verdienen
Form & Grammatik
- Stichwort
- verdienen
- Worttrennung
- ver·die·nen
- Präsens
- verdient
- Präteritum
- verdiente
- Partizip II
- verdient
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Reflexiver Gebrauch: überwiegend transitiv; auch ohne Objekt und mit sich
Ergänzungen: Geld verdienen; an einem Geschäft verdienen; Lob verdienen; sich den Lebensunterhalt verdienen
Definition · kurz erklärt
Verdienen bedeutet, durch Arbeit Geld zu erhalten oder mit einem Geschäft Gewinn zu erzielen. In einer anderen Bedeutung heißt es, einer Anerkennung, Reaktion oder Behandlung würdig zu sein. Ein hoher Geldverdienst und ein verdienter Erfolg sind deshalb verschiedene Aussagen.
Bedeutungen
Geld für Arbeit erhalten
Als Lohn, Gehalt oder Honorar kann jemand durch eine Tätigkeit Geld verdienen. Der Ausdruck kann eine einzelne Zahlung oder die regelmäßige Erwerbstätigkeit betreffen. Eine konkrete Summe sollte mit dem passenden Zeitraum verbunden werden.
„Mit den Nachhilfestunden verdient sie einen Teil ihres Lebensunterhalts.“
Die Tätigkeit trägt zur Finanzierung bei. Einen vollständig finanzierten Lebensunterhalt behauptet der Satz durch einen Teil gerade nicht.
Einen finanziellen Gewinn erzielen
An einem Geschäft oder mit einem Angebot kann man verdienen, wenn daraus ein Gewinn entsteht. Ein Verkaufspreis und der nach Abzug von Kosten verbleibende Verdienst sind nicht dasselbe.
„An den selbst gefertigten Heften verdient die Gruppe nach Abzug der Materialkosten einen kleinen Betrag.“
Der Zusatz unterscheidet den verbleibenden Betrag von den gesamten Einnahmen. Ohne Angaben zu den Kosten wäre die Aussage weniger genau.
Einer Anerkennung oder Reaktion würdig sein
Eine Person oder Sache verdient nach der Einschätzung des Sprechers etwa Lob, Beachtung, Vertrauen oder Kritik. Der Ausdruck enthält ein Werturteil. Auch ein besseres Schicksal kann als verdient bezeichnet werden.
„Die sorgfältig begründete Lösung verdient besondere Beachtung.“
Die Begründung stützt hier die Anerkennung. Der Satz beschreibt keine Geldzahlung und keinen automatisch gewonnenen Preis.
Synonyme: andere Wörter für verdienen
Verdienen oder erwerben?
Geld einnehmen · durch Arbeit erwerben · einen Gewinn erzielen
Erwerben ist weiter und kann auch Besitz durch Kauf oder Kenntnisse durch Lernen betreffen. Bei der Arbeitsbezahlung sind Lohn und Gehalt genauere Nomen. Nicht jede Einnahme ist bereits ein Gewinn.
„Sie verdient Geld mit Nachhilfe“ ist genauer als „Sie bekommt Geld“.
Bekommen lässt den Grund offen: Das Geld könnte auch ein Geschenk sein.
Verdient oder tatsächlich erhalten?
würdig sein · berechtigterweise erwarten können
Verdienen kann eine Einschätzung ausdrücken, auch wenn die entsprechende Anerkennung ausbleibt. Erhalten beschreibt dagegen einen tatsächlichen Vorgang.
„Sie verdient ein Lob, bekommt aber keines.“
Der Gegensatz ist möglich, weil eine als angemessen bewertete Reaktion und die wirkliche Reaktion auseinanderfallen können.
Beispiele und Verwendung
Einen Zeitraum nennen
„In dieser Woche verdient er mit zwei vereinbarten Einsätzen insgesamt sechzig Euro.“
Zeitraum und Umfang begrenzen die Aussage. Sie lässt sich nicht ungeprüft zu einem Monatsverdienst hochrechnen.
