einholen
Form & Grammatik
- Stichwort
- einholen
- Worttrennung
- ein·ho·len
- Präsens
- holt ein
- Präteritum
- holte ein
- Partizip II
- eingeholt
- Perfekt
- hat eingeholt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas einholen (Akkusativ); Rat bei jemandem einholen (bei + Dativ)
Das Verb ist schwach und trennbar. Das Akkusativobjekt kann eine Person oder Sache sein. Bei einer Auskunft lässt sich die Quelle mit „bei“ oder „von“ ergänzen: Rat bei einer Fachperson einholen.
Einholen kann bedeuten, einen Vorsprung aufzuholen, etwas heranzuziehen oder sich eine Auskunft beziehungsweise Zustimmung zu beschaffen. Das passende Ersatzwort hängt davon ab, was eingeholt wird.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Beim Laufen holt man eine Person ein, wenn man sie erreicht. Überholen geht einen Schritt weiter: Dann gelangt man vor sie. Einen Vorsprung einholen bedeutet, den Abstand auszugleichen; das ist noch kein Beweis für einen späteren Sieg.
Wer eine Meinung einholt, fragt gezielt danach. Wer eine Fahne oder ein Netz einholt, zieht es zurück oder heran. Bildlich kann auch die Vergangenheit jemanden einholen: Ein früheres Ereignis wirkt sich auf die Gegenwart aus.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt | Was sich verändert |
|---|---|---|
| aufholen | Abstand verringern oder ausgleichen | Kann schon die Annäherung meinen, ohne die andere Person zu erreichen. |
| erreichen | Person auf ihrem Weg einholen | Betont den erreichten gleichen Stand. |
| erfragen | Auskunft beschaffen | Beschreibt ausdrücklich die Fragehandlung. |
| einziehen | Fahne oder Netz zurücknehmen | Bezeichnet den körperlichen Vorgang, nicht den Erwerb von Wissen. |
Zwei eigene Beispiele im Vergleich
Gleicher Stand statt Überholen
Ausgangssatz: Kurz vor der Brücke holte Mara ihren Bruder ein.
Alternative: Kurz vor der Brücke erreichte Mara ihren Bruder.
Beide befinden sich nun am gleichen Ort. „Überholte“ würde zusätzlich aussagen, dass Mara an ihm vorbeiging oder vorbeifuhr. Diese Information enthält der Ausgangssatz nicht.
Eine Entscheidung vorbereiten
Ausgangssatz: Vor dem Kauf holten wir zwei fachliche Einschätzungen ein.
Alternative: Vor dem Kauf baten wir zwei Fachleute um ihre Einschätzung.
Die Alternative nennt zunächst nur die Bitte um eine Einschätzung. Sie sagt noch nicht ausdrücklich, dass eine Antwort vorliegt. Wir holten zwei Einschätzungen ein stellt dagegen deren Beschaffung als abgeschlossen dar. Ob die Empfehlungen übereinstimmten oder anschließend befolgt wurden, bleibt auch dabei offen.
Schreibweise und Grammatik
| Form | Wortform |
|---|---|
| Präsens | sie holt ein |
| Präteritum | sie holte ein |
| Perfekt | sie hat eingeholt |
| Infinitiv mit zu | einzuholen |
Das Verb ist schwach und trennbar. Das Akkusativobjekt kann eine Person oder Sache sein. Bei einer Auskunft lässt sich die Quelle mit „bei“ oder „von“ ergänzen: Rat bei einer Fachperson einholen.
Das Verb ist schwach und trennbar. Das Akkusativobjekt kann eine Person oder Sache sein. Bei einer Auskunft lässt sich die Quelle mit „bei“ oder „von“ ergänzen: Rat bei einer Fachperson einholen.
Konjugation von einholenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | hole ein | holte ein | hole ein | holte ein |
| du | holst ein | holtest ein | holest ein | holtest ein |
| er/sie/es | holt ein | holte ein | hole ein | holte ein |
| wir | holen ein | holten ein | holen ein | holten ein |
| ihr | holt ein | holtet ein | holet ein | holtet ein |
| sie/Sie | holen ein | holten ein | holen ein | holten ein |
Das Wort treffend verwenden
Ergänze bei abstrakten Gegenständen den Zweck: eine Zustimmung für den Ausflug oder Angebote für die Reparatur einholen. So vermeidest du unklare Verwaltungssprache. Das regional gebrauchte „einholen“ für Einkaufen kann außerhalb seines vertrauten Umfelds missverständlich sein; „Lebensmittel einkaufen“ ist überregional eindeutiger.
