Es gibt drei Steigerungsformen des Adjektivs im Deutschen: den Positiv (Grundform), den Komparativ (1. Steigerung) und den Superlativ (2. Steigerung). Der Superlativ ist die höchste Steigerungsform der Wortart. Der Komparativ vergleicht zwei Dinge (X ist größer als Y), wobei der Superlativ ein Ding mit mehreren Dingen oder der Gesamtheit vergleicht und die höchste Stufe bildet (Z ist am größten).

Der Begriff geht auf das lateinische gradus superlativus zurück und meint bei der Komparation von Adjektiven den dritten, also höchsten Grad. Als Komparation, das sich vom lateinischen compare (~vergleichen) ableitet, wird in der Sprachwissenschaft die Steigerung der Adjektive bezeichnet. Schauen wir zur Veranschaulichung auf die Steigerung des unregelmäßigen Adjektivs groß.


Jonas ist groß (1.80m). Peter ist größer (1.87m). Walther ist am größten (1.94m).

Das obige Beispiel zeigt die drei Formen der Komparation. Die Grundform, also das Positiv, ist groß. Das Positiv wird immer dann verwendet, wenn das Adjektiv ohne Gradangabe gebraucht wird. Der Komparativ ist die Höherstufe, also die erste Steigerung, des Adjektivs. Mittels Komparativ lässt sich nun ausdrücken, dass zwei Adjektive ungleich voneinander sind: Peter ist nämlich größer als Jonas.

Der Superlativ ist das letzte Glied im obigen Beispiel und bei der Steigerung des Adjektivs. Der Superlativ gibt an, dass ein Ding (Person, Sachverhalt, Objekt) den höchstmöglichen Grad einer Eigenschaft oder eines Merkmals aufweist, wenn es mit anderen Dingen verglichen wird. In diesem Fall ist Walther am größten und demnach natürlich größer als Jonas und Peter. Es gibt also nichts, das diese Eigenschaft überbietet.

Hinweis: Die mögliche Steigerung des Adjektiv im Deutschen ist also dreigliedrig. Nach diesem Schema ist übrigens oft das Stilmittel der Klimax aufgebaut, wohingegen die Antiklimax auf einer Reduktion fußt.

Bildung: Komparativ und Superlativ

Die beiden Formen der Steigerung werden unterschiedlich gebildet. Dennoch werden Komparativ und Superlativ beinahe immer gleich gebildet. Allerdings gibt es einige Ausnahmen und Besonderheiten.

Der Komparativ entsteht, wenn an die Grundform des Adjektivs ein -er gesetzt wird. In der Regel wird der Komparativ mit einem als gebildet. Wichtig ist hierbei, dass der Komparativ stets dekliniert wird, wenn er unmittelbar vor einem Bezugsnomen steht (1). Ist dies nicht der Fall, wird er auch nicht dekliniert (2).


(1) Hier gibt es schönere Bäume als im Baumarkt.
(2) Blumen sind schöner als Bäume.

In den obigen Beispielsätzen steht der Komparativ einmal direkt vor dem Nomen und im zweiten Satz steht ein anderes Wort dazwischen. Demzufolge wird schöner im zweiten Satz nicht dekliniert, aber im ersten Satz schon und muss sich demzufolge an den Kasus (Fall) und den Numerus (Zahl) des Nomens anpassen.

Der Superlativ kann mit am oder dem bestimmten Artikel eingeleitet werden. Wird er mit einem am gebildet, hängt man an die Grundform des Adjektivs ein sten, wird der Superlativ mit dem bestimmten Artikel gebildet, folgt auf dir Adjektivendung ein ste.


(1) Peter ist am schönsten.
(2) Peter ist der schönste Mann.

Die obigen Beispielsätze verdeutlichen die Superlativ-Bildung. Im ersten Satz wird die Höchstform mithilfe des Wortes am gebildet, weshalb die Endung des Adjektivs sten ist, wohingegen der zweite Satz den Superlativ durch den bestimmten Artikel (der) einleitet. Hierbei ist die Adjektivendung ste.

