WORTWUCHS | Literaturlexikon

frenetisch

Bedeutung

Das Adjektiv frenetisch beschreibt, dass eine Sache stürmisch oder leidenschaftlich ausgeübt wird und kann synonym zu rasend oder auch leidenschaftlich gebraucht werden.

Der Begriff wird für die Darstellung einer stark gesteigerten Begeisterung verwendet. So kann beispielsweise der Beifall nach einem gewonnenen Fußballspiel frenetisch sein oder auch der Jubel im Theater, wenn das aufgeführte Stück besonders großen Anklang beim Publikum gefunden hat.

Im deutschen Sprachgebrauch wurde das Adjektiv vom lateinischen Verb phreneticus entlehnt, das aus der Sprache der Medizin stammt und ursprünglich einen pathologischen Zustand der Geisteskrankheit beschrieb.

Im 16. Jahrhundert wurde der Begriff phreneticus als Synonym für geisteskrank, wahnsinnig oder gehirnkrank verwendet. Im Griechischen steht das Wort phrenitis für Geisteskrankheit oder Wahnsinn.

Die Silbe phren bezeichnet im medizinischen Sprachgebrauch das Zwerchfell, das als Organ für Gefühlsregungen und Affekte verantwortlich gemacht wurde.

Im 19. Jahrhundert gelangte der Begriff als feste Wendung für frenetischen Beifall in der Bedeutung einer intensiven Gefühlsäußerung in den allgemeinen Sprachgebrauch. Erstmalig belegt ist es in schriftlicher Form 1860.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997
2. Quelle: Ngram Viewer

Beispiele

Als nach langem Warten im Konzertsaal endlich der Künstler auf die Bühne kam, brach frenetischer Jubel aus.
Sie saßen vor der Tageszeitung, verglichen die Lottozahlen und stellten fest, dass Sie 6 Richtige samt Zusatzzahl hatten. Die ganze Familie fiel sich frenetisch in die Arme.
Leider räumt Aitken jedem der Künstler nur jeweils eine Minute ein – so entwickelt sich der Film zu einem frenetischen Trip durch die Kunst, bei dem den Zuschauern Hören und Sehen vergehen kann.
spiegel.de, “Kunst: Frenetischer Trip”
Die Gerichtsverhandlung war vorbei und das Urteil gesprochen. Der Angeklagte nahm die Nachricht von seinem Freispruch frenetisch entgegen.
Geradezu frenetisch suchen die für das Weltgewese zuständigen Politiker nach "the next big thing", diesem Zauberthema, mit dem sich Hierarchie, Ordnung und innerer Frieden wieder herstellen lassen.
Stefan Kornelius, “Über die Neuvermessung der Welt”

Grammatik

Starke Deklination
MaskulinFemininNeutralPlural
Nominativfrenetischerfrenetischesfrenetischefrenetische
Genitivfrenetischenfrenetischenfrenetischerfrenetischer
Dativfrenetischemfrenetischemfrenetischerfrenetischen
Akkusativfrenetischenfrenetischesfrenetischefrenetische
Schwache Deklination
MaskulinFemininNeutralPlural
Nominativder
frenetische
das
frenetische
die
frenetische
die
frenetischen
Genitivdes
frenetischen
des
frenetischen
der
frenetischen
der
frenetischen
Dativdem
frenetischen
dem
frenetischen
der
frenetischen
den
frenetischen
Akkusativden
frenetischen
das
frenetische
die
frenetische
die
frenetischen
Gemischte Deklination
MaskulinFemininNeutralPlural
Nominativein
frenetischer
ein
frenetisches
eine
frenetische
keine
frenetischen
Genitiveines
frenetischen
eines
frenetischen
einer
frenetischen
keiner
frenetischen
Dativeinem
frenetischen
einem
frenetischen
einer
frenetischen
keinen
frenetischen
Akkusativeinen
frenetischen
ein
frenetisches
eine
frenetische
keine
frenetischen

Synonyme

  • aufbrausend
  • heftig
  • leidenschaftlich
  • rasend
  • stürmisch
  • tobend
  • tosend
  • ungestüm
  • vehement
  • wild