arbeiten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- arbeiten
- Worttrennung
- ar·bei·ten
- Präsens
- arbeitet
- Präteritum
- arbeitete
- Partizip II
- gearbeitet
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- an etwas arbeiten (Dativ); für jemanden arbeiten (Akkusativ); mit jemandem arbeiten (Dativ)
Das Perfekt lautet hat gearbeitet. In du arbeitest und ich arbeitete bleibt das e nach dem Stamm arbeit- erhalten. Unpersönliches es arbeitet in ihm ist eine besondere Konstruktion.
Arbeiten bedeutet eine Tätigkeit ausüben, eine Aufgabe bearbeiten oder beruflich beschäftigt sein. Auch eine Maschine kann arbeiten, wenn sie in Betrieb ist. Eine Person kann arbeiten, ohne angestellt zu sein; das Verb legt die Beschäftigungsform nicht fest.
Tätigkeit und Beruf unterscheiden
„Sie arbeitet im Garten“ beschreibt eine Beschäftigung. „Sie arbeitet in einer Gärtnerei“ kann ihren Beruf nennen. Der Ort allein ist dennoch kein sicherer Beleg für Bezahlung: Auch ein Praktikum oder eine freiwillige Mithilfe muss durch weitere Angaben eingeordnet werden.
Wer an einem Text arbeitet, beschäftigt sich mit dessen Entstehung oder Verbesserung. Das Ergebnis ist nicht zwingend fertig. Bei über + Akkusativ kann arbeiten eine vertiefte, häufig wissenschaftliche Beschäftigung mit einem Thema bezeichnen.
Bei Maschinen bedeutet arbeiten funktionieren oder in Betrieb sein. Wendungen wie „Es arbeitet in ihm“ beschreiben dagegen bildlich einen inneren Vorgang, etwa anhaltendes Nachdenken. Arbeiten ist kein Synonym für erfolgreich abschließen. Dauer, Aufwand und Ergebnis müssen getrennt benannt werden.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| tätig sein | In einem Bereich arbeiten | Häufig sachlicher oder förmlicher; bezeichnet noch keine bestimmte Arbeitsform. |
| sich beschäftigen mit | An einer Frage oder einem Thema arbeiten | Kann unverbindlicher klingen und auch reine Aufmerksamkeit ohne konkretes Produkt meinen. |
| bearbeiten | An einem Text oder einer Aufgabe arbeiten | Benötigt gewöhnlich ein direktes Akkusativobjekt und hebt den Gegenstand hervor. |
| in Betrieb sein | Eine Maschine arbeitet | Passt zu technischen Gegenständen, nicht ohne Weiteres zu einer menschlichen Berufstätigkeit. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine Aufgabe bearbeiten
Ausgangssatz: Nora arbeitet an der Einleitung ihres Berichts.
Alternative: Nora bearbeitet die Einleitung ihres Berichts.
Die zweite Fassung verwendet ein direktes Objekt. Sie kann stärker nahelegen, dass schon ein Text vorliegt, der verändert wird. An der Einleitung arbeiten lässt auch deren erste Entstehung offen.
Beispielpaar 2: Technischen Betrieb beschreiben
Ausgangssatz: Während der Vorführung arbeitet die kleine Pumpe leise.
Alternative: Während der Vorführung ist die kleine Pumpe leise in Betrieb.
Die Alternative macht die technische Lesart ausdrücklich. Beide Fassungen beschreiben den beobachteten Betrieb, nicht automatisch dessen Effizienz oder störungsfreie Dauer.
Arbeitet, arbeitete, hat gearbeitet
Arbeiten ist ein schwaches Verb. Weil der Stamm auf t endet, tritt vor bestimmten Endungen ein e hinzu: du arbeitest, er arbeitet. Das ist keine abweichende starke Beugung.
Konjugation von arbeiten
Das Perfekt lautet hat gearbeitet. In du arbeitest und ich arbeitete bleibt das e nach dem Stamm arbeit- erhalten. Unpersönliches es arbeitet in ihm ist eine besondere Konstruktion.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | arbeite | arbeitete | arbeite | arbeitete |
| du | arbeitest | arbeitetest | arbeitest | arbeitetest |
| er/sie/es | arbeitet | arbeitete | arbeite | arbeitete |
| wir | arbeiten | arbeiteten | arbeiten | arbeiteten |
| ihr | arbeitet | arbeitetet | arbeitet | arbeitetet |
| sie/Sie | arbeiten | arbeiteten | arbeiten | arbeiteten |
Das Perfekt lautet hat gearbeitet. In an dem Entwurf arbeiten steht an mit Dativ. Für einen Verein arbeiten verbindet sich mit Akkusativ, mit einer Kollegin arbeiten mit Dativ. Die Präpositionen zeigen unterschiedliche Beziehungen: Gegenstand, Auftraggeber oder Zusammenarbeit.
Arbeiten mit einfachem t
Die Grundform arbeiten enthält ein einfaches t. Im Präteritum arbeitete kommt eine weitere t-haltige Endung hinzu. Der Infinitiv mit zu wird getrennt geschrieben: zu arbeiten. Als Nomen wird das Arbeiten großgeschrieben; es bezeichnet den Vorgang.
Die Art der Arbeit zeigen
„Ich arbeite daran“ kann eine hilfreiche Zwischenmeldung sein, bleibt aber vage. Präziser ist „Ich prüfe gerade die Quellenangaben und ergänze die fehlenden Seitenzahlen“. So wird erkennbar, welcher Schritt tatsächlich erfolgt.
Das Nomen Arbeit unterscheidet außerdem Vorgang und Ergebnis. Wer angestellt ist, arbeitet in einem Beschäftigungsverhältnis; selbstständig Tätige können ebenso arbeiten. Arbeitsam bewertet den Einsatz, ohne daraus schon einen Erfolg abzuleiten. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.
