stopfen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- stopfen
- Worttrennung
- stop·fen
- Präsens
- er stopft
- Präteritum
- er stopfte
- Partizip II
- gestopft
- Hilfsverb
- haben
Besondere fachliche Verwendungen in Musik und Tiermast; schlingen familiär, sättigend wirken umgangssprachlich.
Definition · kurz erklärt
Stopfen kann heißen, ein Stoffloch mit Fäden auszubessern, etwas hineinzudrücken oder eine Öffnung zu schließen. Daneben hat das Verb besondere Verwendungen beim Essen, in der Musik und für Eigenschaften von Nahrung. Ein Loch im Haushalt stopfen ist bildlich gemeint.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein Loch im Stoff ausbessern
Beim Stopfen werden fehlende Stellen eines Gewebes mit Fäden überbrückt und geschlossen. Das ist eine bestimmte Art des Ausbesserns, nicht jede Reparatur eines Kleidungsstücks.
Sie stopft das kleine Loch im Strumpf mit passendem Garn.
Das Garn ersetzt an der beschädigten Stelle fehlendes Gewebe. Es wird kein anderes Kleidungsstück eingesetzt.
Bedeutung 2: Etwas hineindrücken
Stopfen kann ein schiebendes Hineinstecken beschreiben, oft ohne besondere Ordnung oder Sorgfalt. Das Ziel wird gewöhnlich mitgenannt.
In der Eile stopft er die Handschuhe in die Manteltasche.
Die Handschuhe werden hineingeschoben. Ein ordentliches Zusammenlegen wird gerade nicht beschrieben.
Bedeutung 3: Etwas mit einer Füllung versehen
Ein Behältnis oder eine Hülle kann durch Hineindrücken gefüllt werden. Der Gegenstand und das Füllmaterial bestimmen den Vorgang.
Die Werkstatt stopft das kleine Kissen mit weicher Füllwatte.
Das Kissen erhält eine Füllung. Ein Loch auszubessern ist in diesem Satz nicht gemeint.
Bedeutung 4: Den Klang eines Blasinstruments verändern
In der Musik bezeichnet stopfen das Einführen einer Hand oder eines Dämpfers in die Schallöffnung. Dadurch werden Lautstärke und Tonhöhe beeinflusst.
Die Partitur verlangt an dieser Stelle eine gestopfte Trompete.
Die Anweisung betrifft den Klang des Instruments. Ein zu reparierendes Loch ist nicht gemeint.
Bedeutung 5: Eine Öffnung oder Lücke schließen
Eine Öffnung kann mit Material ausgefüllt und dadurch geschlossen werden. Übertragen betrifft dies auch fehlende Mittel oder andere Lücken.
Für die Kulisse stopft das Team den Spalt mit Stoffresten.
Die Reste schließen die Lücke. Sie werden nicht zur ursprünglichen Holzstruktur.
Bedeutung 6: Geflügel zwangsweise mästen
Im Zusammenhang mit Tiermast kann stopfen eine zwangsweise Fütterung von Geflügel bezeichnen. Das Wort ist hier eine Fachbezeichnung für den beschriebenen Vorgang.
Der Sachtext verwendet stopfen für eine Form der Zwangsmast von Geflügel.
Die Erklärung benennt die Wortbedeutung. Eine gewöhnliche freiwillige Futteraufnahme ist damit nicht gleichzusetzen.
Bedeutung 7: Hastig essen
Familiär kann stopfen schlingen meinen. Diese Wortwahl bewertet die Art des Essens und wirkt weniger neutral als essen.
Im Dialog wirft die Figur ihrem Bruder vor, er stopfe beim Essen.
Die Aussage gibt die ungeduldige Bewertung der Figur wieder. Eine sachliche Beschreibung müsste das beobachtete Verhalten nennen.
Bedeutung 8: Die Verdauung hemmen
Auf Nahrung bezogen kann stopfen eine hemmende Wirkung auf die Darmentleerung bezeichnen. Das ist von der Aussage zu unterscheiden, eine Speise mache satt.
Im Gespräch wird stopfend als Gegensatz zu abführend verwendet.
Der Gegensatz erläutert die gemeinte Wortbedeutung. Es geht nicht um das Schließen einer Öffnung mit Stoff.
Bedeutung 9: Satt machen
Umgangssprachlich kann stopfen sättigend wirken bedeuten. Die Aussage betrifft dann das Sättigungsgefühl.
Nach dem Essen sagt die Figur, der dicke Brei stopfe ordentlich.
