aufwarten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufwarten
- Worttrennung
- auf·war·ten
- Präsens
- wartet auf
- Präteritum
- wartete auf
- Partizip II
- aufgewartet
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- mit etwas aufwarten (mit + Dativ); jemandem aufwarten (Dativ)
Das Perfekt lautet hat aufgewartet. Sie wartet mit einem Vorschlag auf gehört zu aufwarten; sie wartet auf einen Vorschlag zu warten.
Aufwarten bedeutet etwas anbieten, präsentieren oder zu bieten haben. Häufig steht die Verbindung mit etwas aufwarten. Sie hebt eine Leistung, eine Neuigkeit oder ein Angebot hervor und ist von warten auf zu unterscheiden.
Etwas bieten oder hervorheben
Ein Vortrag kann mit neuen Beispielen aufwarten, eine Ausstellung mit ungewöhnlichen Gegenständen. Das Wort lenkt die Aufmerksamkeit auf das Gebotene. Es kann lobend, aber auch ironisch verwendet werden.
Wer nur mit einer altbekannten Ausrede aufwartet, erhält damit gerade kein Lob. Die Wertung ergibt sich aus der Beschreibung und dem Zusammenhang. Aufwarten allein garantiert weder Neuheit noch besondere Qualität.
Beim Bewirten kann jemand mit Speisen oder Getränken aufwarten; diese Verwendung wirkt gehoben. Jemandem aufzuwarten im Sinn von bedienen klingt heute veraltend. Mit einem Ergebnis aufzuwarten heißt nicht, auf dieses Ergebnis zu warten. Die ähnliche Wortfolge darf nicht über die unterschiedliche Bedeutung hinwegtäuschen.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| bieten | Ein Programm wartet mit mehreren Übungen auf | Neutraler und direkter; die hervorhebende Wirkung wird schwächer. |
| präsentieren | Mit neuen Erkenntnissen aufwarten | Betont die Vorstellung vor anderen, nicht nur das Vorhandensein. |
| anbieten | Den Gästen mit Erfrischungen aufwarten | Im Alltag meist weniger gehoben; beschreibt das Angebot. |
| vorweisen können | Mit einem überzeugenden Ergebnis aufwarten | Passt zu einem vorhandenen Ergebnis, nicht zu einem bloßen Versprechen. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Angebot klar beschreiben
Ausgangssatz: Der neue Rundgang wartet mit drei zusätzlichen Hörstationen auf.
Alternative: Der neue Rundgang bietet drei zusätzliche Hörstationen.
Die zweite Fassung ist nüchterner und kürzer. Beide nennen einen konkreten Zusatz. Ob dieser für Besucher hilfreich ist, ergibt sich erst aus Inhalt, Bedienung und Zusammenhang der Hörstationen.
Beispielpaar 2: Einen ironischen Ton erkennen
Ausgangssatz: Auf die genaue Nachfrage wartet er nur mit derselben vagen Ausrede auf.
Alternative: Auf die genaue Nachfrage präsentiert er nur dieselbe vage Ausrede.
Die Wörter nur, dieselbe und vage tragen die Kritik. Aufwarten erhält dadurch einen ironischen Unterton. Eine neutrale Wiedergabe müsste genauer nennen, was geantwortet wurde und welche Information weiterhin fehlt.
Wartet auf, wartete auf, hat aufgewartet
Aufwarten ist ein schwaches, trennbares Verb. Die Ergänzung mit verlangt den Dativ. Eine Person, der etwas geboten wird, kann zusätzlich im Dativ stehen.
Konjugation von aufwarten
Das Perfekt lautet hat aufgewartet. Sie wartet mit einem Vorschlag auf gehört zu aufwarten; sie wartet auf einen Vorschlag zu warten.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | warte auf | wartete auf | warte auf | wartete auf |
| du | wartest auf | wartetest auf | wartest auf | wartetest auf |
| er/sie/es | wartet auf | wartete auf | warte auf | wartete auf |
| wir | warten auf | warteten auf | warten auf | warteten auf |
| ihr | wartet auf | wartetet auf | wartet auf | wartetet auf |
| sie/Sie | warten auf | warteten auf | warten auf | warteten auf |
Es heißt hat aufgewartet. Vergleiche: „Sie wartet mit einem Vorschlag auf“ und „Sie wartet auf einen Vorschlag“. Im zweiten Satz gehört auf als Präposition zu warten und verlangt hier den Akkusativ. Dessen Perfekt lautet „hat auf einen Vorschlag gewartet“.
Aufzuwarten, nicht auf zu warten
Beim Verb aufwarten heißt der zu-Infinitiv aufzuwarten. Beim gewöhnlichen Warten bleibt die Wortgruppe getrennt: auf eine Antwort zu warten. Im Nebensatz heißt es „weil die Ausstellung mit neuen Funden aufwartet“.
Den Inhalt in den Vordergrund stellen
Anbieten ist häufig die schlichtere Alternative. Auftragen kann das Servieren bezeichnen; anführen passt zum Nennen eines konkreten Belegs. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
