Als Genus wird das grammatische Geschlecht eines Nomens bezeichnet. Das Genus kann jedoch vom biologischen Geschlecht des Nomens abweichen. Das biologische Geschlecht wird Sexus genannt. Im Deutschen gibt es drei Genera: Maskulinum (männlich), Femininum (weiblich) und Neutrum (sächlich). Diese werden meist mit bestimmten Artikeln angegeben: der (maskulin), die (feminin), das (neutral).

Der Begriff leitet sich vom lateinischen genus ab, was sich mit Art, Gattung oder eben Geschlecht übersetzen lässt. Ein Nomen hat stets das gleiche Genus, wobei im Deutschen äußerlich kaum zu erkennen ist, welches Geschlecht ein Substantiv aufweist. Schauen wir zur Veranschaulichung auf einige Beispiele.


maskulin: der Ball, der Winter, der Mann
feminin: die Sonne, die Lampe, die Frau
neutral: das Buch, das Schwein, das Kind

Die obigen Beispiele verdeutlichen die drei Genera. Offensichtlich ist aber, dass es keine eindeutige Regel im Deutschen gibt, ob ein Nomen maskulin, feminin oder neutral ist. Das bedeutet, dass das grammatische Geschlecht eines Substantivs stets mitgelernt werden sollte. Allerdings gibt es einige Merkmale, die auf das Genus hinweisen können. Dennoch gilt, dass es zahlreiche Ausnahmen gibt.

Genusbestimmung im Deutschen (Merkmale)

Maskulina (der): Substantive, die meist ein männliches Genus haben
männliche Personender Junge, der Mann, der Vetter, der Opa, …
Automarkender Opel, der Fiat, der Mercedes, …
Jahreszeitender Frühling, der Sommer, der Herbst, der Winter
Monateder Januar, der Februar, der März, …
Wochentageder Montag, der Dienstag, der Mittwoch, …
Niederschlägeder Hagel, der Regen, der Schnee, …
Himmelsrichtungender Osten, der Westen, der Süden, …
Nomen auf -lingder Schmetterling, der Frischling, der Feigling
Nomen auf -ichder Abstrich, der Teppich, der Wüterich, …
Nomen auf -igder Honig, der König, …
Achtung: viele Ausnahmen!
Fremdwörter auf -ant, -ent, -eur, -ist, -ismus, -order Adjutant, der Dirigent, der Ingenieur, der Tourist, der Naturalismus, der Direktor
Feminina (die): Substantive, die meist ein weibliches Genus haben
weibliche Personendie Frau, die Ministerin, die Schwägerin, …
aber: das Mädchen, das Fräulein
Nomen auf -schaftdie Botschaft, die Mannschaft, die Burschenschaft, …
Nomen auf -tätdie Nationalität, die Identität, die Bonität, …
Nomen auf -ikdie Politik, die Fabrik, die Musik, …
Nomen auf -ungdie Warnung, die Enthaarung, die Hebung, …
Nomen auf -iondie Reflektion, die Nation, die Union, …
aber: der Spion
Nomen auf -heitdie Besonnenheit, die Freiheit, die Einheit, …
Nomen auf -keitdie Heiterkeit, die Ewigkeit, die Übelkeit, …
Nomen auf -eidie Malerei, die Druckerei, die Detektei, …
Nomen auf -kunftdie Auskunft, die Herkunft, die Ankunft, …
Schiffsnamendie Titanic, die Concordia, die Aida, …
als Nomen verwendete Zahlendie Eins, die Zwei, die Drei, …
viele Bäume, Blumen und Früchtedie Eiche, die Rose, die Ananas, …
aber: der Wacholder, der Apfel, der Buchsbaum, …
Neutra (das): Substantive, die meist ein sächliches Genus haben
Buchstabendas A, das B, das C, das D, …
Nomen auf -chendas Mädchen, das Kälbchen, das Eichhörnchen, …
Nomen auf -leindas Fräulein, das Vöglein, das Zipperlein, …
Nomen auf -mentdas Experiment, das Argument, Dokument, …
aber: der Zement
Nomen auf -umdas Novum, das Aquarium, das Museum, …
Fremdwörter auf -madas Drama, das Thema, das Trema, …
Nomen aus Verben im Infinitivdas Gehen, das Schießen, das Rennen, …
Achtung: viele Ausnahmen!
Nomen für Kinder und junge Tieredas Kind, das Bald, das Kalb, das Kitz, …
aber: der Welpe
Genus bei zusammengesetzten Nomen
Hinweis: Das Geschlecht orientiert sich bei zusammengesetzten Nomen stets am letzten Nomen (Grundwort).
der Nebel + das Horndas Nebelhorn
das Auto + der Busder Autobus
die Arbeit + der Platzder Arbeitsplatz
die Woche + das Endedas Wochenende
Genus bei Abkürzungen und Akronymen
Hinweis: Das Geschlecht orientiert sich bei Abkürzungen in der Regel an den entsprechenden vollständigen Wörtern.
die Unidie Universität
das UFOdas unidentifizierte fliegende Objekt
der LKWder Lastkraftwagen
Hinweis: Beinahe zu allen Beispielen finden sich einige Ausnahmen. Deshalb ist die obige Tabelle zur Bestimmung des Genus vornehmlich zur Orientierung gedacht, ist aber nicht in jedem Fall richtig. Im Zweifelsfall muss das entsprechende Substantiv also samt Genus nachgeschlagen werden.

