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stammen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
stammen
Worttrennung
stam·men
Präsens
er stammt
Präteritum
er stammte
Partizip II
gestammt
Hilfsverb
haben

Gebrauch: Herkunft oder Ursprung; gewöhnlich beschreibender Gebrauch, keine alltägliche Aufforderung.

Ergänzungen: aus etwas stammen; von jemandem/etwas stammen: mit Dativ

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Stammen bezeichnet die Herkunft oder den Ursprung einer Person oder Sache. Die Angabe kann einen Ort, eine Zeit, einen sozialen Zusammenhang, eine Urheberschaft oder das Ausgangsmaterial nennen.

Bedeutungen

Aus einem räumlichen Bereich kommen

Eine Person, ein Tier oder ein Erzeugnis kann aus einem bestimmten Ort oder Gebiet stammen. Die Herkunft ist von einem späteren Aufenthaltsort zu unterscheiden.

„Die Geigerin lebt heute in Bremen, stammt aber aus einer kleinen Stadt im Süden.“

Wohnort und Herkunftsort sind im Beispiel nicht gleich. Der Satz nennt keinen Zeitpunkt des Umzugs.

Aus einer Zeit kommen

Bei Gegenständen oder Überlieferungen kann stammen eine zeitliche Herkunft bezeichnen. Der Zeitraum ist dabei von der Zeit ihrer Wiederentdeckung oder ihres heutigen Besitzes zu unterscheiden.

„Das gefundene Heft stammt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert.“

Die Angabe betrifft seine Herkunftszeit. Wann es gefunden wurde, bleibt offen.

Einen Ursprung in einem Zusammenhang haben

Eine Herkunft kann auch auf eine Familie, Lebensverhältnisse, eine Sprache oder andere Umstände bezogen sein. Es muss kein gegenwärtiger Wohnort gemeint sein.

„Das Wort stammt aus dem Lateinischen.“

Die Aussage nennt die sprachliche Herkunft. Sie behauptet nicht, dass das Wort heute nur in lateinischen Texten vorkommt.

Auf eine Person oder Tätigkeit zurückgehen

Eine Idee, ein Werk oder eine Spur kann von jemandem stammen. Dann wird ein Urheber beziehungsweise eine Ursache genannt. Ein bloßer Besitz ist damit nicht gleichzusetzen.

„Die Zeichnung stammt von einer Schülerin, gehört inzwischen aber dem Schularchiv.“

Urheberin und heutiger Besitzer sind verschiedene Beteiligte.

Aus einer Quelle oder einem Material gewonnen sein

Stammen kann die Quelle eines Erzeugnisses, eines Materials oder eines Zitats angeben. Entscheidend ist der Bezug zur Herkunft, nicht die jeweils spätere Verwendung.

„Das Holz für die Bank stammt von einer alten Eiche.“

Die Eiche ist die Materialquelle. Wer daraus die Bank gebaut hat, sagt diese Herkunftsangabe nicht.

stammen: Synonyme und andere Wörter

Bei Herkunft

herkommen · seinen Ursprung haben · entstammen

Herkommen kann in der Alltagssprache nahe sein. Entstammen wirkt gehobener und hat einen anderen Satzbau. Seinen Ursprung haben ist besonders bei Sachen und Zusammenhängen verständlich.

„Sie stammt aus einer Musikerfamilie“ lässt sich gehoben als „Sie entstammt einer Musikerfamilie“ ausdrücken; die Präposition aus fällt dabei weg.

Bei Urheberschaft und Quelle

zurückgehen auf · verfasst sein von · gewonnen sein aus

Verfasst sein von passt nur zu einem Text, gewonnen sein aus zu einer entsprechenden Materialquelle. Ein einziges Ersatzwort deckt nicht alle Herkunftsarten ab.

„Der Text stammt von ihr“ kann die Urheberschaft meinen. „Das Buch gehört ihr“ nennt dagegen zunächst den Besitz.

Beispiele und Verwendung

„Der Satz stammt aus einem älteren Brief und wird später in der Erzählung wiederholt.“

Quelle und spätere Verwendung werden getrennt genannt.

„Die Idee stammt nicht von der Person, die sie in der Sitzung vorstellt.“

Vortragen und Urheberschaft müssen nicht zusammenfallen.

Grammatik und Beugung

Die schwachen Hauptformen lauten stammt – stammte – hat gestammt. Die Worttrennung ist stam·men. Das Perfekt verwendet haben, obwohl der Inhalt eine Herkunft beschreiben kann.

Aus und von stehen in den Herkunftsangaben mit Dativ: aus einem Ort, von einer Verfasserin stammen. Ein direktes Akkusativobjekt gehört nicht zu diesen Verwendungen. Die Tabellen zeigen persönliche Aussagen über die Herkunft. Gewöhnliche Aufforderungen sind bei einer nicht frei wählbaren Herkunft nicht sinnvoll; deshalb steht hier keine Imperativtabelle.

stammen: Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichstammestammte
dustammststammtest
er/sie/esstammtstammte
wirstammenstammten
ihrstammtstammtet
siestammenstammten
stammen: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe gestammthatte gestammt
duhast gestammthattest gestammt
er/sie/eshat gestammthatte gestammt
wirhaben gestammthatten gestammt
ihrhabt gestammthattet gestammt
siehaben gestammthatten gestammt
stammen: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde stammenwerde gestammt haben
duwirst stammenwirst gestammt haben
er/sie/eswird stammenwird gestammt haben
wirwerden stammenwerden gestammt haben
ihrwerdet stammenwerdet gestammt haben
siewerden stammenwerden gestammt haben
stammen: Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichstammestammte
dustammeststammtest
er/sie/esstammestammte
wirstammenstammten
ihrstammetstammtet
siestammenstammten
stammen: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe gestammthätte gestammt
duhabest gestammthättest gestammt
er/sie/eshabe gestammthätte gestammt
wirhaben gestammthätten gestammt
ihrhabet gestammthättet gestammt
siehaben gestammthätten gestammt