Sie beschreibt den Brei als sättigend. Eine Aussage über seine Wirkung auf die Darmentleerung ist daraus nicht abzuleiten.
stopfen: Synonyme und andere Wörter
Bei einer beschädigten Stelle
ausbessern · flicken · reparieren
Flicken ist weiter als das Stopfen eines Gewebes. Ein Fahrradschlauch kann geflickt werden, ohne dass man Fäden zu einer neuen Gewebestelle verarbeitet. Reparieren sagt noch weniger über die konkrete Technik.
„Sie repariert die Hose“ lässt den Arbeitsschritt offen. „Sie stopft das Loch“ bezeichnet die Ausbesserung mit Fäden genauer.
Beim Hineinstecken und Verschließen
hineindrücken · füllen · zustopfen
Hineindrücken beschreibt die Bewegung, füllen das Versehen mit Inhalt. Zustopfen hebt das Schließen einer Öffnung hervor. Diese Wörter lassen sich nicht in jeder Konstruktion unverändert austauschen.
„Sie füllt den Beutel“ betont den Inhalt. „Sie stopft den Riss zu“ beschreibt das Schließen einer beschädigten Stelle.
Beispiele und Verwendung
Der Gegenstand entscheidet
Das erste Bild zeigt eine gestopfte Socke, das zweite ein gestopftes Kissen.
Bei der Socke ist eine ausgebesserte Gewebestelle gemeint. Beim Kissen kann es um die eingebrachte Füllung gehen; das Bild und die Beschreibung müssen dies klären.
Zwei Wirkungen unterscheiden
Die Figur meint mit stopfen einmal satt machen und einmal die Verdauung hemmen.
Die beiden Lesarten betreffen unterschiedliche Wirkungen. Ein Ersatz durch sättigen ist nur in der ersten gemeinten Verwendung genau.
Grammatik und Beugung
Stopfen wird stop·fen getrennt. Die Stammformen lauten stopft, stopfte, hat gestopft. Das regelmäßige Verb bildet das Perfekt mit haben.
Häufig steht ein Akkusativobjekt: den Strumpf stopfen, das Kissen stopfen. In die Tasche stopfen enthält eine Zielangabe mit Akkusativ. Bei die Speise stopft steht dagegen kein betroffenes Akkusativobjekt.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | stopfe | stopfte |
| du | stopfst | stopftest |
| er/sie/es | stopft | stopfte |
| wir | stopfen | stopften |
| ihr | stopft | stopftet |
| sie | stopfen | stopften |
| Person | Perfekt | Plusquamperfekt |
|---|---|---|
| ich | habe gestopft | hatte gestopft |
| du | hast gestopft | hattest gestopft |
| er/sie/es | hat gestopft | hatte gestopft |
| wir | haben gestopft | hatten gestopft |
| ihr | habt gestopft | hattet gestopft |
| sie | haben gestopft | hatten gestopft |
| Person | Futur I | Futur II |
|---|---|---|
| ich | werde stopfen | werde gestopft haben |
| du | wirst stopfen | wirst gestopft haben |
| er/sie/es | wird stopfen | wird gestopft haben |
| wir | werden stopfen | werden gestopft haben |
| ihr | werdet stopfen | werdet gestopft haben |
| sie | werden stopfen | werden gestopft haben |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | stopfe | stopfte |
| du | stopfest | stopftest |
| er/sie/es | stopfe | stopfte |
| wir | stopfen | stopften |
| ihr | stopfet | stopftet |
| sie | stopfen | stopften |
| Person | Konjunktiv I: Perfekt | Konjunktiv II: Vergangenheit |
|---|---|---|
| ich | habe gestopft | hätte gestopft |
| du | habest gestopft | hättest gestopft |
| er/sie/es | habe gestopft | hätte gestopft |
| wir | haben gestopft | hätten gestopft |
| ihr | habet gestopft | hättet gestopft |
| sie | haben gestopft | hätten gestopft |
| Anrede | Imperativ |
|---|---|
| du | stopf! / stopfe! |
| ihr | stopft! |
| Sie | stopfen Sie! |
Redewendungen und feste Verbindungen
Ein Loch im Haushalt stopfen
Die bildliche Verbindung bedeutet, einen finanziellen Fehlbetrag auszugleichen. Das Loch bezeichnet fehlende Mittel, keine beschädigte Kasse.
Der Verein nutzt die zusätzlichen Einnahmen, um das Loch im Haushalt zu stopfen.
Der Satz nennt einen Ausgleich. Ob damit auch die Ursache künftiger Fehlbeträge beseitigt ist, bleibt offen.
