Als Elaborat wird etwas Ausgearbeitetes bezeichnet, wobei der Begriff vor allem eine schriftliche Ausarbeitung meint, welche auch Elaboration genannt wird. Zumeist wird der Begriff abwertend gebraucht und meint ein inhaltsloses, nicht sehr sorgfältig hergestelltes schriftliches Machwerk. Im gehobenen Sprachgebrauch wird eine fertiggestellte schriftliche Arbeit jedoch auch als Elaborat bezeichnet. Demzufolge muss auf den jeweiligen Zusammenhang geachtet werden, um die tatsächliche Bedeutung zu erschließen. Der Ausdruck kann Abhandlungen, Pamphlete, Traktate, Monographien, Manuskripte und somit sämtliche schriftliche Ausarbeitungen bezeichnen.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Verb elaborare ab, das sich mit (sorgfältig) ausarbeiten übersetzen lässt. Folglich verweist der ursprüngliche Wortsinn eher auf eine positive Bedeutung und nicht auf einen abwertenden Gebrauch. Dennoch finden sich in der Literatur vermehrt Beispiele, die negativ behaftet sind. Nachfolgend ein Beispiel aus dem Drama Ignorabimus (1913) des Dichters Arno Holz.


DUFROY noch immer in seinem Längsteil, die Hände jetzt hinterm Rücken, den Kopf ins Genick, den Blick starr vor sich in die Luft, auf und ab; durch seine Stimme ferne Tubahörner. Ich habe dir dein Manuskript … du hörst, daß ich mich über dies Elaborat noch sehr respektvoll und höflich ausdrücke … ich habe dir also dein »Manuskript« … in deine Bibliothek gelegt!

GEORG über diesen Ton […] doch etwas perplex; dann sofort fast »liebenswürdig«. Sehr nett von dir.


Der obige Beispiel-Dialog verdeutlicht die negative Bedeutung des Wortes. Dufroy, der eine schriftliche Ausarbeitung von Georg gelesen hat, benennt diese zuerst als Manuskript und gibt im gleichen Zuge an, dass diese Bezeichnung wohl ironischer Natur ist und man diese Ausarbeitung doch eher als Elaborat bezeichnen müsste, wobei zum Ausdruck kommt, dass der Begriff somit negativ konnotiert ist.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Elaborat
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001