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kämpfen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
kämpfen
Worttrennung
kämp·fen
Präsens
er/sie/es kämpft
Präteritum
er/sie/es kämpfte
Partizip II
gekämpft
Perfekt
hat gekämpft
Hilfsverb
haben
Infinitiv
kämpfen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: Meist nicht reflexiv; sich kämpfen mit Weg- oder Richtungsangabe.

Gebrauch: Für/gegen/um + Akkusativ; mit + Dativ. Körperliche, sportliche und übertragene Bedeutungen unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kämpfen bedeutet, sich in einer Auseinandersetzung gegen Widerstand zu behaupten. Das kann wörtlich mit körperlicher Gewalt, in einem sportlichen Wettbewerb oder übertragen durch beharrlichen Einsatz für ein Ziel geschehen.

Bedeutungen

Auseinandersetzung und Wettbewerb

Im wörtlichen Sinn kann kämpfen eine bewaffnete oder körperliche Auseinandersetzung bezeichnen. Im Sport meint es je nach Zusammenhang einen geregelten Zweikampf oder den starken Einsatz für ein Ergebnis. Die Sportmetapher macht ein Spiel nicht zu einer tatsächlichen kriegerischen Handlung.

Für ein Ziel eintreten

Wer für bessere Lernbedingungen kämpft, kann diskutieren, organisieren oder Anträge stellen. Der Ausdruck betont den Widerstand und die Anstrengung. Er legt nicht fest, dass Gewalt eingesetzt wird.

Mit Schwierigkeiten ringen

Kämpfen kann auch eine innere Anstrengung bezeichnen, etwa beim Treffen einer Entscheidung. In „sich durch den tiefen Schnee kämpfen“ wird das mühsame Vorankommen als Kampf beschrieben. Diese reflexive Konstruktion ist von „gegen einen Gegner kämpfen“ zu unterscheiden.

kämpfen: Synonyme und andere Wörter

Sich für etwas einsetzen

sich einsetzen · sich bemühen · ringen

Sich einsetzen ist sachlicher. Kämpfen hebt Widerstand und hohen Einsatz hervor. Beharrlichkeit kann dazugehören, bedeutet aber nicht, dass ein bestimmtes Ziel sinnvoll oder richtig ist.

„Die Initiative kämpft für einen sicheren Schulweg.“ → „Die Initiative setzt sich nachdrücklich für einen sicheren Schulweg ein.“

Auseinandersetzung beschreiben

sich messen · streiten · raufen

Sich messen passt zu einem Wettbewerb, streiten zu einer Auseinandersetzung mit Worten, raufen zu einer körperlichen. Keines ersetzt alle Verwendungen von kämpfen.

„Die Mannschaft kämpft um den Ausgleich.“ beschreibt Einsatz im Spiel. „Die Mannschaft rauft“ würde eine körperliche Rangelei behaupten.

Verwendung und Beispiele

„Die Schülervertretung kämpft für längere Öffnungszeiten der Bibliothek.“

Für nennt das Ziel. Der folgende Text sollte erläutern, mit welchen Mitteln die Gruppe dafür eintritt.

„Die Wandernden kämpften sich langsam durch den aufgeweichten Wegabschnitt.“

Die reflexive Konstruktion beschreibt mühsames Vorankommen. Ein menschlicher Gegner ist nicht gemeint.

Grammatik

Kämpfen ist ein schwaches Verb: kämpft – kämpfte – hat gekämpft. Die Worttrennung ist kämp·fen. Das Verb ist nicht trennbar; das Perfekt wird mit haben gebildet.

Typische Verbindungen sind für etwas kämpfen (Ziel), gegen etwas oder jemanden kämpfen (Gegner oder Widerstand), um etwas kämpfen (angestrebtes Ergebnis) und mit etwas kämpfen (Schwierigkeit). Für, gegen und um stehen hier mit Akkusativ, mit mit Dativ.

Daneben gibt es sich kämpfen mit einer Weg- oder Richtungsangabe. Die Tabellen zeigen die nichtreflexive Grundkonjugation; in der reflexiven Verwendung kommt das zum Subjekt passende Pronomen hinzu, wie im Beispielsatz „Wir kämpfen uns durch den Schnee“.

kämpfen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich kämpfeich kämpfte
dudu kämpfstdu kämpftest
er/sie/eser/sie/es kämpfter/sie/es kämpfte
wirwir kämpfenwir kämpften
ihrihr kämpftihr kämpftet
siesie kämpfensie kämpften
kämpfen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gekämpftich hatte gekämpft
dudu hast gekämpftdu hattest gekämpft
er/sie/eser/sie/es hat gekämpfter/sie/es hatte gekämpft
wirwir haben gekämpftwir hatten gekämpft
ihrihr habt gekämpftihr hattet gekämpft
siesie haben gekämpftsie hatten gekämpft
kämpfen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde kämpfenich werde gekämpft haben
dudu wirst kämpfendu wirst gekämpft haben
er/sie/eser/sie/es wird kämpfener/sie/es wird gekämpft haben
wirwir werden kämpfenwir werden gekämpft haben
ihrihr werdet kämpfenihr werdet gekämpft haben
siesie werden kämpfensie werden gekämpft haben
kämpfen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich kämpfeich habe gekämpft
dudu kämpfestdu habest gekämpft
er/sie/eser/sie/es kämpfeer/sie/es habe gekämpft
wirwir kämpfenwir haben gekämpft
ihrihr kämpfetihr habet gekämpft
siesie kämpfensie haben gekämpft
kämpfen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich kämpfteich hätte gekämpft
dudu kämpftestdu hättest gekämpft
er/sie/eser/sie/es kämpfteer/sie/es hätte gekämpft
wirwir kämpftenwir hätten gekämpft
ihrihr kämpftetihr hättet gekämpft
siesie kämpftensie hätten gekämpft
kämpfen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dukämpf! / kämpfe!
ihrkämpft!
Siekämpfen Sie!

Was heißt mit den Tränen kämpfen?

Wer mit den Tränen kämpft, versucht, nicht zu weinen. „Beim Abschied kämpfte sie mit den Tränen und brachte nur einen kurzen Satz heraus.“ Die Verbindung zeigt eine starke Gefühlsregung; ob Trauer, Freude oder etwas anderes dahintersteht, ergibt sich erst aus dem Zusammenhang.