Die Personenbeschreibung begegnet uns erstmalig im Deutschunterricht der Grundschule. In der Personenbeschreibung wird versucht, ein genaues Gesamtbild einer fiktionalen Figur oder realen Person zu schaffen. Hierbei ist es wichtig, sehr detallierte Angaben zu machen, so dass der beschriebene Charakter eindeutig von allen anderen zu unterscheiden ist.

Entscheidend ist, dass wir die Personenbeschreibung klar von der Charakterisierung trennen. Diese versucht nämlich, aus Gedanken und Handlungen Rückschlüsse zu einem Charakter zu ziehen. Die Charakterisierung beschreibt eine Person folglich aufgrund der Außen- und Innensicht. Im Gegensatz dazu beschränkt sich die Personenbeschreibung ausschließlich auf die äußeren Merkmale einer Person und versucht nicht, diese zu deuten (→ Charakterisierung).

Weiterhin geht es nicht darum, eine Person oberflächlich und nur aufgrund ihrer eindeutigen Merkmale zu beschreiben. Vielmehr wird versucht, sehr stark in die Tiefe zu gehen. Das bedeutet, dass selbst kleinste Details in der Personenbeschreibung berücksichtigt werden müssen, wie beispielsweise kleine Risse in der Kleidung oder auch unscheinbare Merkmale im Gesicht.

Prinzipiell macht eine Personenbeschreibung also genau das, was ihr Name schon aussagt, aber eben auch nicht mehr. Deshalb sollten wir auf jegliche Interpretation der einzelnen Charakteristika verzichten und lediglich das schildern, was offenkundig und ersichtlich ist.

Personenbeschreibung vorbereiten

Bevor es ans eigentliche Schreiben einer solchen Personenbeschreibung gehen kann, ist es sinnvoll, einige Vorbereitungen zu treffen, um nicht ins Blaue zu schreiben.

Personenbeschreibung vorbereiten

  • Bildbetrachtung: In einem ersten Schritt betrachten wir das Bild unserer Person ausgiebig und notieren uns alle Details, die uns sofort auffallen. Hierbei geht es nicht darum, einen kurzen Blick auf das Porträt oder die Skizze zu werfen, sondern jedes Merkmal zu erkennen. Wenn das Bild der zu beschreibenden Person sehr komplex ist, darf dieser Schritt ruhig einige Minuten in Anspruch nehmen.

    Wichtig ist hierbei, dass wir auch die unscheinbarsten Merkmale einer Person notieren, um diese anschließend nicht zu vergessen. Das kann recht schnell gehen, wenn wir später versuchen, das Gesamtbild einer Figur zu erfassen.

  • Gliederung der Personenbeschreibung: Ist der erste Schritt getan, können wir eine ungefähre Gliederung der Personenbeschreibung anfertigen, die einerseits den Aufbau nochmals skizziert und andererseits schon die wesentlichen Details unserer Person beinhaltet.

    Das kann insofern sinnvoll sein, als dass wir so sicherstellen, kein einziges Merkmal in der Personenbeschreibung zu vergessen und später keine Merkmale doppelt zu nennen. Dafür können Sie sich einfach an unserem exemplarischen Aufbau der Personenbeschreibung entlanghangeln.

Aufbau einer Personenbeschreibung

Grundsätzlich arbeiten wir uns bei einer Personenbeschreibung von den offensichtlichen Merkmalen zu den unscheinbaren Details vor. Wir gehen also vom Großen ins Kleine.

Außerdem ist es wichtig, eine logische Reihenfolge einzuhalten, indem wir die Person von einer Richtung in die andere beschreiben. Beispielsweise von Kopf bis Fuß, so dass ein Leser unseren Ausführungen sicher folgen kann und nicht verwirrt wird, weil wir zahlreiche Sprünge in den Lesefluss hineinarbeiten.

