töten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- töten
- Worttrennung
- tö·ten
- Präsens
- er tötet
- Präteritum
- er tötete
- Partizip II
- getötet
- Hilfsverb
- haben
Bei Zerstören/Vernichten: umgangssprachlich, zum Teil bildlich.
Reflexiver Gebrauch: auch sich töten: das eigene Leben beenden
Definition · kurz erklärt
Töten bedeutet, den Tod eines Menschen oder Tiers herbeizuführen. Das Verb benennt die Verursachung und ist nicht mit jedem Sterben gleichzusetzen. Umgangssprachlich und bildlich kann es außerdem das Vernichten oder Beenden von etwas meinen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Den Tod verursachen
Das Subjekt bezeichnet einen Verursacher oder eine Ursache des Todes. Ob Absicht vorliegt und wie ein Vorgang rechtlich einzuordnen ist, sagt das Verb allein nicht. Auch ein Unfall kann töten.
Im historischen Bericht wird geschildert, dass der Unfall mehrere Menschen getötet habe.
Der Unfall ist als Ursache genannt. Daraus wird keine absichtliche Tat einer Person behauptet.
Bedeutung 2: Reflexiv das eigene Leben beenden
Sich töten bezeichnet eine gegen das eigene Leben gerichtete Handlung. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf dieselbe Person wie das Subjekt. Die Formulierung ist von einem unbeabsichtigten eigenen Unfall zu unterscheiden.
Die Literaturbesprechung berichtet knapp, die erwachsene Romanfigur habe sich getötet.
Der Satz benennt einen erzählten Vorgang ohne Einzelheiten. Er stellt ihn nicht als Lösung eines Konflikts dar.
Bedeutung 3: Umgangssprachlich: vernichten oder zum Erliegen bringen
Töten kann auch etwas betreffen, das kein Mensch oder Tier ist. Bei Gefühlen oder Hoffnungen ist die Verwendung bildlich und beschreibt ein Zerstören oder Erlöschenlassen.
Die ständigen Demütigungen töten in der Erzählung schließlich jede Hoffnung auf Versöhnung.
Hoffnung wird als etwas Zerstörbares dargestellt. Ein körperlicher Todesvorgang ist in diesem Satz nicht gemeint.
Synonyme: andere Wörter für töten
Bei einer Todesverursachung
den Tod verursachen · ums Leben bringen
Diese Umschreibungen bleiben nahe am allgemeinen Verursachungssinn. Ermorden ist enger und benennt eine Tat als Mord; es ist deshalb kein neutraler Ersatz für jeden tödlichen Unfall.
„Der Unfall tötete den Fahrer“ lässt sich mit „verursachte seinen Tod“ erklären. „Ermordete“ würde eine andere Einordnung behaupten.
Bei einer bildlichen Zerstörung
vernichten · zerstören · zunichtemachen
Diese Wörter passen je nach betroffenem Gegenstand. Eine Hoffnung zunichtemachen ist bildlich verständlich; für einen körperlichen Todesvorgang ist das keine sachlich gleichwertige Beschreibung.
„Der Verrat tötet ihr Vertrauen“ und „zerstört ihr Vertrauen“ können einen ähnlichen Sinn haben.
Beispiele und Verwendung
Eine Ursache nicht mit Absicht verwechseln
Die Untersuchung soll klären, was die Tiere getötet hat.
Der Satz fragt nach der Ursache. Er setzt weder eine bestimmte Person noch eine vorsätzliche Handlung voraus.
Schreibung im Präteritum
Der Erzähler schreibt: Die Kälte tötete die empfindlichen Pflanzen.
Tötete gehört zum schwachen Verb töten. Das e bleibt in den Formen erhalten: du tötest, er tötet, wir töteten.
Grammatik und Beugung
Die schwachen Hauptformen lauten tötet – tötete – hat getötet. Die Worttrennung ist tö·ten.
Das Perfekt verwendet haben. Das betroffene Lebewesen oder der bildlich zerstörte Gegenstand steht im Akkusativ: jemanden, eine Hoffnung töten.
In sich töten bezieht sich das Reflexivpronomen auf das Subjekt. Die Tabellen zeigen die nichtreflexiven Aktivformen. Die Folge tete in tötete gehört zur richtigen Schreibung.
| Person | Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|
| ich | ich töte | ich tötete | ich habe getötet |
| du | du tötest | du tötetest | du hast getötet |
| er/sie/es | er/sie/es tötet | er/sie/es tötete | er/sie/es hat getötet |
| wir | wir töten | wir töteten | wir haben getötet |
| ihr | ihr tötet | ihr tötetet | ihr habt getötet |
| sie | sie töten | sie töteten | sie haben getötet |
| Person | Plusquamperfekt | Futur I | Futur II |
|---|---|---|---|
| ich | ich hatte getötet | ich werde töten | ich werde getötet haben |
| du | du hattest getötet | du wirst töten | du wirst getötet haben |
| er/sie/es | er/sie/es hatte getötet | er/sie/es wird töten | er/sie/es wird getötet haben |
| wir | wir hatten getötet | wir werden töten | wir werden getötet haben |
| ihr | ihr hattet getötet | ihr werdet töten | ihr werdet getötet haben |
| sie | sie hatten getötet | sie werden töten | sie werden getötet haben |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ich töte | ich tötete |
| du | du tötest | du tötetest |
| er/sie/es | er/sie/es töte | er/sie/es tötete |
| wir | wir töten | wir töteten |
| ihr | ihr tötet | ihr tötetet |
| sie | sie töten | sie töteten |
Redewendungen und feste Verbindungen
Die Zeit töten
Die umgangssprachliche Verbindung bedeutet, eine als leer oder langweilig empfundene Wartezeit irgendwie zu verbringen.
Bis der verspätete Zug kam, versuchte die Figur, mit einem Rätsel die Zeit zu töten.
Die Zeit wird bildlich wie etwas Beseitigbares behandelt. Gemeint ist das Überbrücken des Wartens, nicht das wirkliche Beenden der Zeit.
