Die Ilias ist ein antikes Vers-Epos aus dem 8. Jhd. v. Chr. des griechischen Dichter Homers. Sie illustriert eine Folge von 51 Tagen des trojanischen Krieges, der im 12. Jdh. v. Chr. stattgefunden hat.

Die Ilias ist eine der ersten literarischen Zeugnisse der europäischen Kultur, weswegen ihr eine herausragende Bedeutung zukommt. Zahlreiche Schriftsteller und andere Künstler haben sich mit ihr auseinandergesetzt und ihre Helden Hektor, Odysseus oder Achilles zählen zu den bekanntesten Figuren der Weltliteratur.

Der Kampf um Troja dauerte 10 Jahre, womit die Ilias nur einen Ausschnitt des langjährigen Kriegs beschreibt. Der Name Ilios, von dem sich der Titel des Stücks ableitet, ist gleichbedeutend mit dem Namen der Stadt Troja. Eine der berühmtesten Szenen aus der Ilias ist die Leichenschändung des trojanischen Königssohns Hektors durch den griechischen Helden Achilles.

Dieser schleift den an seinen Pferdewagen gebundenen toten Körper Hektors um die Stadtmauern Trojas. Eines der wesentlichen Motive der Ilias ist der Zorn des Achilles. Immer wieder mischen sich die antiken Götter Griechenlands in burlesken Szenen in das Kampfgeschehen. Auf beiden Seiten kämpfen Helden, die von Göttern abstammen.

Das Werk ist in 24 Bücher aufgeteilt, die im Original nach den 24 Buchstaben des griechischen Alphabets überschrieben sind. In der in Deutschland geläufigen Übersetzung von Johann Heinrich Voß werden die Kapitel als Gesänge überschrieben.

1. Gesang

In einem langjährigen Krieg wird die Stadt Troja (Ilios) von einer großen griechischen Armee belagert. Agamemnon ist der Anführer der Besatzer und Priamos der König der belagerten Troer. In dem Lager der Griechen bricht eine von dem Gott Apollon verursachte Pest aus, da dieser über die Zurückweisung seines Priesters Chryses nicht erfreut war.

Agamemnon hatte zuvor die Tochter des Priesters Chryseis als Kriegsbeute geraubt. Alles Flehen des Chryses half nichts, Agamemnon wollte sie nicht zu ihrem Vater zurückkehren lassen und macht sich vor seinen Soldaten über den Priester lustig. Von Chryses um Hilfe gebeten, zürnt der Gott Apollon gegen die Belagerer und entsendet Pest und Tod.

Der griechische Held Achilles ist über den Ausbruch der Pest verärgert und beruft unter Missachtung der Rechte des Oberbefehlshabers Agamemnon eine Heeresversammlung ein. In der Versammlung klagt Achilles Agamemnon an, den Zorn des Gottes auf die Angreifer gezogen zu haben. Dies ist eine Infragestellung des Herrschaftsanspruch des Agamemnon.

Zusammen mit dem Heerespropheten Kalchas deckt Achilles diesen Zusammenhang auf. Achilles hatte Kalchas um Hilfe gebeten, da er sich nicht an Grund der Gottesstrafe erinnern konnte, aber von Agamemnons Schuld überzeugt war. Von der Erklärung Kalchas in die Enge getrieben, beschließt Agamemnon die Tochter des Priesters zu ihrem Vater zurückkehren zu lassen und auf seine Beute zu verzichten. Er entsendet den Helden Odysseus die Tochter zu ihrem Vater nach Chryse zurückzubringen.

Über den Vorstoß Achilles ist Agamemnon verärgert und beabsichtigt daraufhin, den aufsässigen Krieger in seine Schranken zu weisen. Er fordert die Achilles bereits als Kriegsbeute zugeteilte Briseis als Ersatz für seine verlorene Chryseis, eine Cousine derselben. Achilles ist in keinster Weise mit der Forderung des Oberbefehlshabers einverstanden.

Er droht Agamemnon mit der Auflösung seines Bündnisses mit dem Anführer und mit der Rückkehr in seine Heimat Phthia. Der Aussage des Achilles begegnet der Heeresführer mit Spott und Hohn, sodass Achilles in seinem Zorn nur von der Göttin Athene gebremst werden kann. Agamemnon möchte in dieser Szene seine Macht demonstrieren und zwingt Achilles, sich ihm unterzuordnen.