  • Die wichtigsten Merkmale der Person
    • Vorname und Name
    • Alter der Person
    • Geschlecht
    • Herkunft
    • Beruf
  • Aussehen der Person (Äußere Gestalt)
    • Körperstatur (muskulös, schmächtig, schlank, übergewichtig)
    • Größe der Person (klein, groß, riesig)
    • Hautfarbe
    • Gliedmaßen
      • Arme (kurz, lang, vernarbt, Prothesen)
      • Beine (stark, dick, dünn, durchtrainiert)
      • Füße (klein, winzig, gespreizt, gesenkt)
    • Kleidung
      • Kopfbedeckung (Mütze, Zylinder, Diadem, Basecap)
      • Oberbekleidung (Shirt, Longsleeve, Unterhemd, Jacke, Mantel)
      • Unterbekleidung (Cordhose, Latzhose, Jeans, Rock, Kleid, Mini)
      • Schuhe (Sneakers, Stiefel, Sandalen, barfuß)
    • Sonstige besondere Merkmale der Person
      • Narben, Verbrennungen, Wunden
      • Piercings oder Schmuck
      • Tätowierungen, Henna, Bodypainting, Körperkunst
  • Kopf und Gesicht
    • Haare
      • Haarfarbe (blond, brünett, schwarz)
      • Frisur (Flechtfrisur, Zöpfe, Glatze)
      • Haarstruktur (lockig, strohig, dünn, glatt)
      • Bart (Vollbart, rasiert, Dreitagebart)
    • Form des Kopfes (rund, eckig, birnenförmig, oval)
    • Stirn (hoch, verdeckt, gewölbt, Geheimratsecken)
    • Augen
      • Augenfarbe (grün, braun blau, bunt)
      • Augenform und -art (groß, mandelförmig, klein, oval, rund)
      • Augenbrauen und Wimpern (buschig, lang, dünn, kurz)
      • Sonstiges: Brille, Augenklappe, Glausauge
    • Nase (breit, schmal, dick, dünn, krumm)
    • Ohren (anliegend, abstehend, klein, groß)
    • Mund und Lippen (schmal, klein, groß, wulstig, fleischig)
    • Zähne (Beschaffenheit, Zahnlücken, Farbe)
    • Kinn (Doppelkinn, schmal, flüchtig)
    • Hals (muskulös, kurz, lang, zart)

  • Hinweise zur Personenbeschreibung: Alle angeführten Adjektive sind natürlich nur Beispiele. Sie können auch Eigenschaftswörter nutzen, die an dieser Stelle nicht angeführt sind. Wichtig ist allerdings, dass möglichst jedes noch so kleine Detail in der Personenbeschreibung Verwendung findet.

  • Liste möglicher Charaktereigenschaften für eine Beschreibung

Personenbeschreibung schreiben

Der Stil einer Personenbeschreibung

  • Eine Personenbeschreibung wird immer im Präsens (Gegenwart) verfasst und somit der Ist-Zustand einer Person beschrieben.
  • Eigenschaften dürfen nicht einfach aufgereiht werden, sondern müssen durch Sätze miteinander verknüpft sein. Der Aufzählungscharakter sollte vermieden werden.
  • In der Beschreibung schreiben wir immer in der dritten Person (Er, Sie).
  • Es ist durchaus sinnvoll, zahlreiche Adjektive zum Beschreiben zu nutzen. Denn wenn die Hände klein sind, die Nase klein ist und auch die Ohren und Beine klein sind, ist das einerseits stilistisch schlecht und außerdem für den Leser langweilig.
  • Bei der Personenbeschreibung müssen wir stets objektiv bleiben. Wir interpretieren das Aussehen einer Person nicht und geben auch nicht unsere persönliche Meinung ab.
  • Idealerweise versuchen wir in der Personenbeschreibung logisch vorzugehen. Das bedeutet, dass wir vom Offensichtlichen zum Kleinen arbeiten und die Person von oben nach unten beschreiben.

Da eine Personenbeschreibung nicht dem typischen Aufbau von Einleitung, Hauptteil und Schluss folgt, haben wir das Ganze in Abschnitte unterteilt. Prinzipiell unterscheiden sich diese insofern, als dass von Abschnitt zu Abschnitt ein wenig mehr ins Detail gegangen wird.

