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zukommen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
zukommen
Worttrennung
zu·kom·men
Präsens
kommt zu
Präteritum
kam zu
Partizip II
zugekommen
Perfekt
ist zugekommen
Hilfsverb
sein
Infinitiv
zukommen
Trennbarkeit
trennbar
Kasus
auf jemanden (Akkusativ) zukommen; jemandem (Dativ) kommt etwas zu

Erhalten/übermittelt bekommen gehoben; zukommen lassen als eigene Verbverbindung mit lassen unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zukommen bedeutet unter anderem, sich jemandem zu nähern oder bevorzustehen. Es kann auch das Erhalten einer Sache, einen zustehenden Anteil oder eine zugeschriebene Bedeutung ausdrücken. Nicht jede Verwendung beschreibt eine räumliche Bewegung.

Bedeutungen

1 Sich räumlich nähern

Auf jemanden oder etwas zukommen heißt, sich darauf zuzubewegen. Die Richtung ist genannt; Absicht und weitere Handlung müssen aus dem Zusammenhang hervorgehen.

„Auf dem Bahnsteig kommt die Reisende auf die wartende Gruppe zu.“

Sie nähert sich der Gruppe. Ob sie diese begrüßen oder nur an ihr vorbeigehen will, sagt die Bewegungsrichtung allein nicht.

2 Kontakt aufnehmen

Übertragen kann auf jemanden zukommen bedeuten, sich mit einer Frage oder einem Anliegen an die Person zu wenden. Eine tatsächliche Annäherung zu Fuß ist nicht erforderlich.

„Bei weiteren Fragen wird das Organisationsteam noch auf die Gruppe zukommen.“

Die Kontaktaufnahme wird angekündigt. Ob sie telefonisch oder schriftlich geschieht, bleibt offen.

3 Bevorstehen

Etwas kommt auf jemanden zu, wenn es künftig zu erwarten ist. Das können Aufgaben, Kosten oder Veränderungen sein. Die Ergänzung benennt die davon betroffene Person oder Gruppe.

„Mit der neuen Ausstellung kommen zusätzliche Aufgaben auf das Team zu.“

Gemeint sind bevorstehende Aufgaben, nicht Gegenstände, die sich durch den Raum bewegen. Ihr genauer Umfang ist noch nicht angegeben.

4 Gehoben: erhalten oder übermittelt bekommen

Jemandem kann etwas zukommen, wenn die Person es erhält oder wenn es ihr übermittelt wird. Die Verbindung jemandem etwas zukommen lassen bezeichnet das Veranlassen dieser Zuwendung.

„Der Sammlung ist ein Brief aus einem privaten Nachlass zugekommen.“

Der Brief wurde erhalten. Die Formulierung allein nennt weder einen Kaufpreis noch den genauen Weg seiner Übermittlung.

5 Gebühren oder angemessen sein

Etwas kommt jemandem zu, wenn es der Person zusteht oder ihr nach ihren Eigenschaften und Fähigkeiten angemessen ist. Der konkrete Anspruch oder Maßstab muss im Text erläutert werden.

„In der Geschichte meint die Figur, es komme ihr nicht zu, über andere zu urteilen.“

Sie verneint ihre Berechtigung zu diesem Urteil. Das ist etwas anderes als die bloße Unfähigkeit, sich eine Meinung zu bilden.

6 Einen Stellenwert haben

Einer Sache kann eine Bedeutung, Rolle oder ein Vorrang zukommen. Damit wird ihr ein entsprechender Stellenwert beigemessen.

„Der sorgfältigen Beschriftung kommt bei der Ausstellung große Bedeutung zu.“

Die Beschriftung wird als wichtig eingeschätzt. Der Satz erläutert noch nicht, welche Folgen eine unklare Beschriftung im Einzelnen hätte.

zukommen: Synonyme und andere Wörter

Zukommen oder entgegenkommen?

Entgegenkommen kann eine Bewegung aus der Gegenrichtung bezeichnen und übertragen ein Zugeständnis. Auf jemanden zukommen kann dagegen auch nur das Aufnehmen von Kontakt meinen.

Wer mit einer Frage auf jemanden zukommt, hat damit noch keinem Wunsch nachgegeben. Der Austausch würde in einem Gespräch also unter Umständen eine andere Handlung behaupten.

„Sie kommt mit einer Frage auf uns zu.“ – „Sie kommt uns bei der Frist entgegen.“ Der zweite Satz spricht von einer Anpassung, nicht nur von einer Frage.

Bedeutung zukommen oder etwas bedeuten?

Bedeutung kann Sinn oder Wichtigkeit bezeichnen. Große Bedeutung zukommen betrifft normalerweise den Stellenwert, nicht die Wörterbuchdefinition eines Ausdrucks.

Wichtig sein ist deshalb häufig eine verständlichere Umschreibung. Die Bedeutung eines fremden Wortes ist dagegen eine andere Leserfrage.

