WORTWUCHS | Literaturlexikon

lamentieren

Bedeutung

Das Verb lamentieren bedeutet jammern, klagen oder sich lautstark über etwas beklagen. Das Wort wird vor allem abwertend gebraucht und ist somit negativ besetzt.

Kurzum: Jemand, der lamentiert, der geht uns gehörig auf die Nerven. Er würde von sich selbst vermutlich nicht behaupten, dass er lamentiert und seine Klage wiederholend fortsetzen. Das Wort wird nämlich zumeist über andere gesagt. Auch hierbei schwingt der abwertende Charakter mit.

Das Fremdwort leitet sich vom lateinischen Verb lamentari ab. Dieses lässt sich mit jammern und wehklagen übersetzen und natürlich auch mit lamentieren selbst. Das Wort ist nämlich seit über 400 Jahren im deutschen Wortschatz belegt.

Es ist wahrscheinlich, dass die negative Wertung des Wortes unmittelbar mit dem Lamento zusammenhängt. Hier handelt es sich um ein Musikstück: nämlich um einen Trauergesang, der von einem schmerzlich-leidenschaftlichem Charakter geprägt ist und klagend vorgetragen wird.

Belegt sind solche Lamenti bereits seit dem 13. Jahrhundert, prägend sind sie allerdings vor allem für den Barock, wo der Begriff dann auch als Gattungsbezeichnung auftauchte.

Bekannte Werke sind etwa das Lamento d'Arianna von Claudio Monteverdi (1608) sowie Johann Sebastian Bachs Crucifixus. Darüber hinaus lassen sich auch heute Werke finden, die in der Tradition solcher Lamenti stehen.

Somit lässt sich das Verb lamentieren seither in der Sprache nachweisen. Foglich scheint die klagende Musik ihren Weg ins alltägliche Gejammere der Sprache gefunden zu haben, wobei stets eine Abwertung gegenüber dem Lamentierenden zum Ausdruck gebracht wird.

Beispiele

Könntest du damit aufhören, in einem fort zu lamentieren und dich über dein Leben zu beschweren? Uns geht es doch gut!
Du lamentierst die ganze Zeit und scheinbar hörst du dir dabei auch noch gern zu. Aber hast du vielleicht auch Vorschläge, wie wir die Situation verändern können?
Aber falls die relative Dummheit der anderen ihn belasten sollte, ist er zu höflich, darüber zu lamentieren.
S. Becker, M. Verbeet, “Je schlauer, desto Chef”
Nun laß das Lamentieren // Und halte Maß! // Man kann nicht mehr verlieren // Als man besaß.
- Heinrich Leuthold, Dichter ( 1827 - 1879)
Die Sprache der Klarheit zu sprechen heißt [...] auszusprechen, welche Menschenfeinde [...] zusammenkommen, um [...] darüber zu lamentieren, dass sie unterdrückt werden.
taz.de, “Der Mob von Köthen”

Grammatik

  • Wortart Verb
  • Worttrennung la·men·tie·ren
PräsensPräteritumPerfekt
ich lamentier(e)ich lamentierteich habe lamentiert
du lamentierstdu lamentiertestdu hast lamentiert
er lamentierter lamentierteer hat lamentiert
wir lamentierenwir lamentiertenwir haben lamentiert
ihr lamentiertihr lamentiertetihr habt lamentiert
sie lamentierensie lamentiertensie haben lamentiert
PlusquamperfektFutur IFutur II
ich hatte lamentiertich werde lamentierenich werde lamentiert haben
du hattest lamentiertdu wirst lamentierendu wirst lamentiert haben
er hatte lamentierter wird lamentierener wird lamentiert haben
wir hatten lamentiertwir werden lamentierenwir werden lamentiert haben
ihr hattet lamentiertihr werdet lamentierenihr werdet lamentiert haben
sie hatten lamentiertsie werden lamentierensie werden lamentiert haben
Konjunktiv IKonjunktiv IImperativ
ich lamentiereich lamentierte-
du lamentierestdu lamentiertestlamentier(e)
er lamentiereer lamentierte-
wir lamentierenwir lamentiertenlamentieren
ihr lamentieretihr lamentiertetlamentiert
sie lamentierensie lamentiertenlamentieren
InfinitivPartizip
lamentierenlamentierend
zu lamentierenlamentiert

Synonyme

  • bejammern
  • greinen
  • herummeckern
  • herummotzen
  • jammern
  • klagen
  • meckern
  • motzen
  • plinsen
  • schimpfen
  • stöhnen
  • wehklagen
  • zetern