Dieses missfällt Achilles, der in seinem Unmut lauthals wütet. Der Grieche Nestor versucht, einen objektiven Vermittlungsversuch zu unternehmen und macht Achilles darauf aufmerksam, dass er sich den Befehlshaber unterwerfen müsse. An einer Stelle sagt Achilles, dass ihm der Verlust „seines Mädchens“ nicht so sehr schmerze wie die Notwendigkeit, sich einem Anführer unterzuordnen.

Letztendlich ist es eine Sucht nach Ruhm, die den Kämpfer in den Reihen der Angreifer bleiben lassen. Gleichzeitig stimmt ihn ein Urteil des Zeus gütig, dass von seiner Mutter Thetis auf dem Olymp erkämpft wurde. Dieses besagt, dass die Griechen solange in dem Krieg unterlegen sein sollen, bis Achilles volle Genugtuung geleistet ist. Die Göttin Hera sieht dadurch ihren Plan der Zerstörung Trojas gefährdet und und beginnt einen Streit mit Zeus.


2. Gesang

Der Gott Zeus sendet Agamemnon einen verheißenden Traum, der diesen zum Angriff auf die Troer verleiten soll. Die Griechische Allianz ist durch den Streit zwischen Achilles und ihrem Anführer geschwächt, weswegen ein Angriff in dieser Situation zunächst keine besonders gute Idee wäre.

Aber in dem Traum überzeugt Zeus Agamemnon davon, dass er aus dem Angriff siegreich hervorgehen würde. Gleichzeitig ist Agamemnon von der Idee besessen, aller Welt zu zeigen, dass er auch ohne Achilles siegen kann. In einer Vollversammlung des Heeres ermutigt er seine Männer in die Schlacht zu ziehen.

Nach langwierigen Diskussionen beschließen die Griechen begeistert den Angriff. Obwohl die Troer von der Göttin Isis über den Angriff der Achaier informiert worden sind, wissen sie nicht, dass Achilles nicht am Kampf teilnimmt. Zu Ende des Kapitels werden die Troer vorgestellt.


3. Gesang

Kaum hat der Kampf begonnen, konzentriert sich die Schlacht auf einen Einzelkampf zwischen dem trojanischen Königssohn Paris und Menelaos. In diesem Streit drückt sich der Krieg im Kleinen aus, da der Raub Helenas durch Paris Menelaos erst zum Angriff Trojas gebracht hat (siehe Infobox „Geschichte des Trojanischen Kriegs“).

Dieser Zweikampf findet auf Vorschlag Paris statt, der zuvor von Hektor getadelt wurde, weil er bei dem Angriff der Achaier (der Griechischen Allianz) zurückgewichen ist. Laut Hektor, der den Zweikampf verkündet, sollen die Streitenden sich streiten, die Völker allerdings vertragen. Der Zweikampf wird unter den Stadtmauern Trojas ausgeführt.

Bei dem Kampf sind sowohl der König Trojas Priamos als auch der Anführer der Griechen Agamemnon anwesend. Es wird ein Nichtangriffspakt vereinbart und entschieden, dass der Gewinner des Kampfes Helena erhält. Es scheint, als ob der langwierige Trojanische Krieg zu einem Ende gekommen ist.

Obwohl Menelaos siegt und von Agamemnon zum Sieger erklärt wird, kann Paris nicht getötet werden. Stattdessen wurde dieser von der Göttin Aphrodite zurück in die Stadtmauern gerettet. Er überlebt, womit auch durch den Zweikampf keine Entscheidung des Krieges herbei geführt werden kann.


4. Gesang

Die Friedensverhandlungen zwischen Troja und den griechischen Angreifer scheitern endgültig, als der Troer Pandaros einen Pfeil auf Menelaos schießt. Dieses sowohl verräterische als auch törichte Attentat war ihm zuvor von Athene befohlen worden. Gleichzeitig verfehlte der Schuss aber auch durch Einwirkung Athenes sein Ziel.

Diese widersprüchliche Handlung erfolgt deswegen, weil die Götter zu Beginn des Kapitels auf dem Olymp beschlossen hatten, den Krieg wieder aufleben zu lassen und die Zerstörung Trojas zu besiegeln. Dieser Umstand zeigt eindeutig die Einwirkungen der Götter auf die Menschen.

