholungen ist grammatisch anders gebaut. Sie darf nicht als Verbbeleg gelesen werden. Auch das trennbare anöden ist von diesem Grundverb zu unterscheiden.

Indikativ – Präsens
Person Form
ich öde
du ödest
er/sie/es ödet
wir öden
ihr ödet
sie öden
Indikativ – Präteritum
Person Form
ich ödete
du ödetest
er/sie/es ödete
wir ödeten
ihr ödetet
sie ödeten
Indikativ – Perfekt
Person Form
ich habe geödet
du hast geödet
er/sie/es hat geödet
wir haben geödet
ihr habt geödet
sie haben geödet
Indikativ – Plusquamperfekt
Person Form
ich hatte geödet
du hattest geödet
er/sie/es hatte geödet
wir hatten geödet
ihr hattet geödet
sie hatten geödet
Indikativ – Futur I
Person Form
ich werde öden
du wirst öden
er/sie/es wird öden
wir werden öden
ihr werdet öden
sie werden öden
Indikativ – Futur II
Person Form
ich werde geödet haben
du wirst geödet haben
er/sie/es wird geödet haben
wir werden geödet haben
ihr werdet geödet haben
sie werden geödet haben
Konjunktiv I – Präsens
Person Form
ich öde
du ödest
er/sie/es öde
wir öden
ihr ödet
sie öden
Konjunktiv I – Perfekt
Person Form
ich habe geödet
du habest geödet
er/sie/es habe geödet
wir haben geödet
ihr habet geödet
sie haben geödet
Konjunktiv I – Futur I
Person Form
ich werde öden
du werdest öden
er/sie/es werde öden
wir werden öden
ihr werdet öden
sie werden öden
Konjunktiv I – Futur II
Person Form
ich werde geödet haben
du werdest geödet haben
er/sie/es werde geödet haben
wir werden geödet haben
ihr werdet geödet haben
sie werden geödet haben
Konjunktiv II – Präteritum
Person Form
ich ödete
du ödetest
er/sie/es ödete
wir ödeten
ihr ödetet
sie ödeten
Konjunktiv II – Plusquamperfekt
Person Form
ich hätte geödet
du hättest geödet
er/sie/es hätte geödet
wir hätten geödet
ihr hättet geödet
sie hätten geödet
Konjunktiv II – Futur I
Person Form
ich würde öden
du würdest öden
er/sie/es würde öden
wir würden öden
ihr würdet öden
sie würden öden
Konjunktiv II – Futur II
Person Form
ich würde geödet haben
du würdest geödet haben
er/sie/es würde geödet haben
wir würden geödet haben
ihr würdet geödet haben
sie würden geödet haben
Imperativ
Person Form
2. Person Singular [du] öd, öde!
2. Person Plural [ihr] ödet!
Infinite Formen
Form Schreibung
Infinitiv mit zu zu öden
Partizip I ödend
Partizip II geödet