behindern
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- behindern
- Worttrennung
- be·hin·dern
- Präsens
- behindert
- Präteritum
- behinderte
- Partizip II
- behindert
- Hilfsverb
- haben
Behindern ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt wird mit haben gebildet: „Die Baustelle hat den Verkehr behindert.“ Das Partizip lautet behindert, ohne zusätzliches ge-.
behindern: jemandem eine Tätigkeit erschweren oder einen Ablauf, eine Bewegung oder eine Entwicklung beeinträchtigen; das Ergebnis muss dadurch nicht völlig verhindert werden.
Behindern heißt: etwas schwieriger machen
Wer jemanden behindert, erschwert dessen Tätigkeit oder schränkt seine Möglichkeiten ein. Auch Gegenstände, Zustände oder Regeln können etwas behindern. „Die abgestellten Kisten behindern den Zugang“ beschreibt eine erschwerte Nutzung des Weges. Dafür müssen die Kisten weder absichtlich dort stehen noch den Weg vollständig versperren.
Behindern und verhindern sind nicht immer austauschbar. Behindern richtet den Blick auf ein Hindernis oder eine Erschwernis. Verhindern sagt im betreffenden Zusammenhang stärker aus, dass eine Handlung oder ein Ereignis nicht zustande kommt. Eine Baustelle kann eine Fahrt behindern, obwohl man das Ziel erreicht. Verhindert sie die Fahrt, findet diese nicht wie vorgesehen statt.
Bei Personen sollte der Satz die konkrete Handlung benennen: „Die ständigen Zwischenrufe behindern sie beim Vorlesen“ ist genauer als „Sie wird behindert“. Das Verb allein erklärt noch nicht, worin die Erschwernis besteht. Auch eine Absicht darf man daraus nicht ohne Weiteres ableiten.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| erschweren | eine Aufgabe oder einen Ablauf schwieriger machen | Sehr nahe, wenn es um zusätzlichen Aufwand geht; nicht zwingend um eine Blockade. |
| hemmen | eine Entwicklung oder Bewegung bremsen | Betont die verringerte Entfaltung oder Geschwindigkeit, etwa bei einer Entwicklung. |
| beeinträchtigen | die Qualität oder Funktionsfähigkeit vermindern | Kann auch das Ergebnis betreffen, ohne dass ein konkretes Hindernis vorliegt. |
| aufhalten | jemanden verzögern oder am Weiterkommen hindern | Hebt häufig den Zeitverlust hervor; kann in anderen Sätzen auch stoppen bedeuten. |
| verhindern | das Zustandekommen unterbinden | Nur passend, wenn tatsächlich nicht bloß eine Erschwernis gemeint ist. |
Was verändert ein anderes Verb?
Eigener Beispielsatz: „Das laute Gespräch behindert die Aufnahme.“
Zum Vergleich: „Das laute Gespräch verhindert die Aufnahme.“
Im ersten Satz kann die Aufnahme stattfinden, aber erschwert oder gestört sein. Im zweiten wird ihr Zustandekommen verneint. Wer nur weiß, dass Hintergrundgeräusche entstanden, sollte nicht ungeprüft die stärkere Formulierung wählen.
Eigener Beispielsatz: „Der abgestellte Wagen behindert die Anlieferung.“
Zum Vergleich: „Der abgestellte Wagen verzögert die Anlieferung.“
Behindern benennt eine Erschwernis; verzögern legt fest, dass die Anlieferung später erfolgt. Vielleicht ist sie trotz des Wagens pünktlich möglich, erfordert aber einen längeren Trageweg. Dann wäre verzögern eine zusätzliche, noch nicht belegte Behauptung.
Genau beschreiben statt Absicht unterstellen
Erfundene Beispielsituation: In einer Gruppenarbeit redet eine Figur wiederholt dazwischen. Die anderen müssen ihre Erklärungen neu beginnen. Ein sachlicher Satz lautet: „Die wiederholten Unterbrechungen behindern die gemeinsame Planung, weil mehrere Vorschläge nicht zu Ende erklärt werden können.“
Hier wird eine Wirkung beschrieben. „Die Figur sabotiert die Planung“ ginge weiter: Sabotieren legt eine gezielte Vereitelung nahe. Dafür wären zusätzliche Anhaltspunkte nötig. Bei einer Charakterisierung hilft die Trennung zwischen sichtbarem Verhalten, seiner Wirkung und vermuteter Absicht.
Auch in einer E-Mail kann eine konkrete Formulierung hilfreich sein: „Die fehlende Freigabe behindert den nächsten Arbeitsschritt“ erklärt das Problem genauer als ein pauschaler Vorwurf an eine Person. Noch deutlicher wird der Text, wenn er anschließend sagt, welche Freigabe benötigt wird.
Behindert, behinderte, hat behindert
Behindern ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt wird mit haben gebildet: „Die Baustelle hat den Verkehr behindert.“ Das Partizip lautet behindert, ohne zusätzliches ge-.
Konjugation von behindern
Behindern ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt wird mit haben gebildet: „Die Baustelle hat den Verkehr behindert.“ Das Partizip lautet behindert, ohne zusätzliches ge-.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | behindere | behinderte | behindere | behinderte |
| du | behinderst | behindertest | behinderst | behindertest |
| er/sie/es | behindert | behinderte | behindere | behinderte |
| wir | behindern | behinderten | behindern | behinderten |
| ihr | behindert | behindertet | behindert | behindertet |
| sie/Sie | behindern | behinderten | behindern | behinderten |
Das betroffene Gegenüber oder die betroffene Sache steht im Akkusativ: jemanden, den Ablauf oder die Sicht behindern. Eine Tätigkeit lässt sich mit bei + Dativ ergänzen: „Sie behindern ihn bei der Arbeit.“ Im Passiv heißt es „Die Arbeit wird behindert“. Der Infinitiv mit zu wird getrennt geschrieben: „ohne den Zugang zu behindern“.
Verb und Partizip unterscheiden
Das gewöhnliche Verb beginnt klein: „Wir wollen niemanden behindern.“ Das großgeschriebene Behindern kann eine substantivierte Tätigkeit bezeichnen. In „der behinderte Ablauf“ steht dagegen eine gebeugte Partizipform. Eine Aussage über einen Ablauf ist von einer Bezeichnung für Menschen mit Behinderungen zu unterscheiden; Menschen sind nicht mit einem Hindernis gleichzusetzen. Weitere Wortformen erklärt das Verbenwörterbuch.
