WORTWUCHS | Literaturlexikon

redigieren

Bedeutung

Das Verb redigieren bedeutet, dass eine Person einen Text im weitesten Sinn in Ordnung bringt, ihn druckfertig macht sowie auf inhaltliche Fehler und auch Fehler in Bezug auf das Layout untersucht und diese behebt. Das Wort beschreibt demnach den Vorgang der Bearbeitung eines Textes oder kompletten Mediums mit dem Ziel, es für den Druck oder eine andere Veröffentlichung auf- und vorzubereiten.

Folglich kann das Redigieren auch ganz verschiedene Aufgaben umfassen, wobei der Schwerpunkt der Arbeit auf der Prüfung des inhaltlichen Aufbaus liegt. Das Redigieren eines Textes oder eines Textentwurfes wird in der Regel von Redakteuren vorgenommen. Sie geben dem Geschriebenen die endgültige Form, bevor es in einer Zeitung gedruckt oder in einem Online-Medium veröffentlicht wird. Diese Arbeit muss allerdings nicht auf einen einzelnen Text beschränkt sein. Redakteure können auch ganze Zeitschriften redigieren, indem sie ihnen durch die Auswahl der veröffentlichen Beiträge und der genutzten Bilder ihre endgültige Form und somit den Feinschliff geben.

Im Unterschied zum Lektorat liegt der Fokus beim Redigieren auf dem inhaltlichen Aufbau, dem Ziel des Textes und der Einhaltung der formalen Vorgaben einer Textsorte. Lektoren dagegen prüfen die Wortwahl, den Stil und den Lesefluss, wohingegen das Korrektorat einen Text auf orthografische und grammatikalische Fehler prüft. Demnach gibt es natürlich Überschneidungen in den einzelnen Aufgabenbereichen, weshalb eine klare Trennung nicht immer möglich ist.

Im Grunde wird beim Redigieren das Folgende überprüft: Ist die Sprache des Textes passend zur Textsorte und ist sie in Bezug auf die Grammatik und Rechtschreibung einwandfrei? Gibt es semantische oder inhaltliche Fehler? Gibt es zuviele Füllwörter oder Floskeln? Braucht es unter Umständen einen Experten, der das Gesagte untermauern müsste und steht der Text rechtlich auf sicheren Füßen? Gibt es im Text optische Mängel, die beseitigt werden müssen oder Einschränkungen, die vor der Veröffentlichung behoben werden sollten?

Der Begriff wurde im 18. Jahrhundert aus dem Französischen in den deutschen Sprachgebrauch entlehnt. Der französische Wortstamm rédiger kann mit zusammenstellen und -setzen oder ordnen übersetzt werden.

Das Wort wird vor allem in akademischen und journalistischen Zusammenhängen gebraucht , wobei es aber vorrangig in der Fachsprache im Bereich der Sprachwissenschaft, der Publizistik und des Verlagswesens gebraucht wird.

Eine frühe Dokumentation des schriftsprachlichen Gebrauchs von redigieren findet sich im Pamphlet Unterlegung des Justiz-Ministerii in Betreff der Organisation der Gesetz-Kommission aus dem Jahr 1804, wenngleich nicht genauer datiert werden kann, seit wann das Wort im Deutschen gebraucht wird.

Darin heißt es: „Er beschäftigt sich mit dem redigieren der Gesetze, laut dem Allerhöchsten confirmierten Plane, und vergleicht sie mit den Rechtsprinzipien“.

1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. dtv, München 1997
2. Quelle: Ngram Viewer

Beispiele

Gotthelf schreibt Kalendergeschichten und redigiert den Neuen Berner-Kalender.
wortwuchs.net, "Jeremias Gotthelf"
Beim Redigieren der Sonntagsausgabe fiel ihr auf, dass die Bilder nicht zu den Beiträgen passten. Das konnte nicht so bleiben und bedeutete einige Überstunden für sie!
Vom politischen Teil bis zum Sport, von der Wirtschaft über das Feuilleton bis zur Rhein-Main-Zeitung – überall trifft der Leser auf fundierte Texte über rechtliche Themen, auf eigene Seiten und Rubriken. Geschrieben und redigiert werden diese Berichte, Analysen und Kommentare von Redakteuren mit juristischer Ausbildung und Erfahrung sowie von Gastautoren.
faz.net, "Einspruch: Die F.A.Z. für Juristen"
Um das Studium mit Bestnoten abzuschließen, hatte er seine Doktorarbeit einem Profi zum Redigieren gegeben. Nun hoffte er auf das Beste.
Bei den sogenannten Schmierblättern fällt auf, dass sie scheinbar nur sehr oberflächlich redigiert werden und in sich mitunter überhaupt keinen Zusammenhang ergeben.
PraktikantInnen werden in allen genannten Ressorts mit dem Schreiben und Redigieren von Artikeln betraut und können so ihre journalistischen Fähigkeiten entwickeln.
taz.de, "Praktikum in der taz: Wer – Wie – Was?"

Grammatik

  • Wortart Verb
  • Worttrennung re·di·gie·ren
Präsens Präteritum Perfekt
ich redigier(e) ich redigierte ich habe redigiert
du redigierst du redigiertest du hast redigiert
er redigiert er redigierte er hat redigiert
wir redigieren wir redigierten wir haben redigiert
ihr redigiert ihr redigiertet ihr habt redigiert
sie redigieren sie redigierten sie haben redigiert
Plusquamperfekt Futur I Futur II
ich hatte redigiert ich werde redigieren ich werde redigiert haben
du hattest redigiert du wirst redigieren du wirst redigiert haben
er hatte redigiert er wird redigieren er wird redigiert haben
wir hatten redigiert wir werden redigieren wir werden redigiert haben
ihr hattet redigiert ihr werdet redigieren ihr werdet redigiert haben
sie hatten redigiert sie werden redigieren sie werden redigiert haben
Konjunktiv I Konjunktiv I Imperativ
ich redigiere ich redigierte -
du redigierest du redigiertest redigier(e)
er redigiere er redigierte -
wir redigieren wir redigierten redigieren
ihr redigieret ihr redigiertet redigiert
sie redigieren sie redigierten redigieren
Infinitiv Partizip
redigieren redigierend
zu redigieren redigiert

Synonyme

  • anpassen
  • aufarbeiten
  • ausarbeiten
  • ausfeilen
  • ausformen
  • bearbeiten
  • den letzten Schliff geben
  • korrektionieren
  • korrigieren
  • lektorieren
  • neu gestalten
  • niederschreiben
  • revidieren
  • überarbeiten
  • umgestalten
  • verbessern
  • vervollkommnen
  • verändern
  • zusammenstellen