konkludent
Form & Grammatik
- Stichwort
- konkludent
- Worttrennung
- kon·klu·dent
Fachsprachlich, gewöhnlich nicht gesteigert. Die Endung in konkludenter Erklärung kann bloße Positivbeugung sein; eine rechtliche Schlussfolgerung hängt vom Verhalten und seinem Zusammenhang ab.
Bedeutung
Darüber hinaus wird das Wort in der Rechtssprache gebraucht. Dabei ist es bedeutungsgleich, wird aber zumeist im Wortpaar konkludentes Handeln verwendet und bedeutet hier, dass sich der Wille einer Person aus ihrem Verhalten ableitet. Dies kann eine Schlussfolgerung von Außenstehenden bewirken.
In der Philosophie gilt etwas als konkludent, wenn es sich logisch aus vorherigen Annahmen ableiten lässt. Synonym sind unter anderem schlüssig, folgerichtig und logisch überzeugend.
Die Annahmen, dass alle Menschen sterben müssen und dass der bekannte Dichter Heinrich Heine ein Mensch war, lassen den logischen Schluss zu, dass Heine unweigerlich sterben musste. Das ergibt sich zwingend und ist somit konkludent.
Eine konkludente Schlussfolgerung muss allerdings nicht wahr sein, da die vorherigen Annahmen falsch sein können. Wäre die Annahme etwa, dass kein Mensch sterben muss und das Heine ein Mensch war, wäre es konkludent, dass Heine noch heute leben würde. Die Tatsache, dass Heine am 17. Februar 1856 in Paris gestorben ist, zeigt auf, dass eine der Annahmen unwahr war. Konkludent war unsere Schlussfolgerung dennoch.
Wird etwas in der Rechtssprache, also im juristischen Sinn, als konkludent beschrieben, ist meist von konkludenten Handlungen die Rede. Handlungen sind dann konkludent, wenn sie als eine stillschweigende Willenserklärung vom Gegenüber gedeutet werden können und damit rechtlich verbindlich sind.
Wesentlich ist, dass äußerst viele Willenserklärungen im Alltag wortlos und demnach durch Mimik, Gestik oder auch größere Bewegungen abgegeben werden, wie etwa das Heben eines leeren Glases in der Kneipe oder das Deponieren des Einkaufs auf das Warentransportband an der Kasse und Gleiches gilt auch für das Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel.
Bei diesen Szenarien leitet sich der Wille des Handelnden aus seinem Verhalten ab. So möchte der Gast, der dem Kellner das leere Glas zeigt, nachgeschenkt bekommen und derjenige, der seine Waren auf das Band vor der Kasse legt, will diese kaufen. Außerdem kann angenommen werden, dass derjenige, der ein öffentliches Verkehrsmittel betritt, dieses benutzen möchte und auch bereit ist, für den Transport zu bezahlen.
Das Adjektiv konkludent leitet sich vom lateinischen Verb concludere ab, das abschließen, einschließen, logisch folgern oder auch zusammenfassen bedeutet. Von diesem leitet sich außerdem das Nomen Konklusion ab, das Schlussfolgerung, im Sinne einer weltanschaulichen Schlußziehung, bedeutet.
Der Begriff lässt sich im Deutschen seit dem beginnenden 19. Jahrhundert belegen, wobei es schon zu dieser Zeit vor allem in der Rechtssprache gebraucht wurde (vgl. Literaturepochen).
Heutzutage ist der Gebrauch vor allem in juristischen Texten belegbar, wobei vor allem das Wortpaar konkludentes Handeln in vielen Schriften zu finden ist. Die Verbreitung in sonstigen Texten ist schwierig zu beurteilen, da es wenige Belege gibt.
Beispiele
Die wesentlichen Aussagen des Vortrags waren konkludent, so dass die Schüler, ohne weitere Erklärungen, ihre Notizen vervollständigten.
Das Gericht entschied, dass Greta schwarzgefahren war, auch wenn sie beim Einsteigen lautstark verkündete, dass sie keinen Vertrag mit der Bahn eingehen werde. Das Einsteigen, so das Gericht, muss eindeutig als konkludentes Handeln verstanden werden, und das Nichteinhalten der Transportbedingungen wäre somit als treuwidrig und widersprüchlich einzustufen.
Wer sich "ausdrücklich oder konkludent" von geltenden Rechtsvorschriften verabschiede, [...] zerstöre auch das "Vertrauen, dass die Person mit Waffen und Munition jederzeit und in jeder Hinsicht ordnungsgemäß umgeht".
spiegel.de, "'Reichsbürger' müssen Waffen abgeben"
Hannahs Geschichte war konkludent und auch wenn sie sehr unwahrscheinlich klang, mussten wir ihr Glauben schenken.
Grammatik
| Positiv Grundform |
Komparativ 1. Steigerung |
Superlativ 2. Steigerung |
|---|---|---|
| konkludent | keine Steigerung | |
Beugung von konkludent
Die Formen sind etwa in ein konkludentes Verhalten möglich. Die Beugungsendung zeigt die Beziehung zum Nomen; ob und welche Schlussfolgerung aus dem Verhalten folgt, erklärt sie nicht.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | konkludenter | konkludente | konkludentes | konkludente |
| Genitiv | konkludenten | konkludenter | konkludenten | konkludenter |
| Dativ | konkludentem | konkludenter | konkludentem | konkludenten |
| Akkusativ | konkludenten | konkludente | konkludentes | konkludente |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | konkludente | konkludente | konkludente | konkludenten |
| Genitiv | konkludenten | konkludenten | konkludenten | konkludenten |
| Dativ | konkludenten | konkludenten | konkludenten | konkludenten |
| Akkusativ | konkludenten | konkludente | konkludente | konkludenten |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | konkludenter | konkludente | konkludentes | konkludenten |
| Genitiv | konkludenten | konkludenten | konkludenten | konkludenten |
| Dativ | konkludenten | konkludenten | konkludenten | konkludenten |
| Akkusativ | konkludenten | konkludente | konkludentes | konkludenten |
Synonyme
- folgerichtig
- schlüssig
- sich zwingend ergebend
