eklig
Eklig: Ekel oder starken Widerwillen hervorrufend; umgangssprachlich auch unangenehm, gemein oder niederträchtig auftretend.
Was bedeutet eklig?
Eklig beschreibt etwas, das Ekel oder starken Widerwillen auslöst. Häufig geht es um Gerüche, Geschmack, Aussehen oder Berührungen. Die Bewertung hängt dabei auch von der wahrnehmenden Person ab: Was jemand eklig findet, muss nicht für alle gleich wirken. Das Wort kann eine unmittelbare Reaktion ausdrücken, ohne eine genaue sachliche Beschreibung zu liefern.
Umgangssprachlich wird eklig außerdem für unangenehmes, gemeines oder niederträchtiges Verhalten gebraucht. Eine eklige Bemerkung kann verletzend sein, ohne einen körperlichen Ekelreiz auszulösen. Als pauschale Bezeichnung eines Menschen wirkt das Wort herabsetzend. Für eine genaue Analyse ist es deshalb oft hilfreicher, die Bemerkung, den Spott oder das absichtliche Ärgern zu nennen. Vereinzelt verstärkt eklig auch ein Verb oder Adjektiv im Sinne von sehr.
Drei Beispiele für eklig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Im geschlossenen Schrank hatte sich ein ekliger Geruch entwickelt.“
Der Satz gibt eine sinnliche Bewertung wieder. Die Ursache und eine mögliche Gefährlichkeit des Geruchs sind damit noch nicht bestimmt.
„Er wurde eklig, sobald jemand seinen Fehler erwähnte, und griff die Fragenden persönlich an.“
Die umgangssprachliche Bedeutung betrifft hier das Verhalten. Die persönlichen Angriffe erklären, weshalb es als unangenehm oder gemein erscheint.
„An der scharfen Kante tat sie sich eklig weh.“
Eklig verstärkt den Schmerz. Gemeint ist stark oder gehörig, nicht die moralische Qualität der Kante.
Synonyme für eklig: passend zum Zusammenhang
Eklig bezeichnet meist etwas, das Ekel oder starken Widerwillen auslöst. Im Alltag kann das Wort außerdem eine gemeine Behandlung oder eine besonders unangenehme Empfindung beschreiben. Die passende Alternative hängt somit davon ab, ob ein Sinneseindruck, ein Verhalten oder die Stärke einer Beschwerde gemeint ist.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| ekelhaft | starkem Widerwillen | Sehr nahe, häufig nachdrücklicher wirkende Bewertung. |
| abstoßend | Anblicken, Äußerungen oder Verhalten | Kann auch ohne körperliches Ekelgefühl gelten. |
| gemein | verletzendem Umgang mit anderen | Bezeichnet das Verhalten genauer als die Reaktion darauf. |
| unangenehm | milderen Beschwerden oder Eindrücken | Schwächt den ausdrücklich empfundenen Ekel ab. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Das abgestandene Wasser riecht eklig.“
Alternative: „Das abgestandene Wasser riecht ekelhaft.“
Die Aussage bleibt nahezu gleich. Beide Formulierungen geben eine starke persönliche Geruchsbewertung wieder und benennen noch keine konkrete Ursache.
Ausgangssatz: „Das war eklig von dir, ihren Fehler vor allen auszubreiten.“
Alternative: „Das war gemein von dir, ihren Fehler vor allen auszubreiten.“
Gemein macht klar, dass die Verletzung einer Person kritisiert wird. Eklig stellt dagegen stärker den Widerwillen des Sprechers in den Vordergrund.
Hier passt der Austausch nicht: In „Der Kratzer tut eklig weh“ bedeutet eklig nicht, dass der Schmerz unappetitlich ist. Hier passt etwa „unangenehm stark“, nicht jede Alternative aus dem Bereich Geruch und Geschmack.
Eklig und ekelig sind Schreibvarianten; der Wechsel schafft keinen Bedeutungsunterschied. Bei Personenbeschreibungen ist eine konkrete Handlung hilfreicher als das pauschale Etikett „ein ekliger Mensch“. Auch ein ekliger Geruch beweist für sich genommen keine gesundheitliche Gefahr: Eindruck und nachprüfbare Eigenschaft bleiben verschiedene Aussagen.
Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
- Abstoßend
- Beschreibt ebenfalls starken Widerwillen und kann auch auf Auftreten bezogen sein. Eklig hat im Alltag oft einen besonders sinnlichen oder umgangssprachlich groben Klang.
- Gemein
- Benennt verletzendes oder unfair empfundenes Verhalten genauer. Nicht alles Eklige ist gemein; ein verdorbener Geruch handelt nicht absichtlich.
Schreibung und Grammatik
Eklig und ekelig sind richtige Schreibformen. Es heißt ein ekliger Geruch oder ein ekeliger Geruch, eine eklige Bemerkung und ein ekliges Verhalten. Die Steigerung kann ekliger, am ekligsten lauten. In sie antwortet eklig bleibt das Adjektiv unverändert. Beide Grundformen gehören zur Wortfamilie von Ekel.
Wie Adjektive gebeugt und im Satz verwendet werden, erklärt die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Die Formen eklig und ekelig lassen sich als Adjektivbildungen zu Ekel verstehen. Die Variante mit zusätzlichem e macht den Stamm besonders deutlich.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigene Musterformulierung: Die Figur reagiert auf Kritik mit persönlichen Angriffen, die ihr Gegenüber als eklig bezeichnet. So bleibt erkennbar, wessen Urteil wiedergegeben wird. Eine eigene Charakterisierung kann das Verhalten anschließend als verletzend oder abwertend erklären, sofern die Textstelle diese präzisere Beschreibung trägt.
Weitere Hinweise zu Beobachtung, Textbeleg und Deutung bietet die Anleitung zur Charakterisierung.
Wortquellen geprüft am 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
