Meine Wörter

diskriminieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
diskriminieren
Worttrennung
dis·kri·mi·nie·ren
Präsens
diskriminiert
Präteritum
diskriminierte
Partizip II
diskriminiert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden diskriminieren (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Diskriminieren bedeutet im heutigen allgemeinen Gebrauch, Menschen aufgrund bestimmter tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale ungerechtfertigt zu benachteiligen oder herabzusetzen. Gemeint ist also nicht einfach jede Unterscheidung und auch nicht jeder persönliche Streit.

Woran knüpft die Benachteiligung an?

Bei der Beschreibung ist wichtig, weshalb jemand schlechter behandelt wird. Eine Person kann etwa nicht nach ihrer konkreten Leistung beurteilt werden, sondern nach einem pauschalen Bild über die Gruppe, der man sie zuordnet. Diskriminierung kann in Worten, Entscheidungen oder Regeln sichtbar werden.

In bestimmten Fachzusammenhängen hat „diskriminieren“ außerdem die neutrale Bedeutung unterscheiden, etwa beim Unterscheiden von Reizen. Diese fachliche Verwendung darf nicht mit dem heutigen sozialen Vorwurf verwechselt werden. Im allgemeinen Text ist „unterscheiden“ meist eindeutiger, wenn keine Benachteiligung gemeint ist. Rechtliche Bewertungen hängen zusätzlich vom jeweiligen Anwendungsbereich und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Passende Umschreibungen

AusdruckWas er hervorhebtGrenze
benachteiligenSchlechtere Behandlung oder ChancenIst weiter und nennt den Grund noch nicht.
ungerechtfertigt ungleich behandelnFehlende sachliche RechtfertigungErklärt den Vorgang statt nur ein Etikett zu setzen.
ausgrenzenAusschluss aus Teilhabe oder GemeinschaftEine mögliche Form, nicht jede Diskriminierung.
herabwürdigenAngriff auf die Achtung einer PersonBetont die Abwertung.
unterscheidenNeutraler FachgebrauchKein Ersatz für den sozialen Benachteiligungsvorwurf.

Zwei Satzpaare mit Erklärung

„Die Gruppe diskriminiert Lea wegen ihrer Herkunft.“ – „Die Gruppe mag Lea nicht.“ Der zweite Satz lässt den genannten Grund und die Benachteiligung verschwinden. Eine Abneigung beschreibt zudem nicht, wie die Gruppe tatsächlich handelt.

„Die Versuchsperson kann zwei Töne diskriminieren.“ – „Die Versuchsperson kann zwei Töne unterscheiden.“ Hier erklärt die zweite Fassung den neutralen fachlichen Sinn. Sie vermeidet die im Alltag naheliegende Lesart einer ungerechten Behandlung.

Formen und Ergänzungen

Die Formen lauten diskriminieren – diskriminierte – hat diskriminiert. Das Partizip hat kein ge-. Im sozialen Gebrauch steht die betroffene Person oder Gruppe im Akkusativ: jemanden diskriminieren. Der Grund kann mit wegen oder aufgrund ergänzt werden.

Konjugation von diskriminierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
diskriminieren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichdiskriminierediskriminiertediskriminierediskriminierte
dudiskriminierstdiskriminiertestdiskriminierestdiskriminiertest
er/sie/esdiskriminiertdiskriminiertediskriminierediskriminierte
wirdiskriminierendiskriminiertendiskriminierendiskriminierten
ihrdiskriminiertdiskriminiertetdiskriminieretdiskriminiertet
sie/Siediskriminierendiskriminiertendiskriminierendiskriminierten

Eine Analyse nachvollziehbar machen

Beschreibe Handlung, Betroffene und Bezug: Wer wird von welcher Möglichkeit ausgeschlossen, und welches Merkmal wird dafür angeführt? So lässt sich ein Vorwurf prüfen. „Die Figur diskriminiert“ allein bleibt unbestimmt. Auch eine fiktionale Szene sollte nicht auf ein Schlagwort reduziert werden, wenn der Text konkrete Mechanismen der Ausgrenzung zeigt.