Die Adjektive, auch Eigenschaftswörter, Beiwörter und Wie-Wörter, gehören zu den zehn Wortarten der deutschen Grammatik. Adjektive geben darüber Auskunft, wie etwas beschaffen ist oder beschreiben die Beziehung von Dingen, Sachen, Vorgängen oder Zuständen. Adjektive sind flektierbar und passen sich dem Kasus des Nomens an. Sie lassen sich außerdem steigern (Positiv, Komparativ, Superlativ).

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Nomen adjectivum ab, was sich mit das Hinzugefügte übersetzen lässt. Demnach verweist schon die Übersetzung darauf, worum es grundsätzlich bei Adjektiven geht: nämlich um etwas, das einer Sache hinzugefügt wird [um sie näher zu beschreiben]. Schauen wir auf ein Beispiel.


Walther ist ein schöner Mann.

Im obigen Beispiel wird das Nomen (Substantiv) Mann durch das Adjektiv schön näher beschrieben. Auffällig ist hierbei, dass sich das Eigenschaftswort an den Kasus des Nomens anpasst. Der Mann steht nämlich im Nominativ (Wer oder was ist schön?), wobei außerdem der unbestimmte Artikel ein gebraucht wird. Diese Konstellation verlangt, dass die Grundform des Adjektivs (schön) mit der Endung -er versehen wird.

Adjektiv-Typen: attributiv, prädikativ, adverbial

Adjektive lassen sich in drei Typen unterscheiden. Sie sind entweder attributiv, prädikativ oder auch adverbial. Attributive Adjektive passen sich immer an den Kasus des Nomens an (siehe Beispiel), wohingegen sie bei der prädikativen sowie adverbialen Verwendung nicht verändert werden.

Prädikative sowie adverbiale Adjektive verändern ihre Form nicht. Das bedeutet, dass die Grundform des Adjektivs im Satz erhalten bleibt und eben nicht dekliniert wird. Prädikative und adverbiale Eigenschaftswörter stehen hinter Verben. (1) Prädikative Adjektive nach sein/bleiben/werden, (2) adverbiale nach den anderen.


Peter ist witzig.
Walther schreibt schön.

In den Beispielsätzen stehen die Beiwörter unmittelbar hinter den Verben ist (sein) und schreibt (schreiben). Aus diesem Grund können sie nicht attributiv sein und werden nicht dekliniert. Das Wort witzig wird dabei prädikativ verwendet, wobei schön adverbial verwendet wird. Schauen wir auf den attributiven Gebrauch.

Attributive Adjektive stehen immer zwischen Artikel und Nomen und beschreiben das Nomen genauer. Diese Eigenschaftswörter müssen dekliniert werden. Das hängt davon ab, ob das Nomen weiblich (feminin), männlich (maskulin), sächlich (neutral) ist und ob es im Singular (Einzahl) oder im Plural (Mehrzahl) steht.


Er ist ein fleißiger Arbeiter.
Das ist ein schönes Auto.
Meine müden Augen jucken.

Hinweis: Entscheidend ist, dass beim prädikativen sowie adverbialen Gebrauch keine Anpassung erfolgt, beim attributiven aber schon. Außerdem können Adjektive nominalisiert gebraucht werden. Dabei werden sie wie Nomen verwendet, passen sich dem Kasus an und werden großgeschrieben (Bsp.: Du bist das Schönste, Ich bin der Beste, Sie ist die Schnellste, …).

Deklination von Adjektiven

Attributive Adjektive passen sich dem Genus (Geschlecht), Kasus (Fall) und Numerus (Zahl) an. Dieses Anpassen wird als Deklination bezeichnet. Dabei verändert sich die Adjektivendung. Hierbei gibt es einige Regeln, die es zu beachten gilt, um die Adjektivendung zu erschließen.

Kasusbestimmter Artikel[1]unbestimmter Artikel
Possessivartikel (dein …), kein
ohne Artikel
m[2]f/nPlmfnPlmfnPl
Nominativ
1. Fall
-e-e-en-er-e-es-en-er-e-es-e
Genitiv
2. Fall
-en-en-en-er-en-er
Dativ
3. Fall
-en-en-em-er-em-en
Akkusativ
4. Fall
-en-e-en-en-e-es-en-en-e-es-e
[1] Hinweis: Steht ein Adjektiv nach den Wörtern alle, derselbe, dieser, jener, jeder, mancher, solcher, welcher wird es dekliniert, als würde es nach einem bestimmten Artikel stehen. (Bsp.: Dieser gute Hund hat Hunger, aber: Ein guter Hund hat Hunger.)
[2] m = maskulin (männlich), n = neutral (sächlich), f = feminin (weiblich), Pl = Plural (Mehrzahl)
Aus dieser Übersicht lässt sich erschließen, welche Adjektivendung bei den möglichen Konstellationen verwendet wird. Ein Blick in die erste Spalte erklärt das Prinzip. Steht das Nomen im Singular, ist maskulin und wird durch den Nominativ bestimmt, ist die Adjektivendung -e (Der große Baum wächst.).