Erster Teil der Personenbeschreibung: Die wichtigsten Merkmale

  • Den Anfang der Personenbeschreibung bilden die offensichtlichen Merkmale der jeweiligen Person. das bedeutet, wir gehen auf das Alter, den Körperbau, die Herkunft oder auch Nationalität und außerdem auf das Geschlecht ein. All diese Informationen können wir natürlich nur beschreiben, wenn sie klar aus dem Bild oder auch der Erinnerung der jeweiligen Person hervorgehen.

Zweiter Teil der Personenbeschreibung: Aussehen, Kleidung, Sonstiges

  • Haben wir die wesentlichen Eigenschaften erfasst, fahren wir in der Personenbeschreibung mit der äußeren Gestalt der Figur fort. Das bedeutet, wir gehen auf alle körperlichen Merkmale der Person ein, wie etwa die Größe, das Gewicht und natürlich die Statur. Allerdings können solche Eigenschaften meist nur geschätzt werden, weshalb exakte Angaben á la „Die Person wiegt 89kg und ist 194cm groß“ wenig Sinn machen und selten überprüfbar sind.
  • Hinweis: Wichtig ist jedoch, dass alle kenntlichen Details beschrieben und Auffälligkeiten in Bezug auf den Körper genannt werden. Vielleicht ist die Person sehr muskulös, schmächtig oder eben klein, was in jedem Fall in der Personenbeschreibung Erwähnung finden sollte.

  • Hierbei ist es wesentlich, eindeutige und beschreibende Worte (Adjektive) zu finden. Denn die Feststellung, dass eine Person über Hände, Füße und Arme verfügt, ist dürftig und macht auch wenig Sinn für den Leser. Denn davon geht man für gewöhnlich aus, wenn eine Person beschrieben wird.
  • Diese Hervorhebung wäre nur dann angebracht, wenn unsere Person eben nicht diese Eigenschaften aufweist. Ähnlich verhält es sich hierbei mit einer Bestimmung der Art. Die Information, dass eine Person zur menschlichen Spezies gehört, bringt den Leser nicht wirklich weiter. Wäre dem allerdings nicht so und wir würden einen Goblin oder Superhelden beschreiben, wäre dieses Detail natürlich angemessen.
  • In der Folge widmen wir uns der Kleidung der Person und versuchen möglichst detailliert vorzugehen. Es geht also nicht darum, zu beschreiben, ob eine Person eine Hose trägt und diesen mit einem Pullover kombiniert, sondern ein wenig Mehrwert zu liefern.
  • Hinweis: Im Zusammenhang mit der Kleidung einer Person kann es durchaus Sinn machen, strukturiert vorzugehen und die einzelnen Kleidungsstücke einzeln und von oben nach unten zu beschreiben. Wir beginnen also mit etwaigen Kopfbedeckungen, arbeiten uns zur Oberbekleidung vor, untermauern das Ganze durch die Unterbekleidung und nennen in einem letzten Zug die Art und Beschaffenheit der Schuhe.

  • Den letzten Aspekt, den wir in diesem Abschnitt der Personenbeschreibung behandeln sollten, sind Auffälligkeiten wie Körperschmuck, Tätowierungen oder auch Piercings. Allerdings können diese Merkmale auch schon im vorherigen Teil angebracht werden, wenn diese sich bei der Beschreibung nahezu aufdrängen.

    Beschreiben wir beispielsweise einen drahtigen Körperbau, können wir natürlich darauf eingehen, dass über den Brustkorb das Tattoo eines weißen Totenschädels klafft.

Dritter Teil der Personenbeschreibung: Kopf und Gesicht

  • Den letzten Teil der Personenbeschreibung machen hauptsächlich die Merkmale rund um Kopf und Gesicht aus, da wir hierbei die meisten Auffälligkeiten und Charakteristika herausarbeiten können.

    Immerhin zeigt das Phantombild der Polizei immer das Profil einer Person und beschreibt andere Dinge nur am Rande. Die Begründung ist schlicht und ergreifend, dass das Gesicht meist das Auffälligste einer Person ist. Deshalb widmen wir uns diesem Bereich auch sehr ausführlich in der Personenbeschreibung.