„Der Probe kommt große Bedeutung zu.“ – „Die Probe ist sehr wichtig.“ Beide können denselben Stellenwert ausdrücken.

Beispiele und Verwendung

Den Kasus unterscheiden

„Die Besucherin kommt auf mich zu.“ – „Mir kommt die Aufgabe zu.“

Nach auf steht hier der Akkusativ der Zielperson. Im zweiten Satz steht mir dagegen im Dativ; die Aufgabe ist das Subjekt der Aussage.

Übermittlung und Empfang auseinanderhalten

„Sie lässt mir eine Kopie zukommen.“ – „Die Kopie ist mir zugekommen.“

Der erste Satz nennt die veranlasste Weitergabe. Der zweite beschreibt den Empfang. Geplant und tatsächlich angekommen sind zudem unterschiedliche Aussagen.

Grammatik und Beugung

Das starke Verb lautet kommt zu – kam zu – ist zugekommen. Der Konjunktiv II heißt käme zu. Die Worttrennung lautet zu·kom·men. Im Hauptsatz wird zu abgetrennt; im Nebensatz steht es wieder beim Verb: weil sie auf uns zukommt.

Der zu-Infinitiv lautet zuzukommen, das Partizip II zugekommen. In jemandem kommt etwas zu steht die Person im Dativ. Auf jemanden zukommen verlangt bei der Annäherung auf mit Akkusativ.

Die ganze Verbindung zukommen lassen hat ihre eigene bestehende Erklärung. Dort trägt lassen die finiten Formen und das Perfekt verwendet haben: Sie hat uns die Kopie zukommen lassen. Das ist kein Anlass, die eigene Perfektreihe von zukommen mit ist zugekommen durch haben zu ersetzen. Bei der Infinitivgruppe heißt es zukommen zu lassen.

zukommen: Indikativ Aktiv
PersonPräsensPräteritumPerfektPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich komme zuich kam zuich bin zugekommenich war zugekommenich werde zukommenich werde zugekommen sein
dudu kommst zudu kamst zudu bist zugekommendu warst zugekommendu wirst zukommendu wirst zugekommen sein
er/sie/eser/sie/es kommt zuer/sie/es kam zuer/sie/es ist zugekommener/sie/es war zugekommener/sie/es wird zukommener/sie/es wird zugekommen sein
wirwir kommen zuwir kamen zuwir sind zugekommenwir waren zugekommenwir werden zukommenwir werden zugekommen sein
ihrihr kommt zuihr kamt zuihr seid zugekommenihr wart zugekommenihr werdet zukommenihr werdet zugekommen sein
siesie kommen zusie kamen zusie sind zugekommensie waren zugekommensie werden zukommensie werden zugekommen sein
zukommen: Konjunktiv I Aktiv
PersonGegenwartVergangenheitFutur IFutur II
ichich komme zuich sei zugekommenich werde zukommenich werde zugekommen sein
dudu kommest zudu seist zugekommen / du seiest zugekommendu werdest zukommendu werdest zugekommen sein
er/sie/eser/sie/es komme zuer/sie/es sei zugekommener/sie/es werde zukommener/sie/es werde zugekommen sein
wirwir kommen zuwir seien zugekommenwir werden zukommenwir werden zugekommen sein
ihrihr kommet zuihr seiet zugekommenihr werdet zukommenihr werdet zugekommen sein
siesie kommen zusie seien zugekommensie werden zukommensie werden zugekommen sein
zukommen: Konjunktiv II Aktiv
PersonGegenwartVergangenheitwürde-Formwürde-Form der Vergangenheit
ichich käme zuich wäre zugekommenich würde zukommenich würde zugekommen sein
dudu kämest zu / du kämst zudu wärst zugekommen / du wärest zugekommendu würdest zukommendu würdest zugekommen sein
er/sie/eser/sie/es käme zuer/sie/es wäre zugekommener/sie/es würde zukommener/sie/es würde zugekommen sein
wirwir kämen zuwir wären zugekommenwir würden zukommenwir würden zugekommen sein
ihrihr kämet zu / ihr kämt zuihr wärt zugekommen / ihr wäret zugekommenihr würdet zukommenihr würdet zugekommen sein
siesie kämen zusie wären zugekommensie würden zukommensie würden zugekommen sein
Aufforderungsformen
AnredeForm
dukomm zu! / komme zu!
ihrkommt zu!
Siekommen Sie zu!
Infinitive und Partizipien
FormtypForm
Infinitivzukommen
Infinitiv Perfektzugekommen sein
zu-Infinitivzuzukommen
zu-Infinitiv Perfektzugekommen zu sein
Partizip Izukommend
Partizip IIzugekommen

Etwas auf sich zukommen lassen

Die bildliche Verbindung bedeutet, zunächst abzuwarten, wie sich eine Sache entwickelt. „Den Ausgang der Besprechung lassen wir erst einmal auf uns zukommen.“ Die Haltung betrifft die genannte Situation; sie ist kein allgemeiner Beleg für Gleichgültigkeit oder fehlende Vorbereitung.