Histrione ist Latein und meint Schauspieler. Das Wort hat seinen Ursprung im Etruskischen und beschrieb ursprünglich einen pantomimischen Tänzer und im Mittelalter vornehmlich einen Gaukler oder auch Darsteller, der sein Können vor Publikum darbot.

Das Wort Histrione kann allerdings als Archaismus verstanden werden, da es in der alltäglichen Sprache recht selten Verwendung findet. Als Archaismus werden Wörter beschrieben, deren Bedeutung und Herkunft den meisten Teilnehmern einer Sprache nicht vertraut oder geläufig sind.

Wortherkunft und Rechtschreibung

  • His|tri|o|ne auch: Hist|ri|o|ne
  • 1. urspr. etruskisch: pantomim. Tänzer
  • 2. im alten Rom: Schauspieler
  • 3. im Mittelalter: Gaukler

Histrione im Sprachgebrauch

Das Wort Histrione begegnet uns im Sprachgebrauch recht selten. Allerdings gibt es die sogenannte Histrionische Persönlichkeitsstörung, die letzten Endes die Definition des Wortes relativ gut umfasst. Sie meint nämlich, dass ein Mensch einen enormen Drang hat, sich selbst darzustellen. Dabei kommt es häufig zu einer übertriebenen Selbstwahrnehmung und einem stark sexualisierten Verhalten.

Abgesehen von diesem psychologischen Element, kommt das Wort Histrione kaum in unserem Sprachgebrauch vor und begegnet uns allenfalls in alten – eher altertümlichen – Texten.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Histrione
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001