  • Auch den Kopf beschreiben wir gewissermaßen vom eindeutigsten zum unauffälligsten Merkmal. Beginnen könnten wir mit der Form des Kopfes, um danach die Frisur und Struktur der Haare nähe zu beschreiben, die in die Stirn übergehen. Anschließend werfen wir der Person einen tiefen Blick in die Augen und geben weitere Hinweise zu den Besonderheiten des Gesichts
  • Tipp: Auch wenn wir uns dem Ende der Personenbeschreibung näheren, sollten wir wichtige Details in Bezug auf Gesicht, Kopf und Haarpracht nicht nur in einem Halbsatz erläutern. Gerade hierbei können wir zahlreiche Adjektive für die Beschreibung nutzen und somit die Personenbeschreibung schärfen. Haare sind selten einfach nur blond oder brünett, sondern „schwarzbraun“, „orangebraun“, „kastanienfarben“ oder auch „goldgelb“

  • Wichtig ist hierbei vor allem, dass wir immer objektiv beim Beschreiben der jeweiligen Person bleiben und nicht interpretieren. Außerdem sollten wir Vergleiche zu anderen Personen vermeiden, sondern lieber treffende Adjektive finden, die jedem Leser verdeutlichen, wie unsere Person en detail aussieht.
Checkliste zur Personenbeschreibung

  • Sind wirklich alle wichtigen Chrakteristika enthalten?
  • Ist der Text mit unterschiedlichen Adjektiven ausgestattet oder doppeln sich einige Eigenschaftswörter, die wir noch differenzieren könnten?
  • Sind alle Fakten ausformuliert oder neigen wir in einige Formulierungen zum Aufzählungscharakter, der unbedingt vermieden werden sollte?
  • Sind die auffälligsten Merkmale zu Beginn genannt oder greift der Text vor und springt zwischen den einzelnen Charakteristika?
  • Sind alle Merkmale objektiv herausgearbeitet oder gibt es teils Formulierungen, die lediglich unsere eigene Meinung wiedergeben? Wenn ja, gehören diese unbedingt ausgebessert.
  • Ist die Personenbeschreibung durchgängig im Präsens geschrieben?

Beispiel einer Personenbeschreibung

Um das Geschriebene anhand eines Beispiels zu illustrieren, möchten wir Ihnen eine Personenbeschreibung mit auf den Weg geben. Als Beispiel soll ein Selbstporträt des Malers Vincent van Gogh aus dem Jahr 1886 dienen.

Personenbeschreibung am Beispiel von Vincent van Gogh

Das vorliegende Bild ist ein Selbsportrait des niederländischen Malers und Zeichners Vincent van Gogh. Das Gemälde wurde im Jahr 1886 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, weshalb van Gogh zum Zeitpunkt des Selbstbildnisses in etwa 33 Jahre alt ist.

Sein Äußeres wirkt leicht untersetzt und ein wenig hager, wobei kaum ersichtlich wird, wie groß der Potraitierte ist. Die Haut scheint blass und im Bereich der Nase, Wangen und Schläfen leicht gerötet. Als Kleidung trägt van Gogh ein weinrotes Jacket, dessen fallendes Revers bläulich ausläuft und scharfkantig geschnitten ist. Weiterhin kleidet er sich in ein weißes Hemd, das am Kragen mit einer hellblauen Krawatte zusammengeführt wird.

Das Gesicht ist kantig und spitzzulaufend, wodurch es markant und fest wirkt. Das Haupthaar wird durch einen einfachen Bürstenschnitt bestimmt, der durch die hohe Stirn mit leichten Geheimratsecken begrenzt ist. Die Augenbrauen sind allenfalls als dezent zu beschreiben und rahmen ein dunkelgrünes Augenpaar.

Eine ausgeprägte Nase, die in einen dichten, roten Bartwuchs übergeht, bestimmt die mittlere Gesichtspartie. Der Bart bedeckt dabei große Teile des Mundes und außerdem die Wangen, wobei er hier ein wenig dünner und gestutzt scheint. Die sichtbare Unterlippe des Malers verschließt den Mund und ist als spröde zu bezeichnen.

Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Personenbeschreibung
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001