Der zuvor geschlossene Nichtangriffspakt verlor durch das Attentat seine Bedeutung und alle Kriegshandlungen wurden wieder aufgenommen. Die Griechen ordnen ihre Truppen und ihrer Heerführer Agamemnon spricht den einzelnen Heerleitern der Reihe nach Mut zu.


5. Gesang

Im fünften Gesang treffen die beiden Armeen Trojas und der Griechen das erste Mal aufeinander. Eine dramatische Schlacht entbrennt, in dessen Verlauf immer wieder einzelne Heldentaten im Vordergrund stehen. So zum Beispiel die Bestrafung des Pandaros, der zuvor die Friedensverhandlungen durch seinen Bogenschuss vereitelt hatte.

Er wird durch einen Lanzenstich von Diomedes unter brutalster Beschreibung des Kampfes getötet. Zuvor hatte dieser von Athene und Aineas ermutigt Diomedes angegriffen. Gleichzeitig wird Aphrodite durch die Verwundung des Ares durch Diomedes gestraft, der in der griechischen Mythologie der Krieg des Blutbades, des Krieges und des Massakers ist und auf Seiten der Troer kämpft. Dieser kann aber durch seinen Vater Zeus geheilt werden.


6. Gesang

Obwohl die die Griechen unterstützenden Göttinnen Athene und Hera auf den Olymp zurück gekehrt sind, bedrängen die Griechen die Troer so sehr, dass sich Hektor mit seinem Bruder Helenos in die Stadt zurückzieht. Sie veranlassen eine Prozession zum Tempel der Stadtgöttin Athene, um diese gütig zu stimmen.

Nach dem Gebet trifft Hektor auf seine Frau Andromache, bevor er vor die Mauern der Stadt auf das Schlachtfeld zurückkehrt. Mit ihm zieht Paris erneut in den Krieg, der sich seit dem Zweikampf mit Melenaos im Palast aufgehalten hatte.


7. Gesang

Auf Geheiß Athene und Apollons, die die Schlacht beenden wollen, fordert Hektor den mutigsten unter den griechischen Fürsten zum Zweikampf auf. Zuerst zögern die Achaier und lassen ein Los entscheiden. Zuerst will sich Menelaos dem Zweikampf stellen, wird aber von seinem Bruder Agamemnon aufgehalten, weil dieser vermutet, dass Menelaos wahrscheinlich verlieren würde.

Durch das Los tritt Aias in den Kampf und schlägt sich gut. Es gelingt ihm sogar Hektor auf den Boden zu werfen. Während des Kampfes kommt Apollon Hektor zur Hilfe. Allerdings bleibt auch dieser Kampf unentschieden, woraufhin beide Kriegsparteien sich zu Beratungen zurückziehen. Die Griechen beschließen, ihre Toten zu begraben.

Diese rituelle Handlung ist allerdings nur als Ablenkung gedacht, da sie gleichzeitig an einer Befestigung ihres Heerlagers am Strand arbeiten. In der Folge bieten die Troer den Griechen einen Waffenstillstand an, um die Toten zu begraben. Dieser wird von den Griechen angenommen. In Troja hatte Antenor vorgeschlagen, Helena an die Griechen zurück zu geben, was Paris allerdings ablehnt.


8. Gesang

Durch die Bestattung der Toten hat die Darstellung der ersten Schlacht ein Ende genommen. Entgegen der Prophezeiung Zeus, haben sich immer wieder Götter zu allen Seiten der Schlachtparteien eingemischt, was diesem missfällt. Um seinen Ratschluss vollkommen durchzusetzen (die Griechen sollen solange unterlegen sein, bis Achilles Recht widerfährt), verbietet er allen anderen Göttern, sich in den Krieg einzumischen.

Er begibt sich auf den Gipfel des Ida-Gebirges. Durch seine Blitz- und Donnerschläge, geraten die Troer rasch in eine vorteilhafte Situation, die wiederum durch die Götter Hera und Athene abgemildert und zu Gunsten der Griechen verändert wird. Die Göttinnen haben gegen Zeus ausdrücklichen Befehl in die Schlacht eingegriffen, werden aber bald von ihm zurückgedrängt.

Diese Einmischung wird von Zeus nicht toleriert, der angibt, den Griechen noch weiter zu schaden. Auf einer nächtlichen Versammlung schlägt Hektor vor, am nächsten Tag die Schiffe der Achaier anzugreifen.


