WORTWUCHS | Literaturlexikon

Hyporchem

Als Hyporchem wird ein heiter bewegtes Jubel- oder auch Tanzlied der griechischen Chorlyrik bezeichnet. Anfangs war das Hyporchem vor allem durch päonische Versfüße geprägt, die aus einem langen und drei kurzen Verselementen bestehen – später waren es dann Daktylos-Trochäen, welche es bestimmten (vgl. Daktylus, Trochäus). Das Hyporchem wurde zur Kithara, einem Saiteninstrument, später dann aber auch zur Flöte oder beiden Instrumenten, gesungen.

Begriff

Der Fachbegriff leitet sich vom griechischen Nomen hyporchema ab. Darüber hinaus wird der Begriff aber nicht nur für das Lied selbst verwendet, sondern teils auch für den Tanz, der das Lied begleitete.

Anfangs wurde das Tanzlied nämlich vom ganzen Chor gesungen, später dann aber von einem Teil des Chores zum Tanz des anderen Teils, weshalb sich der Begriff für beide Darbietungen etablierte.

Erste Belege lassen sich bei den Dorern, eine indogermanisch und altgriechisch sprechende Bevölkerung, die wohl ursprünglich in Makedonien und im nordwestgriechischen Raum und lebte, finden. Eine bedeutende Polis bildeten die Dorer auf der Peloponnes, einer Halbinsel im Süden des griechischen Festlands: nämlich Sparta.

Das Hyporchem wurde hier vor allem bei der Anbetung des Gottes Apollon und bei Waffentänzen der spartanischen Jugend dargeboten. Belege finden sich hierfür bei den Dichtern Pindar (522/518 v. Chr. – nach 446 v. Chr.) und Bakchylides (520/516 v. Chr. – um 451 v. Chr.).

Kurzübersicht: Das Wichtigste im Überblick


  • Als Hyporchem wird ein Tanz- oder Jubellied bezeichnet. Darüber hinaus wird auch der Tanz, der das eigentliche Lied begleitete, teils mit dem Begriff beschrieben.
  • Die Liedform hat ihren Ursprung im antiken Griechenland und wurde hier vor allem bei Festen zu Ehren des Apollon sowie bei Waffentänzen der spartanischen Jugend dargeboten.

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