Komparation des Adjektivsregelmäßigunregelmäßig
Positiv (Grundstufe)schöngut
Komparativ (1. Steigerung)schönerbesser
Superlativ (2. Steigerung)am schönstenam besten

Unregelmäßige Adjektive und Ausnahmen

Die beschriebenen Regeln von Komparativ und Superlativ kennen allerdings einige Ausnahmen. Diese betreffen unregelmäßige Adjektive; Adjektive, die auf d/t oder s/ß/x/z enden; einsilbige Adjektive und außerdem das e bei unbetoner Adjektivendung. Diese Ausnahmen werden nun betrachtet.


(1) Eigenschaftswörter, die mit den Buchstaben d/t oder s/ß/x/z enden, bilden die Höchstform (Superlativ) meist mit der Adjektivendung esten (Bsp.: fett – fetter – am fettesten, nett – netter – am nettesten). Das zusätzliche e dient als Aussprachehilfe.

(2) Einige Eigenschaftswörter bilden Superlativ und Komparativ mit einem Umlaut. Sehr häufig trifft dies auf einsilbige Eigenschaftswörter zu. Hierbei wandelt sich der Vokal der Grundform in einen Umlaut (Bsp.: kalt – kälter – am kältesten; klug – klüger – am klügsten).

(3) Endet die Grundform des Adjektivs auf el oder bel und ist außerdem unbetont, entfällt das e bei der Bildung des Komparativs. Bei der Höchstform bleibt es allerding erhalten (Bsp.: edel – edler – am edelsten). Das gilt nicht, wenn die Endung betont ist oder das Adjektiv auf ell endet (Bsp.: aktuell – aktueller – am aktuellsten).

(4) Weiterhin gibt es Adjektive, die unregelmäßig sind. Der Komparativ und der Superlativ müssen hier einfach gelernt werden, da die vorgestellten Regeln zwar anwendbar sind, aber die Grundform des Adjektivs wechselt.

unregelmäßige Adjektive (Auswahl)
PositivKomparativSuperlativ
gernlieberam liebsten
gutbesseram besten
hochhöheram höchsten
nahnäheram nächsten
vielsehram meisten
großgrößeram größten

Gebrauch: attributiv, prädikativ und adverbial

Die Steigerungen des Adjektivs können attributiv, prädikativ und adverbial gebraucht werden. Dabei muss die Form und die Stellung von Komparativ und Superlativ mitunter angepasst werden.

Beim attributiven Gebrauch eines Adjektivs bezieht es sich auf ein Nomen und steht zwischen Artikel und dem Nomen selbst. Dabei muss es sich an den Kasus (Fall) und den Numerus (Zahl) des Nomens anpassen. Die Steigerung wird aus Grundform + Endung der Steigerungsform + Deklination gebildet. Hierbei wird die Höchstform stets mithilfe des bestimmten Artikels gebildet.


der schöne Hund – der schönere Hund – der schönste Hund
ein schöner Hund – ein schönerer Hund – der schönste Hund

Adverbiale Adjektive (AA), welche nach einem Verb stehen, bilden ihren Superlativ in jedem Fall mit am. Prädikative Adjektive (PA), also Adjektive nach sein/bleiben/werden, können die Höchstform mit am und außerdem mit dem bestimmten Artikel bilden.


(AA) hübsch – hübscher – am hübschesten
(AP) Diese Weide ist die schönste.
(AP) Diese Weide ist am schönsten.
Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Superlativ im Überblick

  • Der Superlativ ist die höchste Steigerung eines Adjektivs. Man bringt somit zum Ausdruck, dass es nichts gibt, das diese Eigenschaft überbietet. Die Grundform des Adjektivs wird als Positiv, die erste Steigerung als Komparativ bezeichnet.
  • Der Superlativ wird mit dem Wort am oder dem bestimmten Artikel eingeleitet. Wird er mit einem am gebildet, hängt man an die Grundform des Adjektivs ein sten, wird die Höchstform mit dem bestimmten Artikel gebildet, folgt auf dir Adjektivendung ein ste.

  • Hinweis: Allerdings gibt es in Bezug auf die Regeln der Superlativ-Bildung einige Ausnahmen. Diese lassen sich dem Beitrag entnehmen. Außerdem gibt es unregelmäßige Steigerungen.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Superlativ
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001