Konnotation
Form & Grammatik
- Lemma
- die Konnotation
- Wortart
- Substantiv, feminin
- Worttrennung
- Kon·no·ta·ti·on
- Genitiv
- der Konnotation
- Plural
- die Konnotationen
- Gebrauch
- vor allem Sprachwissenschaft; eigene Fachbedeutung in der Logik
Konnotation bezeichnet meist eine mit einem Ausdruck verbundene Nebenbedeutung oder Wertung. Sie kann mitschwingen, obwohl sie nicht zur reinen Benennung des Gegenstands gehört.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Was bei einem Wort mitschwingt
Ein Ausdruck kann neben seinem sachlichen Bezug Gefühle, Wertungen oder stilistische Vorstellungen aufrufen. Diese Konnotationen hängen vom Gebrauch, von gesellschaftlichen Konventionen und vom Zusammenhang ab. Sie müssen nicht für alle Menschen gleich sein.
„Die Bezeichnung ‚Bude‘ hat in der Wohnungsanzeige eine andere Konnotation als ‚Wohnung‘.“
Beide Wörter können sich auf denselben Wohnraum beziehen. Bude wirkt hier lockerer und kann bescheiden oder abwertend klingen; in einer freundschaftlichen Einladung wäre auch ein vertrauter Ton möglich.
Bedeutung 2: Begriffsinhalt in der Logik
In der Logik kann Konnotation den Inhalt eines Begriffs bezeichnen: die Merkmale, die mit ihm verbunden sind. Davon wird sein Umfang unterschieden, also die Gegenstände, auf die der Begriff zutrifft. Diese Fachbedeutung ist nicht mit einem bloß gefühlsmäßigen Beiklang gleichzusetzen.
„Zur Konnotation des Begriffs ‚Dreieck‘ gehört, dass die beschriebene ebene Figur drei Seiten besitzt.“
Das Beispiel nennt ein begriffliches Merkmal. Es zählt nicht alle einzelnen Dreiecke auf; diese Frage beträfe den Begriffsumfang.
Konnotation: Synonyme und andere Wörter
Bei Wortwahl und Wirkung
Beiklang · Nebenbedeutung · Begleitvorstellung
Beiklang ist häufig die anschaulichste Alternative. Nebenbedeutung kann missverständlich sein, wenn damit eine ganz andere Wörterbuchbedeutung gemeint ist. Konnotation bezeichnet hier eher das begleitende Mitschwingen innerhalb eines bestimmten Gebrauchs.
„Der Ausdruck hat eine abwertende Konnotation.“ → „Der Ausdruck hat einen abwertenden Beiklang.“
In einer logischen Erklärung
Begriffsinhalt · Merkmalsgehalt
Diese Ersatzwörter passen zur logischen Fachbedeutung. Gefühl oder Stimmung würden dort die Art der Aussage verändern.
„Wir unterscheiden Konnotation und Begriffsumfang.“ → „Wir unterscheiden Begriffsinhalt und Begriffsumfang.“
Beispiele und Verwendung
„Die Redaktion ersetzt die Bezeichnung, weil ihre negative Konnotation nicht zum sachlichen Bericht passt.“
Die Änderung betrifft die Wirkung der Wortwahl. Sie muss den bezeichneten Gegenstand nicht verändern.
Konnotation und Denotation
Bei der sprachlichen Unterscheidung meint Denotation den sachlichen Bezug eines Ausdrucks; Konnotation umfasst zusätzliche Begleitvorstellungen. Nicht jedes Paar ähnlich verwendeter Wörter hat deshalb genau dieselbe sachliche Bedeutung. Ein genauer Vergleich muss beides prüfen.
„Im vertrauten Gespräch klang das Wort liebevoll, im Behördenbrief hätte es eine herabsetzende Konnotation gehabt.“
Der Satz zeigt, warum die Textsorte und die Beziehung zwischen den Beteiligten für den Beiklang wichtig sind.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Konnotation. Der Genitiv Singular lautet der Konnotation, der Plural die Konnotationen. Mehrere unterschiedliche Beiklänge können im Plural benannt werden.
Die dezent markierten Teile zeigen tatsächliche Beugungsendungen. Die Wörter bleiben vollständig und unverändert lesbar.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Konnotation | die Konnotationen |
| Genitiv | der Konnotation | der Konnotationen |
| Dativ | der Konnotation | den Konnotationen |
| Akkusativ | die Konnotation | die Konnotationen |
Schreibweise und Worttrennung
Das Wort wird Konnotation geschrieben: mit nn. Die Worttrennung lautet Kon·no·ta·ti·on. Die Trennstellen sind keine zusätzlichen Buchstaben der gewöhnlichen Schreibung.
Herkunft
Die Wortbildung enthält lateinisch con- für „mit“ und notatio für eine Bezeichnung oder Aufzeichnung. Die sprachwissenschaftliche Verwendung ist auch durch englisch connotation vermittelt. Die Bestandteile passen zur Vorstellung, dass mit einem Ausdruck etwas zusätzlich bezeichnet oder verbunden wird.
Positive und negative Konnotation
Positiv konnotiert heißt, dass ein Ausdruck in einem bestimmten Zusammenhang günstige, zustimmende oder angenehme Vorstellungen mitträgt. Negativ konnotiert bezeichnet einen ungünstigen oder abwertenden Beiklang.
„Die Werbeanzeige nutzt die positive Konnotation von handgemacht, um Sorgfalt und persönliche Arbeit nahezulegen.“
Der Beiklang ist keine Garantie für die tatsächliche Qualität des beworbenen Produkts. Die Verbindung beschreibt zunächst eine sprachliche Wirkung.
Verwandte Wörter
Das Verb konnotieren und das Partizip konnotiert gehören zur Wortfamilie. Eine abwertende Wortwirkung lässt sich außerdem mit dem Adjektiv pejorativ beschreiben.
