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Epitomator

Als Epitomator wird der Verfasser einer Epitome bezeichnet. Die Epitome ist ein Werk, das selbst nur ein Auszug aus einem umfangreicheren Werk ist. Die Epitome ist demnach ein Auszug, der einen wichtigen Aspekt des Hauptwerkes exemplarisch darstellt und verdeutlicht, wobei das Wesentliche auf den Punkt gebracht wird. Ferner kann dieser Begriff ein knappes Lehrbuch bezeichnen, das die wesentlichen Aspekte eines Fachbereichs zusammenfasst, wobei der Begriff außerdem für geschichtliche Abrisse (kurze Darstellung einer Sache) sowie Inhaltsangaben oder Zusammenfassungen literarischer Werke gebraucht wird. Derjenige, der eine der beschriebenen Schriften zusammenstellt oder verfasst, wird in der Folge als Epitomator bezeichnet.

Der Begriff geht auf das griechische Nomen epitomé (ἐπιτομή) zurück, das sich mit Auszug, Ausschnitt oder auch Abriss übersetzen lässt. Demnach gibt bereits die Übersetzung den entscheidenden Hinweis, worum es bei einer Epitome geht: nämlich um einen Ausschnitt oder eine Sammlung von Auszügen aus einem größeren Werk. Der Epitomator stellt folglich solche gesammelten Auszüge zusammen.

Solche Epitomatoren finden sich vor allem in der spätromanischen und hellenistischen Antike, wobei der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf dem Zusammenstellen von Ausschnitten aus geschichtlichen Werken lag, um die dargestellten historischen Zusammenhänge auf das Wesentliche zu konzentrieren. Darüber hinaus sind Epitome in der humanistischen Literatur auszumachen (vgl. Renaissance, Literaturepochen).

Bekannte Epitomatoren sind beispielsweise Eutropius, ein römischer Historiker des 4. Jahrhunderts, und Florus, ebenfalls ein römischer Historiker, der im 2. Jahrhundert lebte. Als eines der Hauptwerke des Eutropius gilt das Geschichtswerk Breviarium ab urbe condita, welches in zehn knappen Büchern die römische Geschichte von der Gründung Roms im Jahr 753 v. Chr. bis zur Regierungszeit des Kaisers Valens im Jahr 364 darstellt. Dieses Werk diente in der Folge zahlreichen Autoren als wichtige Quelle.


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