WORTWUCHS | Literaturlexikon

Opus magnum

Als Opus magnum, auch Magnum opus, wird das bedeutendste Werk eines Künstlers bezeichnet. Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Schriftstellern, Dichtern und Musikern gebraucht, findet aber auch bei Wissenschaftlern Verwendung. Gleichbedeutend sind die Begriffe Summum Opus und Opus summum, wobei das Œuvre das Gesamtwerk eines Künstlers meint. In der Alchemie meint der Begriff das Umwandeln eines Stoffes in Gold sowie die Erschaffung des Stein der Weisen.

Die Wortfolge ist Latein, wobei sich magnum mit großes und opus mit Werk übersetzen lässt: es handelt sich also um ein großes Werk oder Großwerk. Demnach verweist schon die Übersetzung darauf, worum es geht: nämlich um das bedeutendste Werk, also Großwerk, eines Künstlers oder Wissenschaftlers sowie um das große Werk, eine alchemistische Glanzleistung zu erzielen. Schauen wir uns beide Möglichkeiten an.

Opus Magnum als bedeutendstes Werk

Als Opus Magnum wird das bedeutendste Werk eines Künstlers oder Wissenschaftlers und in einigen Fällen auch das Hauptwerk eines Gelehrten bezeichnet. Hierbei gibt es allerdings keine eindeutigen Merkmale oder Kriterien, welches Stück nun das bedeutendste aller entstandenen Stücke ist.

Wesentlich ist allerdings, dass es sich bei einem Opus magnum in der Regel um ein Meisterwerk handelt, also ein von der Kritik gelobtes sowie besonders gelungenes Stück und das beste Werk eines Künstlers während seiner Schaffensphase. Zumeist handelt es sich bei einem solchen Stück um ein Spätwerk des Künstlers, in welches die gebündelte Erfahrung und die Kenntnisse der Materie verdichtet werden.

Unter Umständen kann mit dem Begriff auch schlicht und ergreifend das bekannteste Kunstwerk bezeichnet werden. Mitunter wird die Bezeichnung allerdings auch gebraucht, um eine bedeutende Arbeit zu benennen und ist dann nicht ausschließlich der bedeutendsten vorbehalten. Einige Beispiele aus der Kunst.


[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_gallery type=“image_grid“ interval=“4″ images=“34390,34391,34392,34394″ onclick=“link_image“ custom_links_target=“_self“ img_size=“170×254″][/vc_column][/vc_row]

(1) Der Kuss, Klimt; (2) Die Nachtwache, Rembrandt; (3) Mona Lisa, da Vinci; (4) Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge, Vermeer


Die obigen Beispiele sind allesamt Meisterwerke und gehören mit Sicherheit zu den bekanntesten Werken der Kunstgeschichte. Dennoch bleibt es schwierig, die einzelnen Bilder als die bedeutendsten der jeweiligen Künstler zu bezeichnen und somit als ihr Opus magnum. Demzufolge scheint es sinnvoller, den Begriff für wichtige und bedeutsame Arbeiten eines Künstlers zu verwenden und ihm so das Absolute zu nehmen.

Opus magnum in der Alchemie

Die Alchemie, der Vorläufer der modernen Chemie und ein alter Zweig der Naturphilosophie, meint mit dem Begriff eine außerordentliche Leistung: nämlich entweder das Umwandeln eines Stoffes in Gold oder die Erschaffung des Stein der Weisen und somit eines Allheilmittels. Beide Vorhaben sind nie gelungen, waren aber über die Jahrhunderte unter anderem die höchsten Ziele der Alchemie.

Der Stein der Weisen sollte es ermöglichen, ein unedles in ein edles Metall zu verwandeln. Sollte es gelingen, dass er ein unedles Metall in Gold verwandelte, sollte er als Universal bezeichnet werden, sollte es mit seiner Hilfe nur möglich sein, ein anderes Edelmetall zu kreieren, sollte er Partikular heißen.

Wesentlich ist dabei außerdem, dass sich aus dem Stein der Weisen eine Art Universalmedizin gewinnen lassen sollte, die sogenannte Panazee. Diese sollte alle Krankheiten heilen können. Die Herstellung eines solchen Heilmittels sowie die erfolgreiche Erschaffung des Stein der Weisen oder eine andere Möglichkeit, unedle Metalle in reines Gold zu wandeln, werden in der Alchemie als Großes Werk bezeichnet.

Kurzübersicht: Das Wichtigste im Überblick

  • Als Opus magnum wird ein Großwerk bezeichnet. Entweder ist damit das bedeutendste Werk eines Künstlers gemeint oder die Erschaffung eines der Großen Werke der Alchemie. Bei der Kunst kann es Sinn ergeben, vor allem von bedeutenden Werken zu sprechen.