9. Gesang

Der griechische Anführer Agamemnon ist sich wie seine Männer bewusst, dass man den Troern unterlegen ist und schlägt auf einer Heeresversammlung den Abzug vor. Diomedes und Nestor teilen seine Meinung nicht und finden einen Abzug unrühmlich. Diesem Einwand wird von mehreren Männern zugestimmt. Agamemnon zeigt sich dazu bereit, sich mit Achilles zu versöhnen.

Er hofft, dass das Eingreifen des Helden die Schlacht zu seinen Gunsten verändern kann. Odysseus und Aias sollen Achilles das Angebot des Heerführers verkünden: Rückgabe der Briseis, üppige Geschenke und die Aussicht, die Tochter Agamemnons zu hereitaten. Nestor weist daraufhin, dass man möglichst diplomatisch sein solle, was Odysseus in seiner Rede an Achilles auch versucht.

Allerdings lehnt es Agamemnon ab, sich bei Achilles zu entschuldigen. Achilles ist am musizieren, als ihn die Gesandten Agamemnons erreichen. Er lehnt das Angebot grob ab, weil er sich nicht einem Befehl unterwerfen möchte und der Meinung ist, dass Agamemnon noch nicht ausreichend gedemütigt ist.

Die Bitten des Phoinix und des Aias haben ebenfalls keine Wirkung auf Achilles. Er ist zornig auf Agamemnon und sieht keinen Grund gegen die Troer in den Krieg zu ziehen.


10. Gesang

In dieser nächtliche Szene werden die Schlaflager der Griechen und Troer auf dem Schlachtfeld beschrieben. Priamos entsenden Odysseus und Diomedes als Späher, die wiederum den troischen Späher Dolon fangen. Sie zwingen ihn Auskunft über das troische Lager zu geben und erfahren, dass thrakische Pferde angekommen sind.

Entgegen dem Versprechen Dolon zu verschonen, töten Odysseus und Diomedes den Troer und überfallen das troische Lager. Sie töten den thrakischen König Rhesos und stehlen zwei Pferde, auf denen sie ins griechische Lager zurückreiten.


11. Gesang

Da Zeus Entschluss über die Wiedergutmachung an Achilles noch immer nicht berücksichtigt wurde, können die Griechen im Kampf keinen Vorteil erhalten. In Kampfhandlungen werden sowohl Agamemnon und Diomedes, als auch Odysseus verletzt. Ebenso flieht Aias vor den Troern, sodass alles den Anschein hat, als ob die Griechen den Krieg verloren hätten.

Achilles wird sich bewusst, dass seine baldige Rache naht. Er entsendet Patroklos, um sich über das Kriegsgeschehen zu erkundigen. Dieser zeigt sich allerdings von den Erzählungen von Nestor und Euryplodes gerührt und zeigt Mitgefühl mit seinen unterlegenden Landsleuten.


12. Gesang

Nachdem die Troer das weite Feld vor ihrer Stadt erobert haben, wollen sie nun auch das Heerlager der Griechen erobern. Eine erste Erstürmung durch Asios scheitert. Allerdings hat eine von Hektor geführte Erstürmung erfolgt. Er kann ein Tor der Befestigung zerstören, sodass die Troer die Achaier zu ihren Schiffen zurückdrängen können.


13. Gesang
Die Troer haben den Landeplatz der Griechen angegriffen und sind bis zu den Schiffen vorgedrungen. Gerade als sich der Wille Zeus zu vollenden scheint und die Griechen vollkommen geschlagen sind, mischen sich die Götter Poseidon und Hera ein. Dieses ist möglich, weil sich Zeus im Glauben eines troischen Sieges von der Schlacht abwendet.

Durch das Eingreifen der anderen Götter kann die Vernichtung der Griechen abgewendet werden. In dem Kampf wird ein Sohn Poseidons getötet, der daraufhin Idomeneus zum Kämpfen motiviert und ihm hilft, viele Troer zu töten.


14. Gesang

Um Poseidon in seiner Unterstützung der Griechen beizustehen, schläfert Hera ihren Gatten Zeus auf dem Ida Berg ein. Sie macht sich hübsch und verführt Zeus mit Hilfe Aphrodites. Nach dem Beischlaf gelingt es ihr Zeus mit der Hilfe Hypnos einzuschläfern. Zuvor hatte Zeus von seinem Hochposten noch das Kriegsgeschehen beobachtet.

