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ringen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ringen
Worttrennung
rin·gen
Präsens
ringt
Präteritum
rang
Partizip II
gerungen
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar

Körperlicher Kampf, Sport und mühevolles Bemühen unterscheiden. Die Hände ringen und sich aus jemandem ringen sind gehobene Verwendungen.

Reflexiver Gebrauch: mit sich ringen; gehoben auch sich aus jemandem ringen

Ergänzungen: mit jemandem/etwas (Dativ) ringen; um etwas (Akkusativ) ringen; nach etwas (Dativ) ringen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ringen bedeutet, körperlich mit jemandem zu kämpfen oder sich mit großer Anstrengung um etwas zu bemühen. Mit sich ringen beschreibt eine schwierige innere Auseinandersetzung. Das starke Verb hat die Formen ringt, rang und hat gerungen.

Bedeutungen

1 Körperlich kämpfen oder den Ringsport ausüben

Beim körperlichen Ringen versuchen Menschen, sich gegeneinander durchzusetzen. Im Sport ist die Auseinandersetzung durch Regeln bestimmt. Ringen kann aber auch außerhalb eines geregelten Wettkampfs eine körperliche Auseinandersetzung bezeichnen. Der Zusammenhang muss zeigen, welche Art gemeint ist.

„Die beiden Sportlerinnen ringen im Training miteinander und besprechen anschließend einen Griff.“

Das Training liefert den sportlichen Rahmen. Welche Regeln gelten und ob eine der beiden einen Wertungspunkt erzielt, sagt das Verb allein nicht.

2 Sich unter großer Anstrengung um etwas bemühen

Übertragen kann ringen ein starkes Bemühen um ein Ziel, eine Formulierung oder einen Kompromiss meinen. Dabei muss kein körperlicher Gegner vorkommen. Das Verb betont die Mühe, garantiert aber noch nicht das gewünschte Ergebnis.

„Die Gruppe ringt lange um eine Formulierung, der alle zustimmen können.“

Es geht um eine schwierige gemeinsame Aufgabe. Dass eine Einigung schon erreicht ist, folgt nicht aus ringt. Erst der weitere Verlauf kann den Erfolg zeigen.

3 Eine schwierige innere Entscheidung durchleben

Mit sich oder mit einem Problem ringen beschreibt eine intensive innere Auseinandersetzung. Ein Mensch kann mehrere Gründe gegeneinander abwägen oder mit einem belastenden Gedanken beschäftigt sein. Die äußere Ruhe beweist deshalb nicht das Fehlen eines Konflikts.

„Mira ringt mit sich, ob sie den vertraulichen Brief weitergeben soll.“

Der Satz nennt die Entscheidungsschwierigkeit. Welche Entscheidung richtig wäre oder wie Mira schließlich handelt, ist damit noch nicht beantwortet.

4 Die Hände in starker Erregung bewegen

Gehoben kann die Hände ringen heißen, die ineinander verschränkten Hände gegeneinanderzudrücken und zu bewegen. Die Geste kann Angst, Verzweiflung oder eine flehentliche Bitte begleiten. Eine Deutung muss an der jeweiligen Szene bleiben.

„Die Romanfigur ringt die Hände und bittet die Abreisenden zu bleiben.“

Die Bitte erklärt hier die Geste im Zusammenhang. Das Beispiel beschreibt keine sportliche Auseinandersetzung und keine allgemeine Eigenschaft der Figur.

5 Etwas mühsam entreißen oder hervorkommen lassen

Gehoben kann jemand einer anderen Person einen Gegenstand aus der Hand ringen, also unter Widerstand entwinden. Bei sich aus jemandem ringen kommt ein Laut oder Seufzer mühsam hervor. Diese selteneren Konstruktionen brauchen ihre Ergänzungen, damit die Bedeutung erkennbar wird.

„Nach dem letzten Satz ringt sich ein Seufzer aus der sonst so beherrschten Erzählerin.“

Der Satz schildert einen mühsam hervorkommenden Laut. Sich gehört zu dieser Konstruktion; es ist nicht als zusätzliches Pronomen in jede sportliche Verwendung einzusetzen.

ringen: Synonyme und andere Wörter

Ringen, kämpfen oder sich balgen?

Kämpfen ist weiter und kann auch bewaffnete oder andere Auseinandersetzungen meinen. Sich balgen passt häufig zu einem spielerischen oder übermütigen Gerangel, bezeichnet aber nicht jeden geregelten Ringkampf.

„Die Geschwister ringen spielerisch um das Kissen.“ – „Die Geschwister balgen sich um das Kissen.“

Im passenden spielerischen Zusammenhang können beide Sätze nahe liegen. Eine sportliche Wertung oder sichere gegenseitige Zustimmung ist damit noch nicht behauptet.