Allerdings gibt es einige Ausnahmen von diesen Regeln. Diese betreffen das Adjektiv hoch sowie die Endungen -er, -e sowie -el. Diese Besonderheiten schauen wir uns nun an.

1. Das Adjektiv hoch ist unregelmäßig, wird es attributiv gebraucht, entfällt das c.
  • Der Baum ist hoch → Ein hoher Baum.
  • Meine Schulden sind hoch → Ich habe hohe Schulden.
  • Das Haus ist hoch → Ich lebe in einem hohen Haus.
2. Endet das Adjektiv in der Grundform auf -er, das auf einen Vokal folgt, entfällt das e häufig.
  • sauer → Eine saure Zitrone.
  • teuer → Meine teure Kette.
3. Endet ein Adjektiv in der Grundform auf e, wird kein zusätzliches e angehängt.
  • trübe → Ein trüber Himmel, nicht: Ein trübeer Himmel.
  • leise → Die leise Musik, nicht: Die leisee Musik.
  • feige → Ein feiger Hund, nicht: Ein feigeer Hund.
4. Endet ein Adjektiv in der Grundform auf el, entfällt zumeist das e aus el.
  • edel → Ein edles Schwert, nicht: Ein edeles Schwert.
  • sensibel → Der sensible Junge, nicht: Der sensibele Junge.
  • dunkel → Eine dunkle Nacht, nicht: Eine dunkele Nacht.

Komparation (Steigerung) der Adjektive

Eine Besonderheit der Adjektive ist es, dass sie sich steigern lassen. Eine solche Steigerung wird als Komparation bezeichnet. Es gibt drei Formen der Steigerung: die Grundform eines Adjektivs wird als Positiv, die erste Steigerung als Komparativ und die dritte Stufe als Superlativ bezeichnet.

Der Komparativ vergleicht zwei Dinge (X ist größer als Y), wohingegen der Superlativ ein Ding mit mehreren Dingen oder der Gesamtheit vergleicht und die höchste Stufe bildet (Z ist am größten). Der Komparativ gibt an, dass zwei Adjektive ungleich voneinander sind, wohingegen der Superlativ anzeigt, dass ein Ding den höchstmöglichen Grad einer Eigenschaft oder eines Merkmals aufweist. Schauen wir auf ein Beispiel.


Jonas ist groß. Peter ist größer als Jonas. Walther ist am größten.

Im obigen Beispiel finden sich alle drei Steigerungsformen. Diese wurden farblich markiert. Das Positiv wird gebraucht, wenn das Adjektiv ohne eine Gradangabe verwendet wird. Der Komparativ wird genutzt, um zwei Dinge aufgrund einer Gemeinsamkeit zu vergleichen: Peter ist nämlich größer. Der Superlativ stellt nun den höchstmöglichen Grad dieses Merkmals dar: Walther ist nämlich noch größer, er ist am größten.

Komparation des Adjektivsregelmäßigunregelmäßig
Positiv (Grundstufe)schöngut
Komparativ (1. Steigerung)schönerbesser
Superlativ (2. Steigerung)am schönstenam besten

Bildung und Funktion des Positivs

Das Positiv ist die Grundform des Adjektivs und wird auch als positive Form bezeichnet. Das Positiv kann bei Vergleichen genutzt werden, die aus einer so … wie – Konstruktion gebildet werden.


Franzi ist so kreativ wie Maria.
Jonas ist nicht so groß wie Peter.
Ich bin genauso stark wie du.
Das Haus ist dreimal so hoch wie der Baum.

Die obigen Beispielsätze zeigen die richtige Verwendung des Positivs, also der positiven Form des Adjektivs. Es ist ersichtlich, dass die Eigenschaftswörter keine zusätzlichen Endungen erhalten und in der Grundform bestehen. Mithilfe der Konstruktion können zwei Dinge (Personen, Sachverhalte) gleichgesetzt werden.

Bildung von Komparativ und Superlativ

Der Komparativ und der Superlativ sind die zweite und dritte Steigerung des Adjektivs. Der Komparativ wird gebraucht, um Dinge miteinander zu vergleichen, wohingegen der Superlativ anzeigt, das ein Ding den höchstmöglichen Grad einer Eigenschaft oder eines Merkmals aufweist.

Der Komparativ wird prinzipiell dadurch gebildet, dass an die Grundform des Adjektivs die Endung -er gehängt wird. In der Regel wird er mithilfe von als gebildet. Wichtig ist hierbei, dass der Komparativ nur dann dekliniert wird, wenn er unmittelbar vor einem Bezugsnomen steht (1), also attributiv gebraucht wird. Ist das nicht so, wird er auch nicht an Kasus, Numerus und Genus des Nomens angepasst (2).


