unbelehrbar

Unbelehrbar: Nicht bereit, eine Haltung oder ein Verhalten trotz nachvollziehbarer Hinweise, Gegenbelege oder Erfahrungen zu korrigieren.

Was bedeutet unbelehrbar?

Unbelehrbar ist ein deutlich kritisches Urteil über fehlende Einsicht. Gemeint ist nicht bloß, dass jemand anderer Meinung bleibt, sondern dass eine begründete Korrektur immer wieder abgewehrt wird. Die Aussage setzt deshalb mehr voraus als einen einzigen Widerspruch.

Wer eine unbelegte Behauptung oder eine herablassende Belehrung zurückweist, ist nicht allein deshalb unbelehrbar. In einer Analyse müssen die Qualität des Hinweises und die Reaktion der Figur sichtbar werden. Die Bezeichnung beschreibt die beobachtete Haltung, keine unveränderliche Grenze der Lernfähigkeit.

Auf den PunktFür unbelehrbar braucht es begründete Korrekturen und deren beharrliche Abwehr.

Beispiele und Verwendung

Trotz mehrfacher Gegenbelege wiederholte er unbelehrbar dieselbe falsche Behauptung.

So ist es gemeint: Die verweigerte Prüfung macht den Vorwurf nachvollziehbar.

Sie nannte ihn unbelehrbar, obwohl sie seine Frage nicht beantwortet hatte.

So ist es gemeint: Der Vorwurf kann selbst unbegründet sein.

Nach dem neuen Nachweis änderte er seine Meinung und erwies sich gerade nicht als unbelehrbar.

So ist es gemeint: Lernfähigkeit zeigt sich an einer möglichen Korrektur.

Typische Verbindungen: unbelehrbar bleiben, unbelehrbar an einer Behauptung festhalten, eine unbelehrbare Haltung.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

stur
Ist weiter und kann jedes starre Festhalten an einem Wunsch betreffen.
rechthaberisch
Betont das Bedürfnis, im Streit recht zu behalten.
unbeirrbar
Kann positiv die feste Zielbindung beschreiben und setzt keine Ablehnung guter Gründe voraus.

Lernbereit und einsichtig sind passende Gegenbegriffe. Zustimmung allein beweist allerdings noch kein Verständnis.

Unbelehrbar in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte behauptet Kai, ein bestimmter Schlüssel passe in jede Tür des Hauses. Die Hausmeisterin zeigt ihm zweimal die unterschiedlichen Schlösser; sein eigener Versuch misslingt ebenfalls. Dennoch erklärt er, alle anderen benutzten die Türen falsch, und weigert sich, den richtigen Schlüssel anzunehmen. Eine Nachbarin muss ihm schließlich öffnen.

  1. Beobachtung: Kai weist Erklärung und eigene gegenteilige Erfahrung zurück und verschiebt den Fehler auf andere.
  2. Deutung: In dieser Sache wirkt er unbelehrbar, weil mehrere überprüfbare Korrekturen seine Behauptung nicht verändern.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene zeigt einen begrenzten Sachverhalt. Sie beweist nicht, dass Kai in jedem Lebensbereich dauerhaft nichts lernen kann.

Musterformulierung

Kai erscheint in der Schlüsselfrage unbelehrbar. Er hält trotz Erklärung und misslungenem Versuch an seiner Behauptung fest und macht andere für den Widerspruch verantwortlich. Der Vorwurf bezieht sich damit auf seine erkennbare Abwehr von Gegenbelegen in dieser Situation.

Die Musterformulierung benennt die Belege und die konkrete Form ihrer Abwehr.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·be·lehr·bar
Verwandtes Nomen
die Unbelehrbarkeit

Unbelehrbar wird mit dem Grundwort belehrbar zusammengeschrieben. Es heißt ein unbelehrbarer Gegner und eine unbelehrbare Haltung.

SteigerungAls starke Aussage über fehlende Einsicht wird unbelehrbar gewöhnlich nicht gesteigert. Rhetorische Vergleiche sind möglich; genauer ist oft noch weniger zu einer Korrektur bereit.

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunbelehrbarerunbelehrbareunbelehrbaresunbelehrbare
Genitivunbelehrbarenunbelehrbarerunbelehrbarenunbelehrbarer
Dativunbelehrbaremunbelehrbarerunbelehrbaremunbelehrbaren
Akkusativunbelehrbarenunbelehrbareunbelehrbaresunbelehrbare
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unbelehrbaredie unbelehrbaredas unbelehrbaredie unbelehrbaren
Genitivdes unbelehrbarender unbelehrbarendes unbelehrbarender unbelehrbaren
Dativdem unbelehrbarender unbelehrbarendem unbelehrbarenden unbelehrbaren
Akkusativden unbelehrbarendie unbelehrbaredas unbelehrbaredie unbelehrbaren
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unbelehrbarereine unbelehrbareein unbelehrbareskeine unbelehrbaren
Genitiveines unbelehrbareneiner unbelehrbareneines unbelehrbarenkeiner unbelehrbaren
Dativeinem unbelehrbareneiner unbelehrbareneinem unbelehrbarenkeinen unbelehrbaren
Akkusativeinen unbelehrbareneine unbelehrbareein unbelehrbareskeine unbelehrbaren

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Belehrbar bezeichnet die Möglichkeit, durch Hinweise oder Erfahrung zu einer anderen Einsicht zu gelangen. Unbelehrbar verneint diese Möglichkeit. Im kritischen Gebrauch steht die fehlende Bereitschaft zur Korrektur im Vordergrund; eine allgemeine Unfähigkeit zu lernen folgt daraus nicht.

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