Die drei Genera im Deutschen

Das Deutsche kennt drei Genera: maskulin, feminin und neutral. Zumeist werden diese durch einen bestimmten Artikel gekennzeichnet. Die nachfolgende Übersicht verdeutlicht die Zuordnung.

lateinische
Bezeichnung
deutsche
Bezeichnung
ArtikelBeispiel
maskulinmännlichderder Mann
femininweiblichdiedie Frau
neutralsächlichdasdas Kind

Das Geschlecht eines Nomens ist vor allem in einem Satz von Bedeutung. Wird ein Nomen nämlich mit einem Artikel, einem Pronomen oder einem Adjektiv kombiniert, passen sich diese Wortarten für gewöhnlich dem Genus des Substantivs an. Schauen wir zur Veranschaulichung auf einige Beispiele.

maskulinfemininneutral
der Jungedie Fraudas Mädchen
ein netter Jungeeine nette Frauein nettes Mädchen
jeder Jungejede Fraujedes Mädchen

Genus und Sexus

Als Genus wird das grammatische Geschlecht eines Nomens bezeichnet, wohingegen der Sexus das biologische Geschlecht meint. Beide Dinge können identisch sein, müssen es aber nicht.

Das ergibt sich allein aus der Überlegung, dass nicht jedes Nomen ein biologisches Geschlecht haben kann. Denken wir beispielsweise an die Flasche, ist ersichtlich, dass diese rein biologisch betrachtet, kein Genus hat, grammatisch allerdings schon. Weiterhin können die Genera voneinander abweichen.

Das Mädchen ist in Bezug auf die Grammatik sächlich. Biologisch sind Mädchen aber natürlich weiblich. Das Genus ist demnach sächlich, der Sexus ist weiblich und somit nicht deckungsgleich. Demzufolge muss das grammatische Geschlecht eines Substantivs gelernt werden, da es sich nicht vom biologischen ableitet.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zum Genus im Überblick

  • Als Genus wird das grammatische Geschlecht eines Nomens bezeichnet. Im Deutschen gibt es drei Genera: Maskulinum (männlich), Femininum (weiblich) sowie Neutrum (sächlich) Das grammatische Geschlecht kann vom biologischen abweichen. Dieses nennt man Sexus.
  • Die Genera werden zumeist mit dem bestimmten Artikel angegeben, wir unterscheiden in der (maskulin), die (feminin) sowie das (neutral).
  • Im Deutschen lässt sich anhand eines Nomens nicht eindeutig erkennen, welches Genus es hat. Zwar gibt es einige Merkmale, aber in der Regel sollte das Geschlecht schlicht und ergreifend gelernt werden, um das Geschlecht korrekt zuzuordnen.
Sekundärliteratur und weiterführende Werke zum Thema Genus
  • Fricke, Harald u.a. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York: Walter Gruyter 2000, Bd.1-3
  • Otto F. Best: Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele 4. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1998
  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur. 8. Auflage. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 2001