servus
Form & Grammatik
- Stichwort
- servus
- Worttrennung
- ser·vus
Besonders bayrisch und österreichisch; freundschaftlicher Ton, kein allgemeiner Jugendtrend.
Gebrauch: Unveränderliche Interjektion zum Begrüßen oder Verabschieden. Keine Beugung oder Steigerung.
Servus ist ein freundschaftlicher Gruß. Man kann damit jemanden begrüßen oder verabschieden. Besonders in Bayern und Österreich gehört er zur regionalen Alltagssprache.
Bedeutungen
1 Beim Ankommen begrüßen
Servus eröffnet einen Kontakt ähnlich wie hallo. Ob man eine einzelne Person oder mehrere Menschen anspricht, zeigt der Gesprächszusammenhang. Der Gruß ist vertraulich; er besagt aber nicht, dass zwischen allen Beteiligten eine enge Freundschaft besteht.
„Servus zusammen, wo stellen wir die Fahrräder ab?“
Die Person kommt zu einer Gruppe und beginnt mit einem Gruß. Zusammen zeigt die Mehrzahl der Angesprochenen; servus selbst verändert sich nicht.
2 Sich verabschieden
Beim Weggehen kann servus ungefähr tschüs bedeuten. Dieselbe Grußform wirkt deshalb je nach Gesprächsposition als Beginn oder als Ende eines Kontakts.
„Ich muss jetzt zum Zug. Servus, bis nächste Woche!“
Die angekündigte Abreise macht klar, dass hier ein Abschiedsgruß gemeint ist. Es wird kein zweites Treffen am selben Tag versprochen.
Servus: passende Alternativen
Zur Begrüßung
Hallo kann die Begrüßungsfunktion meist gut wiedergeben: „Hallo zusammen, wo stellen wir die Fahrräder ab?“ Moin erfüllt eine ähnliche Aufgabe, hat aber eine andere regionale Färbung. Grüß Gott begegnet ebenfalls im südlichen Sprachraum und ist nicht auf einen freundschaftlichen Kontakt beschränkt.
Zum Abschied
Tschüs ist ein ungezwungener Abschiedsgruß. „Tschüs, bis nächste Woche“ behält die Aussage des Beispiels bei. Ciao passt im Deutschen ebenfalls oft beim Verabschieden. Auf Wiedersehen kann in einem förmlicheren Zusammenhang geeigneter sein.
Beispiele und Verwendung
„Servus, schön, dass du gekommen bist.“ Der folgende Satz macht die Begrüßung eindeutig und gibt ihr einen freundlichen Anlass.
„Servus, ich melde mich morgen noch einmal.“ Am Ende eines Telefonats ist das eine Verabschiedung. Der Zeitpunkt ergibt sich aus morgen, nicht aus dem Gruß.
Wer die örtlichen Umgangsformen noch nicht kennt, kann sich an der konkreten Situation orientieren. Ein regional vertrauter Gruß ist kein automatisches Angebot zum Duzen und sagt nichts Sicheres über Alter oder Herkunft einer Person.
Grammatik und Beugung
Servus ist eine Interjektion und bleibt als Gruß unverändert. Es gibt keine Personenreihe, keinen Plural des Grußes und keine Steigerung. „Servus, ihr beiden!“ verwendet dasselbe Wort wie „Servus, Lena!“ Die direkte Anrede wird mit Komma abgegrenzt.
Die Worttrennung lautet ser·vus. Das gewöhnliche Grußwort wird im Satz kleingeschrieben; am Beginn eines selbstständigen Grußsatzes heißt es „Servus!“
Woher der Gruß kommt
Der Gruß geht auf lateinisch servus zurück, sinngemäß „dein Diener“. Im heutigen freundschaftlichen Gruß wird damit kein Dienstverhältnis erklärt. Die historische Herkunft ist von der tatsächlichen Funktion im Gespräch zu unterscheiden.
