devot
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- devot
- Worttrennung
- de·vot
- Komparativ
- devoter
- Superlativ
- am devotesten
Bedeutung
Ist jemand devot, dann befindet sie oder er sich - mitunter auch freiwillig - in der Rolle der Person, über die ein anderer herrscht oder bestimmt. Das kann sich auf sämtliche Aspekte des Lebens beziehen – vom Beruf über das Sexualleben bis hin zum Verhalten in Gesprächen. Das Wort meint somit auch gleichzeitig, dass sich die bezeichnete Person nicht zur Wehr setzt und somit unter Umständen auch unangenehme Dinge über sich ergehen lässt.
Das deutsche Wort devot ist vermutlich im 17. Jahrhundert in unsere Sprache gewandert. Es entstammt dem lateinischen Begriff devotus, wo es noch für ergeben oder fromm steht – im engeren Sinne gegenüber Gott. Es hat sich heutzutage nahezu vollkommen, aber nicht ausschließlich, von seinem religiösen Bezug gelöst.[1]
Trotz seines ursprünglich kirchlich-religiösen Bezuges lässt es sich in Schriftstücken erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts nachweisen. Seitdem fand es mal mehr, mal weniger häufig Verwendung. Dennoch hat es Eingang in die Alltagssprache gefunden und ist vielen Menschen geläufig.[2]
1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997
2. Quelle: Ngram Viewer
Beispiele
Sei nicht so devot, sondern zeige denen, dass du dich auch durchsetzen kannst! Nur so beweist du deine wahre Stärke.
Als männlicher Manager sei aufmerksam und zuvorkommend gegenüber deiner Sekretärin, und vermeide es, die Damen des Büros als devote Untergebene anzusehen.
Commer, Heinrich, "Managerknigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1985], S. 8801"
Er liebte es, vor seiner Frau die devote Rolle im Bett einzunehmen. Es bereicherte das Paar, wenn beide die Rollen tauschten und der Mann nicht als der Starke und Mächtige auftrat.
Devot zu sein kann auch bedeuten, sich bewusst von einer Machtposition zu entfernen und im Hintergrund zu arbeiten. Nicht jeder muss Chef sein und über andere Menschen bestimmen.
Die Kommission tritt in ihrer Wortwahl dem Rat gegenüber äußerst bescheiden, ja manchmal fast devot auf.
Christoph Nick, "Neue Strategie der EU"
Grammatik
| Positiv Grundform |
Komparativ 1. Steigerung |
Superlativ 2. Steigerung |
|---|---|---|
| devot | devoter | am devotesten |
Beugung von devot
Die Formen können eine unterwürfige Haltung oder ein entsprechendes Verhalten beschreiben. Die Beugung legt nicht fest, warum jemand so auftritt; dafür braucht es den konkreten Zusammenhang.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | devote | devote | devote | devoten |
| Genitiv | devoten | devoten | devoten | devoten |
| Dativ | devoten | devoten | devoten | devoten |
| Akkusativ | devoten | devote | devote | devoten |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | devoter | devote | devotes | devoten |
| Genitiv | devoten | devoten | devoten | devoten |
| Dativ | devoten | devoten | devoten | devoten |
| Akkusativ | devoten | devote | devotes | devoten |
Synonyme
- demütig
- ehrerbietig
- ergeben
- fußfällig
- hündisch
- knechtisch
- kniefällig
- kriecherisch
- liebedienerisch
- servil
- sklavisch
- subaltern
- submiss
- untertänig
- unterwürfig