Durch die Hilfe des Meergotts Poseidon können die Griechen wieder die Oberhand über den Kampf gewinnen. Agamemnon wollte sich zuerst wieder zurückziehen, konnte aber von Odysseus zum Weiterkämpfen überredet werden. Durch die List Heras kann Poseidon die Angreifer direkt unterstützen. Dadurch gelingt es den Achaiern Hektor außer Gefecht zu setzen und Boden zu gewinnen.


15. Gesang
Dank der Hilfe Poseidons und Heras gelingt es den Griechen die Troer aus ihrem Heerlager zu vertreiben. Als Zeus allerdings aus dem durch Hera künstlich herbeigeführten Schlaf erwacht, greift er sofort wieder auf Seiten der Troer in das Kampf geschehen. Er befiehlt Hera in den Olymp zurückzukehren.

Auch Poseidon muss sich aus der Schlacht zurückziehen. In seinem Zorn steigert Zeus die Bedrängnis der Griechen noch weiter. Die Griechen werden wieder zurück zu ihren Schiffen gedrängt.


16. Gesang

Achilles Vertrauter Patroklos war bereits im 11. Gesang von Mitleid gerührt, als er die Not der anderen Griechen sah. Er bittet Achilles zu Gunsten der Angreifer in die Schlacht einzugreifen. Obwohl Achilles Patroklos Bitte ablehnt, ist er bereit als Anführer der Myrmidonen in das Kampfgeschehen einzugreifen und den bedrängten Kriegern zur Seite zu stehen.

Allerdings greift Achilles nur unter der Bedingung ein, den Bedrängten in ihrer bedrohlichen Lage zu helfen und das Lager zu verteidigen. Als dann sehr bald alle Troer aus dem Lager vertrieben worden sind, hat Patroklos den Befehl seines Herrn vergessen. Wagemutig und im Siegestaumel verfolgt er die nunmehr fliehenden Angreifer aus Troja bis vor ihre eigenen Stadtmauern.

Entgegen Achilles Rat greift er vier Mal die Stadtmauern Trojas an, wird aber jedes Mal von Apollon zurückgewiesen. Als Hektor in den Kampf eingreift, fällt Patroklos bald. Vor seinem Tod prophezeit er noch den baldigen Tod Hektors.


17. Gesang

Die Leiche des Patroklos, einem sehr engen vertrauten Achilles, wird von Menelaos vor weiterer Schändung geschützt, wodurch er sich den Respekt Achilles erwirbt. Im weiteren Kampf verliert Achilles seine Rüstung an Hektor, da diese zuvor von Patroklos getragen wurde.


18. Gesang

Schwer gezeichnet durch den Tod seines Vertrauten, hat Achilles nun zum ersten Mal einen Grund, sich auch aus persönlichen Gründen gegen die Verteidiger Trojas zu wenden. Zuvor war der Krieg eine Angelegenheit zwischen den Atriden um Agamemnon und Menelaos, doch durch den Tod Patroklos ist Achilles bereit, alles für den Kampf zu geben. Er klagt wehmütig um den Verlust seines Vertrauten.

Auf Bitten seiner Mutter Thetis schmiedet ihm Hephaistos eine neue Rüstung. In diesem Zusammenhang wird die berühmte Darstellung des Achillischen Schildes als Ekphrasis beschrieben. Auf dem Schild werden die Stadt und der Kosmos in Krieg und Frieden beschrieben. Patroklos Leiche wird von den Griechen gereinigt und gesalbt. Zu seiner Ehre werden zwölf Troer geopfert.


19. Gesang

In einer von Achilles (wie zu Beginn der Illias) einberufenen Heerversammlung ist Achilles dazu bereit an der Seite der anderen Griechen zu kämpfen. Einen Hinweis Nestors der besagt, dem Anführer Agamemnon Loyalität zu zollen, überhört Achilles einfach. Er möchte so bald wie möglich kämpfen und beklagt den Tod seines Freundes Patroklos.

Während eines gemeinsamen Frühstücks wartet Achilles auf den Beginn der Kämpfe. Agamemnon überreicht ihm die versprochenen Gaben, die zu Achilles Schiff gebracht werden. Diese interessieren den Helden allerdings nicht. Sowohl er als auch Agamemnon erkennen, dass sie zuvor fehlerhaft gehandelt haben. Achilles bekennt sich zu seinem Zorn, der ihn fehl geleitet hatte und Agamemnon behauptet, von Zeus geblendet worden zu sein.


