Meine Wörter

ekelhaft

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ekelhaft
Worttrennung
ekel·haft
Komparativ
ekelhafter
Superlativ
am ekelhaftesten

Die Steigerung lautet ekelhaft – ekelhafter – am ekelhaftesten. Der Superlativ enthält -esten. Die Stärke der Bewertung sollte nicht mit einer unabhängig gemessenen Gefährlichkeit verwechselt werden.

Formen und Verwendung im Detail

Ekelhaft: bedeutet, dass etwas Ekel, starken Widerwillen oder heftige Abscheu auslöst. Neben unangenehmen Sinneseindrücken kann auch ein als besonders gemein empfundenes Verhalten so bewertet werden.

Was bedeutet ekelhaft?

Ein ekelhafter Geruch ruft bei der wahrnehmenden Person Abwehr hervor. Eine ekelhafte Bemerkung muss dagegen nicht körperlich riechen oder schmecken: Sie wird wegen ihres Inhalts oder ihrer verletzenden Wirkung verurteilt.

Das Wort ist deutlich wertend. Es kann eine spontane Reaktion ausdrücken, ersetzt aber keine genaue Beschreibung. Wer einen Gegenstand nur ekelhaft nennt, lässt oft offen, welche Merkmale den Widerwillen verursachen.

Bei Menschen wirkt die pauschale Bezeichnung besonders herabsetzend. In einem erklärenden Text ist es meist genauer, eine Handlung, Aussage oder Situation zu benennen. So bleibt erkennbar, worauf sich das Urteil stützt und wer es äußert.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Erzählerin beschreibt den abgestandenen Geruch als ekelhaft.“ Der Sinneseindruck wird ausdrücklich ihrer Wahrnehmung zugeordnet.
  • „Er fand es ekelhaft, dass die anderen über den Fehler des Kindes lachten.“ Hier steht moralischer Widerwille im Vordergrund.
  • „Die Figur ruft nur „Ekelhaft!“, ohne ihren Einwand zu erklären.“ Der Ausruf zeigt eine starke Ablehnung, liefert aber noch keine sachliche Begründung.

Synonyme für ekelhaft: passend zum Zusammenhang

Ekelhaft beschreibt eine starke Abwehrreaktion. Sie kann durch Geruch, Geschmack oder Anblick entstehen, aber auch durch ein als niederträchtig empfundenes Verhalten. Deshalb muss eine Alternative zuerst erkennen lassen, ob körperlicher Ekel oder moralische Ablehnung gemeint ist. Die Stärke der Bewertung sollte dabei erhalten bleiben.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
ekligunangenehmen SinneseindrückenNahe Alternative, häufig etwas alltagssprachlicher.
unappetitlichSpeisen oder ihrer DarstellungBezieht sich hier auf den Appetit; übertragen ist auch moralischer Widerwille möglich.
widerlichheftig abgelehntem Verhalten oder SinneseindrückenÄhnlich stark, ebenfalls deutlich wertend.
gemeinverletzendem VerhaltenBenennt die soziale Verletzung, nicht das Ekelgefühl.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Der Geruch aus dem Abfluss ist ekelhaft.“
Alternative: „Der Geruch aus dem Abfluss ist widerlich.“

Beide Sätze beschreiben starken Widerwillen. Die Alternative sagt ebenso wenig darüber aus, ob der Geruch gesundheitlich gefährlich ist.

Ausgangssatz: „Ich finde es ekelhaft, wie er die neue Mitschülerin bloßstellt.“
Alternative: „Ich finde es gemein, wie er die neue Mitschülerin bloßstellt.“

Der zweite Satz nennt das verletzende Verhalten genauer. Dabei verliert er etwas von der heftigen persönlichen Abscheu des ersten Satzes.

Hier passt der Austausch nicht: Eine ekelhafte Bemerkung lässt sich nicht in jedem Zusammenhang treffend als unappetitlich bezeichnen. Unappetitlich kann auch übertragen moralischen Widerwillen ausdrücken; wenn gezieltes Demütigen gemeint ist, benennt gemein die verletzende Handlung jedoch genauer.

In sachlichen Texten hilft eine beobachtbare Ergänzung: Der Behälter riecht faulig, die Bemerkung setzt jemanden herab. So bleibt nachvollziehbar, worauf sich das Urteil bezieht. Ekelhaft ist eine Bewertung; aus ihr folgt weder ein nachgewiesenes Gesundheitsrisiko noch eine umfassende Aussage über den Charakter einer Person.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Eklig ist sehr ähnlich und im Alltag häufig. Ekelerregend betont ausdrücklich das Hervorrufen von Ekel. Widerlich kann ebenso starken Widerwillen bezeichnen.

Unappetitlich passt besonders zu Essen und dessen Eindruck. Schlecht ist allgemeiner. Etwas kann qualitativ schlecht sein, ohne ekelhaft zu wirken; umgekehrt ist eine persönliche Ekelreaktion kein vollständiges Qualitätsurteil.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibweise lautet ekelhaft, mit dem Bestandteil Ekel und der Endung -haft. Formen sind ein ekelhafter Geruch, eine ekelhafte Bemerkung und mit ekelhaften Bildern.

Steigerung

Die Steigerung lautet ekelhaft – ekelhafter – am ekelhaftesten. Der Superlativ enthält -esten. Die Stärke der Bewertung sollte nicht mit einer unabhängig gemessenen Gefährlichkeit verwechselt werden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativekelhafterekelhafteekelhaftesekelhafte
Genitivekelhaftenekelhafterekelhaftenekelhafter
Dativekelhaftemekelhafterekelhaftemekelhaften
Akkusativekelhaftenekelhafteekelhaftesekelhafte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativekelhafteekelhafteekelhafteekelhaften
Genitivekelhaftenekelhaftenekelhaftenekelhaften
Dativekelhaftenekelhaftenekelhaftenekelhaften
Akkusativekelhaftenekelhafteekelhafteekelhaften
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativekelhafterekelhafteekelhaftesekelhaften
Genitivekelhaftenekelhaftenekelhaftenekelhaften
Dativekelhaftenekelhaftenekelhaftenekelhaften
Akkusativekelhaftenekelhafteekelhaftesekelhaften

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene hört Leni, wie ein Mitschüler die Unsicherheit eines anderen nachahmt. Sie bezeichnet die Bemerkung als ekelhaft und erklärt anschließend, warum sie den Spott ablehnt.

Leni empfindet die Bemerkung als ekelhaft, weil sie gezielt die Unsicherheit des Mitschülers ausnutzt. Ihr Urteil richtet sich gegen das verletzende Verhalten und nicht gegen ein äußeres Merkmal der Person.

Der Absatz macht den moralischen Maßstab sichtbar. Die Erklärung ist genauer als eine bloße Beschimpfung des Spötters. Für eine umfassende Charakterisierung wäre zusätzlich zu prüfen, wie die Beteiligten auf den Einwand reagieren.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.