Meine Wörter

sich ins Fäustchen lachen

Form & Grammatik

WendungRedewendung
Stichwort
sich ins Fäustchen lachen
Form
Reflexive verbale Wendung mit einem Pronomen im Dativ. Worttrennung: sich ins Fäust·chen la·chen.

Gebrauch: Bildliche Wendung für heimliche Schadenfreude oder Genugtuung. Schweizerisch auch ohne Reflexivpronomen: ins Fäustchen lachen.

Formen und Verwendung im Detail

Die Formen passen sich an die Person an: ich lache mir ins Fäustchen, du lachst dir ins Fäustchen, sie lacht sich ins Fäustchen. Vergangenheitsformen sind sie lachte sich ins Fäustchen und sie hat sich ins Fäustchen gelacht. Mir, dir und sich stehen hier im Dativ. Der Infinitiv mit zu lautet sich ins Fäustchen zu lachen.

Definition · kurz erklärt

Sich ins Fäustchen lachen heißt, heimlich Schadenfreude oder Genugtuung zu empfinden.

Bedeutungen

Sich im Stillen freuen

Die bildliche Wendung rückt ein heimliches Vergnügen in den Vordergrund. Jemand kann sich über das Missgeschick einer anderen Person freuen oder Genugtuung empfinden, weil die eigene Einschätzung bestätigt wird. Welcher Anlass gemeint ist, muss die Szene zeigen.

Nach mehreren Umbauten klingt Ruths Windspiel so, wie sie es sich vorgestellt hat. Freunde hatten ihren Entwurf belächelt. Ruth erzählt ihnen zunächst nichts vom gelungenen Versuch. „Jetzt lache ich mir ins Fäustchen“, denkt sie und freut sich still über ihren Erfolg.

Die wiedergegebenen Gedanken machen Ruths heimliche Genugtuung deutlich. Sie sieht ihren Entwurf bestätigt. Im Beispiel wird kein Missgeschick einer anderen Person erzählt, über das sie sich freuen müsste.

Den konkreten Grund der heimlichen Freude verrät die Wendung nicht allein; hier liefert ihn die erzählte Vorgeschichte.

Lachen, Schadenfreude und Genugtuung

lachen

Lachen kann eine sichtbare oder hörbare Reaktion bezeichnen. Die Fäustchen-Wendung hebt ein heimliches Vergnügen hervor. Ob dabei hörbar gelacht wird, zeigt erst der Zusammenhang.

„Ruth lacht“ beschreibt eine Reaktion. „Ruth lacht sich ins Fäustchen“ lenkt den Blick auf ihre heimliche Freude.

schadenfroh

Schadenfroh nennt als Anlass das Missgeschick oder den Nachteil einer anderen Person. Die Fäustchen-Wendung kann diese Freude bezeichnen; belegt ist aber auch heimliche Genugtuung. Nicht jede Bestätigung des eigenen Entwurfs beruht auf dem Scheitern anderer.

„Sie freut sich heimlich über seine Enttäuschung“ erläutert eine schadenfrohe Verwendung. Ruths Freude über den gelungenen eigenen Versuch hat einen anders erzählten Anlass.

Genugtuung

Genugtuung kann eine als angemessen empfundene Bestätigung oder Zufriedenheit bezeichnen. Die Wendung hebt deren heimliches Erleben hervor. Genugtuung muss nicht auf fremdem Missgeschick beruhen.

„Ruth freut sich still darüber, dass ihr Plan aufgegangen ist“ kann in dieser Szene „Ruth lacht sich ins Fäustchen“ erläutern.

Beispiele und Verwendung

Schadenfreude schildern

Ben hat den ganzen Abend allein das Fernsehprogramm bestimmt. Als die Übertragung seines Lieblingsspiels wegen einer Störung abbricht, lacht sich seine Mitbewohnerin ins Fäustchen.

Die Szene nennt seine Enttäuschung als Anlass ihrer Freude und veranschaulicht damit die schadenfrohe Verwendung.

Grammatik

Die Formen passen sich an die Person an: ich lache mir ins Fäustchen, du lachst dir ins Fäustchen, sie lacht sich ins Fäustchen. Vergangenheitsformen sind sie lachte sich ins Fäustchen und sie hat sich ins Fäustchen gelacht. Mir, dir und sich stehen hier im Dativ. Ins verbindet in und das; Fäustchen ist ein sächliches Nomen im Singular. Der Infinitiv mit zu lautet sich ins Fäustchen zu lachen. Schweizerisch ist auch die Fassung ins Fäustchen lachen ohne Reflexivpronomen belegt.

Varianten

Die schweizerische Fassung ins Fäustchen lachen kommt ohne sich beziehungsweise das angepasste Reflexivpronomen aus.