(1) Hier gibt es schönere Blumen als zu Hause.
(2) Wildblumen sind schöner als Schnittblumen.

Im den obigen Beispielsätzen steht der Komparativ einmal direkt vor dem Nomen, auf das er sich bezieht und muss deshalb an den Genus (Geschlecht), Kasus (Fall) und Numerus (Zahl) des Nomens angepasst werden. Im zweiten Satzen steht ein anderes Wort zwischen Komparativ und Nomen, weshalb sich das gesteigerte Adjektiv in diesem Satz auch nicht anpassen muss.

Der Superlativ kann mit am oder einem bestimmten Artikel eingeleitet werden. Wird der Superlativ mithilfe von am gebildet, wird an das Adjektiv ein -sten gehängt. Wird der Superlativ mit einem bestimmten Artikel gebildet, wird ein -ste angehängt. Schauen wir auf einige Beispiele.


Walther ist am schönsten.
Walther ist der schönste Mann im Raum.

Diese Beispiele verdeutlichen das Prinzip der Superlativ-Bildung. Der erste Satz bildet die höchste Form der Steigerung mithilfe von am, weshalb das Eigenschaftswort auf -sten endet. Der zweite Satz verwendet für die Bildung einen bestimmten Artikel (der), wodurch der Superlativ mittels der Endung -ste gebildet wird.

Attributive Adjektive bilden den Superlativ stets mithilfe des bestimmten Artikels, die Steigerung wird folgendermaßen gebildet: Grundform + Endung der Steigerungsform + Deklination.

  • der schöne Mann – der schönere Mann – der schönste Mann
  • ein schöner Mann – ein schönerer Mann – der schönste Mann

Adverbiale Adjektive (AA), welche nach einem Verb stehen, bilden ihren Superlativ in jedem Fall mit am. Prädikative Adjektive (PA), also Adjektive nach sein/bleiben/werden, können die Höchstform mit am sowie mit dem bestimmten Artikel bilden.


  • (AA) schöner – schöner – am schönsten
  • (AP) Dieses Haus ist das schönste.
  • (AP) Dieses Haus ist am schönsten.

Komparation: Unregelmäßige Adjektive und Ausnahmen

(1) Eigenschaftswörter, die mit den Buchstaben d/t oder s/ß/x/z enden, bilden die Höchstform (Superlativ) meist mit der Adjektivendung est (Bsp.: fett – fetter – am fettesten, nett – netter – am nettesten). Das zusätzliche e dient als Aussprachehilfe.

(2) Einige Eigenschaftswörter bilden Superlativ und Komparativ mit einem Umlaut. Sehr häufig trifft dies auf einsilbige Eigenschaftswörter zu. Hierbei wandelt sich der Vokal der Grundform in einen Umlaut (Bsp.: kalt – kälter – am kältesten; klug – klüger – am klügsten).

(3) Endet die Grundform des Adjektivs auf el oder bel und ist außerdem unbetont, entfällt das e bei der Bildung des Komparativs. Bei der Höchstform bleibt es allerding erhalten (Bsp.: edel – edler – am edelsten). Das gilt nicht, wenn die Endung betont ist oder das Adjektiv auf ell endet (Bsp.: aktuell – aktueller – am aktuellsten).

(4) Weiterhin gibt es Adjektive, die unregelmäßig sind. Der Komparativ und der Superlativ müssen hier einfach gelernt werden, da die vorgestellten Regeln zwar anwendbar sind, aber die Grundform des Adjektivs wechselt.

unregelmäßige Adjektive (Auswahl)
PositivKomparativSuperlativ
gernlieberam liebsten
gutbesseram besten
hochhöheram höchsten
nahnäheram nächsten
vielsehram meisten
großgrößeram größten
Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Adjektiv im Überblick

  • Adjektive gehören zu den zehn Wortarten im Deutschen. Sie beschreiben wie etwas beschaffen ist oder beschreiben die Beziehung von Dingen, Sachen, Vorgängen oder Zuständen. Deshalb werden sie auch als Wie-Wörter oder Eigenschaftswörter bezeichnet. Außerdem sind sie flektierbar – sie können sich also dem Numerus, Genus und Kasus eines Nomens anpassen.
  • Es kann in attributive, prädikative und adverbiale Adjektive unterschieden werden. Attributive Adjektive stehen unmittelbar vor einem Nomen und müssen flektiert werden, die anderen Formen bleiben in der Grundform erhalten.
  • Eigenschaftswörter lassen sich außerdem steigern. Diese Steigerung wird als Komparation bezeichnet. Die Komparation ermöglicht das Vergleichen mehrerer Dinge. Die einzelnen Steigerungsformen sind Positiv, Komparativ und Superlativ.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Adjektive
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001