Ringen oder niederringen?

Sich bemühen und intensiv nachdenken können das übertragene Ringen sachlicher erklären. Niederringen behauptet dagegen eine Überwindung oder einen Sieg. Ringen beschreibt zunächst die Auseinandersetzung.

„Sie ringt mit ihren Zweifeln.“ – „Sie ringt ihre Zweifel nieder.“

Der zweite Satz geht weiter: Die Zweifel werden zurückgedrängt. Ein bloßer Austausch würde aus der noch offenen Auseinandersetzung ein Ergebnis machen.

Beispiele und Verwendung

„Die Redaktion hat um eine verständlichere Erklärung gerungen.“

Um steht hier mit Akkusativ. Die Formulierung betont die Anstrengung; ob die veröffentlichte Erklärung tatsächlich verständlicher ist, muss am Ergebnis beurteilt werden.

„Die Figur ringt nach Worten und beginnt ihren Satz mehrfach neu.“

Die folgende Beobachtung macht die Formulierungsschwierigkeit konkret. Daraus lässt sich nicht ohne weitere Angaben eine dauerhafte Sprachstörung ableiten.

„Die beiden rangen miteinander, bis eine dritte Person sie trennte.“

Rangen ist die Vergangenheit. Ob ein geregelter Sport, ein Spiel oder ein ernsthafter Streit vorliegt, muss die Szene klären.

Grammatik und Beugung

Ringen ist stark: ringt, rang, hat gerungen. Die Worttrennung lautet rin·gen, der Infinitiv mit zu zu ringen. Das Perfekt steht mit haben. Der Konjunktiv II lautet ränge, nicht rang; bei du sind rängest und rängst, bei ihr ränget und rängt belegt. Mit verlangt in mit jemandem oder mit sich ringen den Dativ. Um ein Ziel ringen hat Akkusativ; nach Worten ringen hat nach mit Dativ. Die Hände ist beim gehobenen die Hände ringen ein Akkusativobjekt. Nicht jede Bedeutung hat daher denselben Satzbau. Die Tabellen zeigen die aktive Grundkonjugation; benötigte Reflexiv- oder andere Ergänzungen werden im Satz hinzugefügt.

ringen – Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich ringeich rangich habe gerungen
dudu ringstdu rangstdu hast gerungen
er / sie / eser/sie/es ringter/sie/es ranger/sie/es hat gerungen
wirwir ringenwir rangenwir haben gerungen
ihrihr ringtihr rangtihr habt gerungen
sie / Siesie ringensie rangensie haben gerungen
ringen – Indikativ: weitere Zeiten
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gerungenich werde ringenich werde gerungen haben
dudu hattest gerungendu wirst ringendu wirst gerungen haben
er / sie / eser/sie/es hatte gerungener/sie/es wird ringener/sie/es wird gerungen haben
wirwir hatten gerungenwir werden ringenwir werden gerungen haben
ihrihr hattet gerungenihr werdet ringenihr werdet gerungen haben
sie / Siesie hatten gerungensie werden ringensie werden gerungen haben
ringen – Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv I PerfektKonjunktiv IIKonjunktiv II Vergangenheit
ichich ringeich habe gerungenich rängeich hätte gerungen
dudu ringestdu habest gerungendu rängest / du rängstdu hättest gerungen
er / sie / eser/sie/es ringeer/sie/es habe gerungener/sie/es rängeer/sie/es hätte gerungen
wirwir ringenwir haben gerungenwir rängenwir hätten gerungen
ihrihr ringetihr habet gerungenihr ränget / ihr rängtihr hättet gerungen
sie / Siesie ringensie haben gerungensie rängensie hätten gerungen
ringen – Imperativ: Aufforderungsformen
AnredeForm
during! / ringe!
ihrringt!
Sieringen Sie!

Gebräuchliche Verbindungen

Um Worte oder nach Worten ringen

Die Verbindung beschreibt, dass jemand passende Worte nur mit Mühe findet. „Nach der unerwarteten Frage rang Jo um Worte.“ Gemeint ist nicht der Sieg in einem Wortspiel. Die Schwierigkeit kann an der Situation liegen und beweist keine dauerhafte Unsicherheit.

Mit sich ringen

Damit ist eine schwierige innere Auseinandersetzung gemeint. „Ich rang mit mir, ob ich das Angebot annehmen sollte.“ Mir macht den Dativ nach mit sichtbar. Der Satz erzählt vom Abwägen, nicht schon von einer getroffenen Entscheidung.