unbeeinflussbar

Unbeeinflussbar: Durch äußere Einwirkungen, Überredung oder Druck nicht in seiner Haltung oder seinem Verlauf veränderbar; bei Personen meist auf einen bestimmten Bereich bezogen.

Was bedeutet unbeeinflussbar?

Unbeeinflussbar beschreibt eine Grenze äußerer Einwirkung. Eine Person lässt sich etwa weder durch Versprechen noch durch Drohungen von einer Entscheidung abbringen. Das kann Unabhängigkeit ausdrücken, aber ebenso problematische Starrheit.

Welche Bewertung passt, hängt von der Art des Einflusses ab. Der Widerstand gegen Bestechung ist etwas anderes als die Ablehnung zutreffender Informationen. Die starke Formulierung sollte deshalb nicht ungeprüft auf jeden Bereich einer Person ausgedehnt werden.

Auf den PunktEntscheidend ist, welchem Einfluss sich die Figur entzieht. Widerstand gegen Druck und Verschlossenheit gegenüber Gründen sind verschieden.

Beispiele und Verwendung

Durch die versprochenen Vorteile blieb die Prüferin unbeeinflussbar.

So ist es gemeint: Die Aussage bezieht sich auf einen bestimmten Versuch der Einflussnahme.

In seiner Ablehnung war er selbst durch neue Belege unbeeinflussbar.

So ist es gemeint: Hier kann die Festigkeit als Starrheit kritisiert werden.

Das Wetter war für die Organisatoren unbeeinflussbar.

So ist es gemeint: Der Sachgebrauch bezeichnet eine Grenze ihrer Handlungsmacht.

Typische Verbindungen: unbeeinflussbar bleiben, eine unbeeinflussbare Haltung, durch Druck unbeeinflussbar, als unbeeinflussbar gelten.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

unbestechlich
Betrifft besonders den Widerstand gegen persönliche Vorteile und unzulässige Einflussnahme.
unbeirrbar
Betont das Festhalten am eingeschlagenen Weg trotz Hindernissen oder Zweifeln.
stur
Bewertet mangelnde Bereitschaft zur Änderung meist kritisch.

Beeinflussbar ist der direkte Gegensatz. Offen für Argumente zu sein ist jedoch nicht dasselbe wie manipulierbar zu sein.

Unbeeinflussbar in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte bewertet Amina Entwürfe für einen Vereinswettbewerb. Ein Teilnehmer bietet ihr kostenlos Material für ihr eigenes Projekt an und erinnert sie an ihre Freundschaft. Amina lehnt das Angebot ab und bewertet nach den vorher festgelegten Kriterien. Als ein anderer Teilnehmer einen Rechenfehler in ihrer Wertung entdeckt, korrigiert sie ihn.

  1. Beobachtung: Amina weist Vorteil und persönlichen Druck zurück, lässt eine sachlich begründete Korrektur aber zu.
  2. Deutung: Gegenüber den unzulässigen Einflussversuchen bleibt sie unbeeinflussbar. Ihre Offenheit für den Rechenfehler begrenzt die Aussage sinnvoll.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene belegt keine allgemeine Unveränderbarkeit ihrer Meinung. Gerade die Korrektur verhindert diese Überdehnung.

Musterformulierung

Amina bleibt durch persönliche Vorteile unbeeinflussbar, da sie das Materialangebot ablehnt und die vereinbarten Kriterien anwendet. Einen nachgewiesenen Rechenfehler berichtigt sie dennoch. Ihre Festigkeit schützt somit die Entscheidung vor sachfremdem Druck, ohne begründete Korrekturen auszuschließen.

Der Absatz nennt genau den abgewehrten Einfluss und unterscheidet Integrität von Starrheit.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·be·ein·fluss·bar
Verwandtes Nomen
die Unbeeinflussbarkeit

Das Wort wird mit ss geschrieben: unbeeinflussbar. Beugungsformen sind ein unbeeinflussbarer Entschluss und eine unbeeinflussbare Haltung.

SteigerungIm wörtlichen Sinn bezeichnet unbeeinflussbar das Fehlen einer Einflussmöglichkeit und wird gewöhnlich nicht gesteigert. Für Abstufungen bei Menschen sind schwerer zu beeinflussen und weniger beeinflussbar meist genauer.

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunbeeinflussbarerunbeeinflussbareunbeeinflussbaresunbeeinflussbare
Genitivunbeeinflussbarenunbeeinflussbarerunbeeinflussbarenunbeeinflussbarer
Dativunbeeinflussbaremunbeeinflussbarerunbeeinflussbaremunbeeinflussbaren
Akkusativunbeeinflussbarenunbeeinflussbareunbeeinflussbaresunbeeinflussbare
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unbeeinflussbaredie unbeeinflussbaredas unbeeinflussbaredie unbeeinflussbaren
Genitivdes unbeeinflussbarender unbeeinflussbarendes unbeeinflussbarender unbeeinflussbaren
Dativdem unbeeinflussbarender unbeeinflussbarendem unbeeinflussbarenden unbeeinflussbaren
Akkusativden unbeeinflussbarendie unbeeinflussbaredas unbeeinflussbaredie unbeeinflussbaren
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unbeeinflussbarereine unbeeinflussbareein unbeeinflussbareskeine unbeeinflussbaren
Genitiveines unbeeinflussbareneiner unbeeinflussbareneines unbeeinflussbarenkeiner unbeeinflussbaren
Dativeinem unbeeinflussbareneiner unbeeinflussbareneinem unbeeinflussbarenkeinen unbeeinflussbaren
Akkusativeinen unbeeinflussbareneine unbeeinflussbareein unbeeinflussbareskeine unbeeinflussbaren

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Die Endung -bar bezeichnet bei beeinflussbar die Möglichkeit, beeinflusst zu werden. Un- verneint diese Möglichkeit. Im Alltag wird die Bildung oft zugespitzt gebraucht: Gemeint ist dann, dass eine konkrete Einflussnahme erfolglos bleibt, nicht dass der Mensch grundsätzlich keinerlei Einflüssen unterliegt.

Zur Übersicht der Charaktereigenschaften