20. Gesang

Der Kampf zwischen den Kriegern Trojas und den Griechen entbrennt und die Götter werden von Zeus aufgefordert, in das Kriegsgeschehen einzugreifen. Der Gott Apollon veranlasst, dass sich Aieneas Achilles in den Weg stellt. Aus dem entbrennenden Kampf wird Aineais nur durch das Eingreifen Poseidons gerettet, der ansonsten eher auf der Seite der Griechen kämpft.

Der Gott möchte den Troer als Halter des trojanischen Stammbaums bewahren. Dem Gott ist bereits klar, dass Troja fallen wird, weswegen er an der Bewahrung eines ehrenvollen Troers interessiert ist. Achilles tötet immer weitere Troer, darunter auch einen Sohn des Priamos. Als Hektor von dem Tod seines Bruders erfährt, greift er ungehindert in den Kampf gegen Achilles ein, kann aber von Apollon gerettet werden.


21. Gesang

Auf der Flucht vor Achilles überqueren einige Troer den Fluss Skamandros (oder auch Xanthos). Für die Feuerbestattung des Patroklos werden 12 Troer von Achilles gefangen, weitere Troer wie Lyakon werden brutal von Achilles getötet. Obwohl Lyakon, ein Sohn des Königs Priamos, um Gande bittet, wird er von Achilles nach seiner Tötung in den Fluss geworfen.

Dieses verärgert den Flussgott, doch Achilles tötet in seiner Raserei auch noch einen Sohn desselben. In dem entstehenden Kampf gerät Achilles in eine solch große Bedrängnis, dass er weder von Poseidon noch von Athene gerettet werden kann. Erst der durch Hera herbeigerufene Hephaistos kann Achilles vor dem Flussgott retten, indem er den Fluss durch ein großes Feuer bändigt.

Die vielfache Verquickung der Götter untereinander und ihr gegenseitiger Kampf machen Zeus sehr glücklich. Während sich alle Götter auf den Olymp zurückziehen, ist Apollon der einzige der zur Verteidigung Trojas bleibt. Durch eine List gelingt es Apollon Achilles zu täuschen, sodass sich die überlebenden Troer in die Mauern der Stadt retten können.


22. Gesang

Als Achilles erkennt, dass er getäuscht wurde, ändert er sofort seine Richtung und greift Troja an. Vor den Toren der Stadt wird er von Hektor erwartet, der sich gegen den Willen seiner Eltern dazu entscheidet, gegen den Griechen zu kämpfen. Als er Achilles gegenüber steht, erkennt er, dass er ihm unterlegen ist und beschließt zu fliehen.

Während die Götter in einer Beratung über den weiteren Verlauf diskutieren, umrunden die beiden Kämpfer in ihrer Verfolgung dreimal die Stadtmauern. Letztendlich entscheidet sich Apollon dazu, Hektor seinem Schicksal zu überlassen. Dieses geschieht auf Grund einer Entscheidung der Schicksalswaage, die von Zeus befragt den Tod Hektors verkündet.

Im darauffolgenden Kampf wird Hektor von einer Lanze Achilles am Hals getroffen und stirbt. Achilles hatte sich zuvor geweigert, mit dem Unterlegenen Kämpfer über ein Bestattungsritual zu reden. Er bindet die Leiche an seinen Wagen und umrundet mehrmals die Stadt. Beim Anblick der Leiche fällt Hektors Frau Andromache in Ohnmacht.


23. Gesang

In der Nacht vor der Bestattung Patroklos besucht seine Seele (Psyche) Achilles und kündigt ihm an, dass er bald sterben wird. Er bittet Achilles ebenfalls um ein gemeinsames Grab und eine baldige Beerdigung. Alsbald wird dann für die Leiche von Patroklos ein großer Scheiterhaufen angezündet, der von den Winden Boreas und Zephyros angefacht wird. Zur Ehre des Toten werden an der Grabstätte sportliche Wettkämpfe abgehalten, die den olympischen Disziplinen sehr ähneln.


24. Gesang

Achilles schleift noch immer die Leiche des Königssohns Hektors um die Stadt. Auf den Befehl Zeus soll Achilles die Leiche an die Troer zurückgeben. Er trifft sich mit dem König Priamos und erhält Lösegeld für die Leiche. In der Unterhaltung beschließt man eine elftägige Waffenruhe, um eine Bestattung Hektors zu gewährleisten. Bei den Troern ist der Schmerz über den Verlust Hektors sehr groß. Die Ilias endet mit einem Totenmahl.

