beenden

Beenden bedeutet, etwas zu Ende oder zum Abschluss zu bringen. Das Verb nennt den Endpunkt, aber nicht automatisch einen Erfolg oder ein fertiges Ergebnis. Beendigen ist eine seltenere Variante und wird hier gemeinsam mit beenden erklärt.

Einen Vorgang zu Ende bringen

Etwas zu beenden bedeutet, dafür zu sorgen, dass es nicht weitergeht oder zum Abschluss kommt. Man kann ein Gespräch, eine Arbeit, eine Veranstaltung oder eine Tätigkeit beenden. Das Verb nennt den Endpunkt, nicht automatisch den Grund dafür.

Beenden bedeutet deshalb nicht immer erfolgreich fertigstellen. Eine Person kann ihre Arbeit beenden, weil sie erledigt ist, oder weil sie nicht weiterarbeiten will. Zusätze wie erfolgreich, vorzeitig oder ohne Ergebnis machen den Unterschied deutlicher.

Ein beendetes Gespräch hat keine notwendige Fortsetzung in derselben Situation. Eine bloße Unterbrechung lässt dagegen eher erwarten, dass es später weitergeht. Ein abgebrochenes Gespräch hebt häufig hervor, dass der Abschluss plötzlich oder vor dem vorgesehenen Ende erfolgt.

Die Wortwahl ist besonders wichtig bei Berichten über Ausbildung, Projekte oder Verhandlungen. „Sie beendete die Verhandlungen“ sagt noch nicht, ob eine Einigung erzielt wurde. Wer einen erfolgreichen Abschluss meint, sollte das Ergebnis zusätzlich nennen.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
abschließeneine Tätigkeit zu einem Ende bringenKann stärker nach einem geordneten oder vollständigen Abschluss klingen.
aufhören miteine Tätigkeit nicht fortsetzenAlltäglicher und mit anderem Satzbau.
abbrechenetwas vorzeitig oder unvermittelt beendenBetont den nicht regulären oder abrupten Verlauf.
fertigstellenein Werk beendenPasst bei einem tatsächlich fertigen Ergebnis, nicht bei bloßer Aufgabe.

Eigene Beispiele: das Ergebnis offenlassen

Ausgangssatz: Die Gruppe beendete die Besprechung nach einer Stunde.

Alternative: Die Gruppe schloss die Besprechung nach einer Stunde ab.

Die eigenen Sätze benennen das Ende. Sie sagen nicht, ob alle Streitfragen gelöst wurden. Ein geordnet klingender Abschluss ist noch kein Beleg für Einigkeit.

Eigene Beispiele: nicht versehentlich Erfolg behaupten

Ausgangssatz: Mara beendete die Arbeit am Entwurf, obwohl zwei Abschnitte noch fehlten.

Alternative: Mara hörte mit der Arbeit am Entwurf auf, obwohl zwei Abschnitte noch fehlten.

Die Alternative bewahrt den unvollständigen Stand. „Mara stellte den Entwurf fertig“ wäre falsch, weil die ausdrücklich fehlenden Abschnitte gerade gegen ein fertiges Ergebnis sprechen.

Beendet, beendete, hat beendet

Beenden ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben; das Partizip lautet beendet.

PersonPräsensPräteritum
ichbeendebeendete
dubeendestbeendetest
er / sie / esbeendetbeendete
wirbeendenbeendeten
ihrbeendetbeendetet
sie / Siebeendenbeendeten

Der Gegenstand steht im Akkusativ: den Vortrag beenden. In der Alternative aufhören mit folgt der Dativ: mit dem Vortrag aufhören. Enden hat einen anderen Satzbau: Der Vortrag endet, aber die Rednerin beendet den Vortrag.

Beenden oder beendigen?

Beendigen ist eine seltenere Variante von beenden und nicht grundsätzlich falsch. Sie wird ebenfalls regelmäßig gebeugt: beendigt, beendigte, hat beendigt. Die Formen dürfen nicht vermischt werden: hat beendet gehört zu beenden, hat beendigt zu beendigen.

Für einen schlichten Alltagstext ist beenden meist die unauffälligere Wahl. Das Nomen Beendigung ist unabhängig davon gebräuchlich. Beide e am Anfang bleiben erhalten: be plus Ende ergibt die Schreibung beenden.

Endpunkt und Ergebnis auseinanderhalten

Ein eigener Berichtssatz lautet: „Die Leitung beendete das Treffen mit der Vereinbarung, die offene Frage am Montag erneut zu besprechen.“ Der Satz beschreibt den Abschluss des Treffens und zugleich die noch offene Sache. So entsteht kein falscher Eindruck vollständiger Lösung.

Für eine Zusammenfassung ist es hilfreich, Anlass, Endpunkt und Ergebnis getrennt zu nennen. Nicht jeder Abbruch ist ein Scheitern, nicht jedes Ende ein Erfolg. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.