arbeitsam

Arbeitsam bedeutet, dass jemand eifrig und viel arbeitet. Das Adjektiv hebt den Arbeitseinsatz hervor. Es wird häufig anerkennend gebraucht, sagt aber noch nicht, wie erfolgreich oder ausgewogen die Arbeit ist.

Was bedeutet arbeitsam?

Eine arbeitsame Person widmet ihren Aufgaben viel Zeit und Mühe. Das kann einen Beruf betreffen, aber ebenso Lernen, handwerkliche Tätigkeit oder unbezahlte Arbeit. Die Bedeutung ist nicht auf Erwerbstätigkeit beschränkt und sollte nicht mit dem bloßen Vorhandensein einer Arbeitsstelle verwechselt werden.

Der Akzent liegt auf der Tätigkeit, nicht unmittelbar auf dem Ergebnis. Wer sehr lange an etwas arbeitet, kann dennoch wenig erreichen; eine andere Person kann mit geringem Zeitaufwand viel bewirken. In einem Text kann Arbeitsamkeit gelobt werden, aber auch als Teil einer belastenden Lebensführung erscheinen.

Beispiele für arbeitsam

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Die arbeitsame Schneiderin begann früh mit den Reparaturen und widmete sich auch am Nachmittag geduldig den schwierigen Nähten.“

Der Satz zeigt anhaltenden Arbeitseinsatz an konkreten Aufgaben.

„In den Ferien blieb Jo arbeitsam und überarbeitete jeden Vormittag mehrere Seiten seiner Erzählung.“

Auch selbst gewählte schöpferische Tätigkeit kann als arbeitsam beschrieben werden.

„Der Vater war arbeitsam, doch sein Sohn vermisste die gemeinsamen Abende.“

Das Beispiel verbindet den Arbeitseinsatz mit einer anderen Perspektive auf seine Folgen.

Ähnliche Wörter und Unterschiede

Fleißig
Ist eine nahe, im Alltag sehr gebräuchliche Alternative. Sie kann auch regelmäßiges Üben und Lernen hervorheben; arbeitsam lenkt ausdrücklich auf die Arbeitstätigkeit.
Produktiv
Bezieht sich stärker auf hervorgebrachte Ergebnisse. Viel Arbeit und hoher Ertrag sind verschiedene Aussagen.
Arbeitsreich
Beschreibt meist eine Zeit oder Situation mit vielen Aufgaben. Ein arbeitsreicher Tag kann auch jemanden treffen, der sonst wenig Initiative zeigt.

Arbeitsam in einer Charakterisierung

In einer Charakterisierung sollte Arbeitseinsatz an wiederholten Tätigkeiten oder an einem beschriebenen Tagesablauf gezeigt werden. Prüfe dabei, ob die Figur aus Freude, Pflichtgefühl oder wirtschaftlichem Druck arbeitet. Diese möglichen Beweggründe stehen nicht bereits im Adjektiv und dürfen nur aus dem Text erschlossen werden.

Die Figur erscheint arbeitsam: Sie nutzt die frühen Morgenstunden für die Vorbereitung und bleibt auch nach dem gemeinsamen Essen bei ihrer Aufgabe. Der Text betont damit vor allem ihren beständigen Einsatz.

Eigene Musterformulierung für eine erfundene Szene. Für einen literarischen Text muss die Aussage an einer passenden Textstelle belegt werden.

Herkunft und Wortbildung

Arbeitsam ist eine Bildung aus Arbeit und -sam. Die Endung kennzeichnet hier eine ausgeprägte Neigung beziehungsweise Eigenschaft. Anders als bei arbeitsreich steht in der Schreibung kein zusätzliches Fugen-s zwischen dem Wortstamm und der Endung.

Schreibung und Grammatik

Die richtige Form lautet arbeitsam mit einem s nach t. Die Steigerung heißt arbeitsamer, am arbeitsamsten. Das Substantiv zur Eigenschaft lautet Arbeitsamkeit. In ‚sie arbeitet arbeitsam‘ ist die Bedeutung doppelt; ‚sie arbeitet eifrig‘ klingt meist natürlicher.

Gebeugte Formen sind beispielsweise arbeitsamer, arbeitsame und arbeitsames. Die passende Endung hängt unter anderem von Fall, Geschlecht und Begleitwort des Nomens ab. Näheres erklärt die Übersicht zu Adjektiven.

Quellen und weiterführende Seiten

  • Duden: arbeitsam – Bedeutung und Schreibung; Wortart, soweit im Eintrag angegeben.

Arbeitsam in der Übersicht der Charaktereigenschaften · Eine Charakterisierung schreiben