  • Achaier:
  • Achilles, Urenkel Zeus, führt ein Kontingent von 50 Schiffen und die Myrmidonen als Kämpfer aus Phthia nach Troja
  • Agamemnon, Herrscher Argos und Mykene, Heerführer der Allianz
  • Ajax der Große, nach Achilles der größte Held der Achaier
  • Diomedes, der jüngste König der Alianz, ebenfalls ein gefürchteter Krieger
  • Odysseus, ein kluger Ratgeber
  • Idomeneus, König von Kreta
  • Kalchas, Seher und Vogeldeuter
  • Nestor, ein erfahrener Krieger
  • Melenaos, Ehemann Helenas
  • Patroklos, Freund und Wagenlenker von Achilles
  • Troer:
  • Aineias, Überlebender des Krieges, Gründer Roms
  • Andromache, Frau Hektors
  • Hektor, stärkster Krieger Trojas und Sohn des Priamos
  • Priamos, König von Troja
  • Dolon, ein Späher
  • Pandaros, Bogenschütze

Ein Epos ist eine narrative Großform in Versen. Das Wort Epos (gr. épos) bedeutet Wort, Ausdruck oder Vers. Er zielt auf die Darstellung umfangreicher zeitlicher, biographischer oder weltgeschichtlicher Zusammenhänge.

Durch die Hinzufügung eines Attributs kann der Epos näher bestimmt werden (z.B. Heldenepos, Tierepos, höfischer Epos). Ursprünglich war der Epos eine mündlich übermittelte Geschichte einer Gemeinschaft oder einer Heldengestalt, die allerdings bereits früh verschriftlicht wurde.

Als Beispiel für einen Epos wird oft auf die homerischen Epen wie die Ilias oder die Odysse, ebenso aber auch auf die Dichtungen des Römers Vergil verwiesen. Als literaturwissenschaftliche Begriff ist der Epos an die Versform gebunden und unterscheidet sich insofern von anderen Erzählformen wie dem Roman, der Erzählung oder der Kurzgeschichte.

Ein Epos ist in einem gleichbleibenden Versmaß erzählt, in dem die „hohe Kunst“ der Dichtung mit der „Hoheit“ ihrer Thematik (Götter, Helden) in Zusammenhang stehen soll. In der Antike war der Epos die höchste Kunstform.

Trojanischer Krieg

Der Ursprung des Trojanischen Krieges ist der Raub Helenas durch den trojanischen Königssohn Paris. Helena galt in der Antike als schönste Frau der Welt und war ursprünglich dem Griechen Menelaos versprochen, weswegen dieser unter allen Griechen Verbündete suchte, um gegen Troja in den Krieg zu ziehen. Das Ziel Menelaos war es, seine Braut zurück zu erobern.

Die langjährige Belagerung der Stadt unter der Führung Agamemnons, dem Bruder Menelaos, führte zu keiner Kriegsentscheidung. Erst durch eine List des Odysseus konnte der Krieg entschieden werden.

Der Plan des Odysseus sah vor, dass die Griechen ihre Niederlage vortäuschten und den Troern ein großes hölzernes Pferd als Tribut vor die Stadttore stellten. Stolz über ihren Sieg feierten die Troer den (vermeintlichen) Abzug der griechischen Allianz und führten das Pferd in das Innere ihrer Stadtmauern.

In dem Holzpferd hatten sich allerdings griechische Krieger versteckt, die in der Nacht die Tore der Stadt für ihre Kameraden öffneten. In der Folge gelang es den Griechen, Troja zu erobern. Flüchtlinge aus Troja um Aieneas legten den Grundstein für das spätere Weltreich Roms.

Mit dem griechischen Dichter Homer beginnt die europäische Literaturgeschichte. Er war der Dichter der Heldenepen Ilias und Odysse, doch die historisch gesicherten Erkenntnisse über den tatsächlichen Menschen oder das Leben Homers sind gering.

In der Antike dachte man sich Homer als blinden Greis, über den man aber auch nichts näheres zu berichten wusste. Es lassen sich keine gesicherten Aussagen über den Geburtsort oder den Geburtstag Homers treffen.

Man vermutet, dass er im 8. Jahrhundert vor Christus gelebt und gewirkt haben soll. Bereits in der Antike beschäftigte man sich mit der sogenannten „homerischen Frage“, also mit den Umständen des Lebens Homers und der Entstehung seiner Werke.