Interview
Form & Grammatik
- Lemma
- Interview
- Wortart
- Substantiv
- Worttrennung
- In·ter·view
- Artikel / Genus
- das · Neutrum
- Genitiv
- des Interviews
- Plural
- die Interviews
- Gebrauch
- Gezielte Befragung; das Wort kann das Gespräch oder seine veröffentlichte Darstellung bezeichnen.
Definition · kurz erklärt
Ein Interview ist eine gezielte Befragung, mit der Informationen, Erfahrungen oder Ansichten in Erfahrung gebracht werden. Das Wort bezeichnet das Gespräch und kann auch seine veröffentlichte Darstellung meinen.
Bedeutungen
1. Ein Gespräch für einen journalistischen Beitrag
In einem journalistischen Interview stellt eine Person Fragen, die andere gibt Auskunft. Gegenstand können persönliche Erfahrungen, fachliche Einschätzungen oder aktuelle Ereignisse sein. Die Bezeichnung allein bestätigt nicht die Wahrheit der Antworten.
„Der Beitrag enthält ein Interview mit dem Musiker.“
Der Satz nennt das Format des Beitrags. Ein Porträt wäre eine andere Darstellungsform und kann neben Auskünften auch Beobachtungen oder erzählende Teile enthalten.
2. Eine methodische Befragung
Interviews dienen auch dazu, ausgewählte Personen für Untersuchungen gezielt zu befragen. In medizinischen oder psychologischen Zusammenhängen kann damit ein methodisches Gespräch zur Erhebung von Vorgeschichte und Beschwerden gemeint sein. Nicht jedes Interview ist zur Veröffentlichung bestimmt.
„Für die Untersuchung führte das Team Interviews über die täglichen Arbeitswege.“
Die Befragung hat einen benannten Untersuchungsgegenstand. Über Repräsentativität oder Aussagekraft der Ergebnisse sagt das Wort Interview allein nichts.
Interview: Synonyme und andere Wörter
Die Gesprächsform erklären
Befragung · Gespräch · Frage-Antwort-Gespräch
Befragung ist eine nahe allgemeine Umschreibung. Gespräch ist weiter und setzt keine feste Verteilung der Rollen voraus. Frage-Antwort-Gespräch erläutert diese Form.
„Die Schülerin führte ein Interview mit der Zeitzeugin“ und „Die Schülerin befragte die Zeitzeugin zu ihren Erfahrungen“ können dasselbe meinen. Die zweite Fassung ergänzt den Gegenstand; beide lassen Aufnahme und Veröffentlichung offen.
Andere Formate unterscheiden
Verhör · Porträt
Verhör kann einen amtlichen oder drängenden Zusammenhang nahelegen. Porträt stellt eine Person dar und kann auf einem Interview beruhen, ist aber nicht dieselbe Gesprächsform.
„Der Beitrag enthält ein Interview mit dem Musiker“ und „Der Beitrag enthält ein Porträt des Musikers“ kündigen unterschiedliche Formate an. Der Austausch der Wörter kann den Inhalt verändern.
Beispiele und Verwendung
Die Redaktion kann ein Gespräch aufzeichnen, verschriftlichen und anschließend veröffentlichen. Diese Arbeitsschritte sind zu unterscheiden. Ein Dialog bezeichnet einen Austausch, aber nicht automatisch ein journalistisches Interview.
Beim Wiedergeben muss erkennbar bleiben, wer etwas sagt. Eine Äußerung der befragten Person wird durch das Interview nicht zur gesicherten Tatsache. Eine Sachtextanalyse trennt deshalb die Aussage, weitere Informationen und die eigene Einordnung.
Ein beiläufiges Gespräch ist nicht automatisch ein Interview. Kennzeichnend ist die gezielte Auskunft. Ob das Gespräch aufgenommen, verschriftlicht oder veröffentlicht wird, sollte bei Bedarf ausdrücklich genannt werden.
Grammatik und Beugung
Interview ist grammatisch sächlich: das Interview, Genitiv des Interviews, Plural die Interviews. Im Dativ Plural steht den Interviews. Die Worttrennung lautet In·ter·view.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Interview | die Interviews |
| Genitiv | des Interviews | der Interviews |
| Dativ | dem Interview | den Interviews |
| Akkusativ | das Interview | die Interviews |
Ein Interview führen oder geben
Ein Interview führen benennt meist die Tätigkeit der fragenden Seite. Wer ein Interview gibt, beantwortet die Fragen. Ein Interview veröffentlichen ist ein weiterer Arbeitsschritt.
„Die Reporterin führte das Interview; der Musiker gab Auskunft.“ Der Satz unterscheidet die Rollen. Aus der Durchführung folgt noch keine Veröffentlichung.
In der Verbindung ein Interview mit einer Person steht die Person nach mit im Dativ.
Herkunft
Interview stammt aus dem Englischen. Das englische Wort geht auf französisch entrevue, eine verabredete Zusammenkunft, zurück. Der unmittelbare Entlehnungsweg macht das deutsche Wort zu einem Anglizismus.
