unbeirrbar

Unbeirrbar: Sich durch Zweifel, Widerstände oder Ablenkung nicht vom eingeschlagenen Weg oder einer Überzeugung abbringen lassend.

Was bedeutet unbeirrbar?

Unbeirrbar beschreibt eine besonders feste Ausrichtung. Eine Person verfolgt ein Ziel weiter, obwohl andere zweifeln, Schwierigkeiten auftreten oder verlockende Umwege angeboten werden. Das Wort kann Ausdauer und Entschlossenheit anerkennend hervorheben.

Die Festigkeit beweist jedoch nicht, dass Ziel oder Überzeugung richtig sind. Auch ein Irrtum kann unbeirrbar verteidigt werden. Für die Bewertung ist daher zu prüfen, ob die Figur bloß Widerstände überwindet oder berechtigte Einwände ausblendet.

Auf den PunktUnbeirrbar ist eine Aussage über Festigkeit, nicht über die Richtigkeit des Ziels.

Beispiele und Verwendung

Unbeirrbar arbeitete sie nach jeder Absage weiter an ihrer Bewerbung.

So ist es gemeint: Rückschläge verändern die Zielrichtung nicht.

Er hielt unbeirrbar an einer widerlegten Behauptung fest.

So ist es gemeint: Die gleiche Festigkeit kann kritisch bewertet werden.

Ihr unbeirrbarer Einsatz half der Gruppe durch eine schwierige Phase.

So ist es gemeint: Die Beharrlichkeit hat hier eine hilfreiche Wirkung.

Typische Verbindungen: unbeirrbar handeln, ein unbeirrbarer Wille, unbeirrbar am Ziel festhalten, unbeirrbare Überzeugung.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

beharrlich
Betont anhaltendes Bemühen und kann weniger absolut wirken.
standhaft
Rückt Widerstand gegen Druck oder Versuchung in den Vordergrund.
unbelehrbar
Bewertet besonders das Nichtannehmen von Korrekturen negativ; das gehört nicht notwendig zu unbeirrbar.

Wankelmütig kann bei häufig wechselnden Entschlüssen ein Gegenbegriff sein. Lernbereit ist dagegen mit unbeirrbarem Einsatz vereinbar.

Unbeirrbar in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte möchte Elif ein altes Nachbarschaftsarchiv zugänglich machen. Nach zwei Absagen für einen Ausstellungsraum ordnet sie die Unterlagen weiter und sucht einen kleineren Ort. Auf den Hinweis, einige Namen müssten geschützt werden, reagiert sie mit einer Überarbeitung. Das Ziel gibt sie nicht auf, die Vorgehensweise verändert sie.

  1. Beobachtung: Elif hält trotz Absagen am Vorhaben fest und nimmt zugleich einen berechtigten Hinweis in ihre Planung auf.
  2. Deutung: Ihr Einsatz ist unbeirrbar, weil das Ziel stabil bleibt, ohne dass jede Methode unveränderlich wäre.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene rechtfertigt keine Gleichsetzung mit Sturheit. Gerade ihre Überarbeitung zeigt Anpassungsfähigkeit im Vorgehen.

Musterformulierung

Elif verfolgt das Archivprojekt unbeirrbar, da sie nach mehreren Absagen weiterarbeitet und nach einer anderen Ausstellungsmöglichkeit sucht. Sachliche Einwände führen bei ihr dennoch zu Änderungen. Die Szene unterscheidet somit feste Zielbindung von starrer Verweigerung jeder Korrektur.

Der Absatz zeigt, woran die Figur festhält und was sie bereitwillig verändert.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·be·irr·bar
Verwandtes Nomen
die Unbeirrbarkeit

Unbeirrbar enthält zwei aufeinanderfolgende r. Beugungsformen sind ein unbeirrbarer Wille und mit unbeirrbarer Geduld.

SteigerungDas Wort hat bereits eine starke, nahezu absolute Bedeutung. Vergleiche wie noch unbeirrbarer können rhetorisch vorkommen; für sachliche Abstufungen sind beharrlicher oder noch weniger zu beirren oft genauer.

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunbeirrbarerunbeirrbareunbeirrbaresunbeirrbare
Genitivunbeirrbarenunbeirrbarerunbeirrbarenunbeirrbarer
Dativunbeirrbaremunbeirrbarerunbeirrbaremunbeirrbaren
Akkusativunbeirrbarenunbeirrbareunbeirrbaresunbeirrbare
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unbeirrbaredie unbeirrbaredas unbeirrbaredie unbeirrbaren
Genitivdes unbeirrbarender unbeirrbarendes unbeirrbarender unbeirrbaren
Dativdem unbeirrbarender unbeirrbarendem unbeirrbarenden unbeirrbaren
Akkusativden unbeirrbarendie unbeirrbaredas unbeirrbaredie unbeirrbaren
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unbeirrbarereine unbeirrbareein unbeirrbareskeine unbeirrbaren
Genitiveines unbeirrbareneiner unbeirrbareneines unbeirrbarenkeiner unbeirrbaren
Dativeinem unbeirrbareneiner unbeirrbareneinem unbeirrbarenkeinen unbeirrbaren
Akkusativeinen unbeirrbareneine unbeirrbareein unbeirrbareskeine unbeirrbaren

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Unbeirrbar gehört zu beirren, also jemanden verunsichern oder von einem Weg abbringen. Die Bildung mit un- und -bar verneint diese Möglichkeit. Sie beschreibt das Festhalten an einer Richtung, ohne damit schon deren Richtigkeit zu beweisen.

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