ermorden
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ermorden
- Worttrennung
- er·mor·den
- Präsens
- ermordet
- Präteritum
- ermordete
- Partizip II
- ermordet
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden ermorden (Akkusativ)
Die Stammformen lauten ermorden – ermordete – hat ermordet. Das Verb ist schwach und untrennbar. Die betroffene Person steht im Akkusativ: jemanden ermorden.
Ermorden bezeichnet das vorsätzliche Töten eines Menschen als Mord. Das Wort ist deutlich wertend und darf nicht mit jedem Sterben oder jeder tödlichen Verursachung gleichgesetzt werden. Eine konkrete rechtliche Einordnung hängt von den Umständen und dem geltenden Recht ab.
Bedeutung und Verwendung
Im allgemeinen Sprachgebrauch hebt ermorden eine absichtliche, schwerwiegende Tötung hervor. Wer das Wort auf eine reale Tat anwendet, trifft damit eine starke Aussage. Ein Unfall oder eine ungeklärte Todesursache rechtfertigt diese Bezeichnung nicht allein.
In einer erfundenen Kriminalgeschichte kann der Text eine Tat ausdrücklich als Mord darstellen. Auch dort sollte eine Inhaltsangabe zwischen dem Wissen der Erzählinstanz, einer Vermutung der Figuren und späterer Aufklärung unterscheiden. Ein Verdacht ist nicht schon die feststehende Handlung der beschuldigten Figur.
Synonyme im Gebrauch
- Töten
- Der weitere Ausdruck für das Verursachen des Todes. Er enthält nicht dieselbe Einordnung als Mord und ist deshalb nicht in jedem Kontext bedeutungsgleich.
- Umbringen
- Eine umgangssprachliche Alternative, die ebenfalls stark wirkt. Sie ist weniger förmlich und kann je nach Zusammenhang auch übertreibend verwendet werden.
- Einen Mord begehen
- Eine ausdrückliche Umschreibung. Sie macht die Einordnung der Tat deutlich und darf deshalb ebenfalls nicht ohne ausreichende Grundlage auf einen bloßen Verdachtsfall angewendet werden.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: In der erfundenen Kriminalgeschichte wird der Zeuge ermordet.
Alternative: In der erfundenen Kriminalgeschichte wird der Zeuge getötet.
Getötet ist weiter und lässt die Art der Einordnung offener. Ermordet benennt die Tat ausdrücklich als Mord. Eine Inhaltsangabe sollte die stärkere Bezeichnung nur übernehmen, wenn der Text sie tatsächlich trägt.
Ausgangssatz: Die Ermittlerin vermutet, dass die Figur ihren Begleiter ermordet hat.
Alternative: Die Ermittlerin vermutet, dass die Figur ihren Begleiter umgebracht hat.
Die Alternative klingt umgangssprachlicher. Vermutet ist in beiden Sätzen wesentlich: Es kennzeichnet den begrenzten Wissensstand. Ohne dieses Wort würde aus einer Vermutung eine behauptete Tatsache.
Grammatik und Schreibweise
Die Stammformen lauten ermorden – ermordete – hat ermordet. Das Verb ist schwach und untrennbar. Die betroffene Person steht im Akkusativ: jemanden ermorden.
Die Stammformen lauten ermorden – ermordete – hat ermordet. Das Verb ist schwach und untrennbar. Die betroffene Person steht im Akkusativ: jemanden ermorden.
Konjugation von ermordenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | ermorde | ermordete | ermorde | ermordete |
| du | ermordest | ermordetest | ermordest | ermordetest |
| er/sie/es | ermordet | ermordete | ermorde | ermordete |
| wir | ermorden | ermordeten | ermorden | ermordeten |
| ihr | ermordet | ermordetet | ermordet | ermordetet |
| sie/Sie | ermorden | ermordeten | ermorden | ermordeten |
Im Passiv heißt es jemand wurde ermordet. Die verursachende Person kann mit von genannt werden. Die Passivform lässt sie offen, wenn sie unbekannt oder für den Satz nicht im Vordergrund ist.
Treffend formulieren
Bei tatsächlichen Ereignissen sind Quellenlage und Verfahrensstand entscheidend. Für literarische Analysen genügt eine sachliche Beschreibung ohne ausmalende Gewaltdetails. Erkläre, welche Funktion die Tat für Handlung, Figurenwissen oder Spannung hat, und trenne diese Analyse von einer bloßen Steigerung des dramatischen Tons.
