aufhalten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufhalten
- Worttrennung
- auf·hal·ten
- Präsens
- hält auf
- Präteritum
- hielt auf
- Partizip II
- aufgehalten
- Hilfsverb
- haben
Aufhalten bedeutet jemanden oder etwas am Weitergehen hindern, einen Vorgang verzögern oder etwas geöffnet halten. Reflexiv heißt sich irgendwo aufhalten sich an einem Ort befinden. Sich mit etwas aufzuhalten kann ein längeres, oft als unnötig bewertetes Beschäftigen meinen.
Hindern, offen halten und verweilen
Eine Rückfrage kann jemanden aufhalten, weil sie Zeit beansprucht. Das muss keine Absicht sein: Auch eine unerwartete Unterbrechung kann den Ablauf verzögern. Eine Entwicklung aufzuhalten kann dagegen bedeuten, ihren weiteren Fortgang ganz zu stoppen.
Jemandem die Tür aufzuhalten ist eine andere Handlung. Die Tür wird offen gehalten, damit die Person hindurchgehen kann. Gerade hier unterstützt aufhalten das Weitergehen, statt es zu behindern.
Wer sich im Lesesaal aufhält, befindet sich dort. Wer sich mit einer Nebensache aufhält, verwendet darauf Zeit, die im Zusammenhang als zu viel erscheinen kann. Die reflexive Ortsangabe enthält für sich genommen keine Kritik am Zeitaufwand. Die Präposition und die Ergänzung bestimmen die genaue Aussage.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| verzögern | Eine Rückfrage hält den Ablauf auf | Betont den Zeitverlust; der Vorgang muss nicht vollständig zum Stillstand kommen. |
| stoppen | Eine Entwicklung aufhalten | Stärker als bloßes Verzögern, wenn der Fortgang tatsächlich verhindert wird. |
| offen halten | Jemandem eine Tür aufhalten | Erklärt die körperliche Handlung, nicht die Verzögerung einer Person. |
| sich befinden | Sich an einem Ort aufhalten | Neutrale Ortsbeschreibung ohne Behinderungs- oder Kritikbedeutung. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine Verzögerung
Ausgangssatz: Die fehlende Adresse hält den Versand der Einladung auf.
Alternative: Die fehlende Adresse verzögert den Versand der Einladung.
Beide Fassungen beschreiben einen beeinträchtigten Ablauf. Sie sagen nicht, dass die Einladung niemals verschickt wird. Die Ursache wird konkret genannt, ohne jemandem automatisch Absicht zu unterstellen.
Beispielpaar 2: Ein Ort des Aufenthalts
Ausgangssatz: Während der Pause hält sich Ada im Innenhof auf.
Alternative: Während der Pause befindet sich Ada im Innenhof.
Hier ist keine Behinderung gemeint. Die zweite Fassung klingt etwas sachlicher. Beide nennen den Ort und das Zeitfenster, nicht die Tätigkeit, der Ada dort nachgeht.
Hält auf, hielt auf, hat aufgehalten
Aufhalten ist ein starkes, trennbares Verb. Bei du und er/sie/es steht im Präsens ä; das Präteritum lautet hielt auf. Das Partizip heißt aufgehalten.
Konjugation von aufhalten
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | halte auf | hielt auf | halte auf | hielte auf |
| du | hältst auf | hieltest auf / hieltst auf | haltest auf | hieltest auf |
| er/sie/es | hält auf | hielt auf | halte auf | hielte auf |
| wir | halten auf | hielten auf | halten auf | hielten auf |
| ihr | haltet auf | hieltet auf | haltet auf | hieltet auf |
| sie/Sie | halten auf | hielten auf | halten auf | hielten auf |
Das Perfekt lautet hat aufgehalten, auch reflexiv: „Sie hat sich im Hof aufgehalten“. Bei jemandem die Tür aufhalten steht die begünstigte Person im Dativ, die Tür im Akkusativ. Bei sich mit einer Frage aufhalten verlangt mit den Dativ.
Aufzuhalten mit einfachem t im Stamm
Der zu-Infinitiv lautet aufzuhalten. Im Hauptsatz heißt es „Die Nachfrage hält uns auf“, im Nebensatz „weil die Nachfrage uns aufhält“. Im Präteritum steht ie: hielt. „Haltete auf“ ist keine richtige Form.
Höflichkeit und tatsächliche Wirkung
„Ich möchte Sie nicht länger aufhalten“ ist eine mögliche Gesprächsbeendigung. Der Satz berücksichtigt die Zeit des Gegenübers. Er beweist aber nicht, dass das bisherige Gespräch tatsächlich unerwünscht oder nutzlos war.
Anhalten kann den Stillstand einer Bewegung bezeichnen und überschneidet sich nur in bestimmten Fällen. Aufbrechen meint dagegen den Beginn eines Wegs, an dem jemand durch ein Hindernis gehindert werden kann. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