Eine Wertung kenntlich machen
„Die Erzählerin meint, die Figur habe nach ihrem mutigen Eingreifen Dank verdient.“
Die Bewertung wird einer Sprecherin zugeordnet. Ob die anderen Figuren ihr zustimmen, muss die weitere Handlung zeigen.
Grammatik und Beugung
Verdienen ist schwach und untrennbar: verdient – verdiente – hat verdient. Das Partizip hat kein zusätzliches ge. Der zu-Infinitiv lautet zu verdienen. In sich den Lebensunterhalt verdienen ist sich ein Dativpronomen, den Lebensunterhalt das Akkusativobjekt. Bei sie verdient gut steht kein Akkusativobjekt. In sie verdient es, erwähnt zu werden verweist es auf den nachfolgenden Infinitivzusammenhang.
Die Worttrennung lautet ver·die·nen. Die Formen stehen direkt im Text; bei schmalen Bildschirmen kann die jeweilige Tabelle seitlich verschoben werden.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | ich verdiene | ich verdiente |
| du | du verdienst | du verdientest |
| er/sie/es | er/sie/es verdient | er/sie/es verdiente |
| wir | wir verdienen | wir verdienten |
| ihr | ihr verdient | ihr verdientet |
| sie | sie verdienen | sie verdienten |
| Person | Perfekt | Plusquamperfekt |
|---|---|---|
| ich | ich habe verdient | ich hatte verdient |
| du | du hast verdient | du hattest verdient |
| er/sie/es | er/sie/es hat verdient | er/sie/es hatte verdient |
| wir | wir haben verdient | wir hatten verdient |
| ihr | ihr habt verdient | ihr hattet verdient |
| sie | sie haben verdient | sie hatten verdient |
| Person | Futur I | Futur II |
|---|---|---|
| ich | ich werde verdienen | ich werde verdient haben |
| du | du wirst verdienen | du wirst verdient haben |
| er/sie/es | er/sie/es wird verdienen | er/sie/es wird verdient haben |
| wir | wir werden verdienen | wir werden verdient haben |
| ihr | ihr werdet verdienen | ihr werdet verdient haben |
| sie | sie werden verdienen | sie werden verdient haben |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ich verdiene | ich verdiente |
| du | du verdienest | du verdientest |
| er/sie/es | er/sie/es verdiene | er/sie/es verdiente |
| wir | wir verdienen | wir verdienten |
| ihr | ihr verdienet | ihr verdientet |
| sie | sie verdienen | sie verdienten |
| Form | Vollständige Wortform |
|---|---|
| du | verdiene! |
| ihr | verdient! |
| Sie | verdienen Sie! |
| Form | Vollständige Wortform |
|---|---|
| Infinitiv | verdienen |
| Infinitiv Perfekt | verdient haben |
| zu-Infinitiv | zu verdienen |
| zu-Infinitiv Perfekt | verdient zu haben |
| Partizip I | verdienend |
| Partizip II | verdient |
Was bedeutet Womit habe ich das verdient?
Mit dieser Frage drückt jemand Verwunderung über etwas Unerwartetes aus, gewöhnlich über eine unangenehme Erfahrung. Scherzhaft kann auch eine erfreuliche Überraschung gemeint sein. Die Frage verlangt deshalb nicht in jeder Situation eine sachliche Aufzählung eigener Leistungen.
„Als nach dem verpassten Bus auch noch der Regenschirm klemmt, seufzt die Figur: »Womit habe ich das verdient?«“
Die eigene Szene verbindet mehrere unerwünschte Ereignisse. Die Figur fragt sich verwundert, warum ihr gerade das widerfährt; ein tatsächlich gerechtes Strafurteil wird nicht behauptet. Bei einer unerwarteten Einladung könnte derselbe Wortlaut scherzhaft erfreut klingen. Ton und Situation entscheiden.
