bereden
bereden: Eine Angelegenheit miteinander besprechen; in anderem Satzbau auch jemanden durch Zureden zu etwas bewegen.
Eine Sache im Gespräch klären
Etwas bereden heißt, es zum Gegenstand eines Gesprächs zu machen und miteinander zu besprechen. Oft geht es um eine Frage, einen Plan oder eine anstehende Entscheidung. Das Wort beschreibt zunächst den Austausch, nicht schon dessen Ergebnis.
Auch die reflexive Form ist möglich: Menschen bereden sich miteinander oder jemand beredet sich mit einer anderen Person. Die Ergänzung mit über kann das Thema nennen. Daneben gibt es den Gebrauch „jemanden bereden, etwas zu tun“ im Sinn des Überredens; hier richtet sich das Sprechen auf die Zustimmung einer Person.
Für heutige sachliche Texte ist es häufig klarer, den Unterschied ausdrücklich zu machen: Ein Team bespricht einen Plan, während eine Person eine andere zu einem Vorhaben überredet. Die Form bereden kann beide Situationen bezeichnen, wenn der Satzbau sie hinreichend kennzeichnet.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| besprechen | gemeinsam über eine Angelegenheit reden | In vielen Alltagszusammenhängen der unmittelbar verständliche Ersatz. |
| erörtern | eine Frage ausführlich von mehreren Seiten behandeln | Betont die sachliche Durcharbeitung stärker. |
| sich beraten | gemeinsam überlegen oder Rat austauschen | Rückt die Suche nach einer geeigneten Entscheidung in den Vordergrund. |
| überreden | eine Person zu etwas bewegen | Passt nur zur personenbezogenen Bedeutung; ein beredetes Thema ist nicht automatisch eine überredete Person. |
Thema und angesprochene Person
Eigener Beispielsatz: „Die Nachbarn bereden die Nutzung des Innenhofs.“
Zum Vergleich: „Die Nachbarn besprechen die Nutzung des Innenhofs.“
Die eigenen Sätze bezeichnen denselben Austausch. Erörtern wäre möglich, würde aber eine eingehendere Prüfung der Möglichkeiten nahelegen.
Eigener Beispielsatz: „Eva beredet ihren Bruder, beim Umzug zu helfen.“
Zum Vergleich: „Eva überredet ihren Bruder, beim Umzug zu helfen.“
Hier geht es um die angestrebte Zustimmung des Bruders. „Eva berät ihren Bruder“ hätte eine andere Bedeutung: Sie würde ihm Rat geben, statt ihn zur Hilfe zu bewegen.
Das Ergebnis gesondert nennen
„Wir haben den Vorschlag beredet“ bedeutet weder, dass alle einverstanden sind, noch, dass der Vorschlag abgelehnt wurde. Ein Protokoll ergänzt deshalb die Entscheidung in einem eigenen Satz. Der Vergleich mit beraten zeigt, wie stark die Ergänzungen die Bedeutung steuern; beratschlagen hebt das gemeinsame Nachdenken hervor.
Grammatik und Verbformen
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | berede | beredete |
| du | beredest | beredetest |
| er / sie / es | beredet | beredete |
| wir | bereden | beredeten |
| ihr | beredet | beredetet |
| sie / Sie | bereden | beredeten |
Bereden wird regelmäßig gebeugt. Das Perfekt lautet hat beredet, der Infinitiv mit zu: zu bereden. In „etwas mit jemandem bereden“ steht das Thema im Akkusativ; mit verlangt den Dativ. Das Partizip beredet ist von dem Adjektiv beredt zu unterscheiden. Weitere Tätigkeitswörter stehen im Verbenwörterbuch.
